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Fahrenheit 451

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Serie / Zyklus: ~
Titel: Fahrenheit 451
Originaltitel: Fahrenheit 451
Autor: Ray Bradbury
Übersetzer: Fritz Güttinger
Verlag / Buchdaten: Heyne

Besprechung / Rezension von Oliver Faulhaber

Neben den Mars-Chroniken wohl Bradburys bekanntestes Werk, dürfte vielen auch die Verfilmung durch Francois Truffaud aus dem Jahre 1966 in Erinnerung geblieben sein. Diese gehört zu dem Besten was die 60er Jahre zu bieten hatten, unter anderem weil die Atmosphäre der Buchvorlage dort erstaunlich gut getroffen wird.

Erzählt wird die Geschichte des Feuerwehrmanns Montag, dessen Job darin besteht Bücher zu verbrennen - Bücher, die einige "subversive Elemente" bei sich verstecken und so vor der Vernichtung retten wollen. Doch noch erschreckender als die bloße Tatsache ist die offizielle Begründung für dieses Vorgehen: man will vermeiden, daß die Bevölkerung mit komplizierten Thesen, ungeklärten Fragen oder komplexen Problemen konfrontiert wird, und sich so unnötige Sorgen macht. Und wirklich - die große Mehrheit findet bereits im Konsum der täglichen Seifenopern ihre Erfüllung und kommt nicht einmal auf die Idee irgend etwas zu hinterfragen. Zwischenmenschliche Beziehungen finden nur noch vor dem Fernseher statt und das einzige Gesprächsthema bilden die gestrigen Sendungen.

Doch Montag, eigentlich ja direkt an dem System beteiligt, fühlt eines Tages ein Gefühl aufkeimen, daß den meisten seiner Zeit fremd ist: Neugier. Die zufällige Bekanntschaft mit einer unangepaßten Romantikerin läßt immer größere Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns aufkommen, und als sie plötzlich spurlos verschwindet, kommt es wie es kommen muß: Montag liest, was er eigentlich verbrennen soll ...

Urteil: Auch wenn die Atmosphäre - beklemmend und pessimistisch, ohne Hoffnung auf schnelle Besserung - beeindruckt und Bradburys Szenario durchaus eine Faszination besitzt, kann ich mich mit seinem Stil nicht so recht anfreunden: wie auch in den Mars-Chroniken erschafft Bradbury eine Phantasiewelt ohne die Absicht zu haben, diese "realistisch" erscheinen zu lassen. Vielmehr benutzt er diese Welt als Plattform, um auf existierende soziale Probleme hinzuweisen und vor deren Folgen zu warnen. Was einem wohl noch im Gedächtnis bleibt, ist die für ihn so typische Weise, Maschinen als beseelte Wesen zu beschreiben: der Hellhound ist natürlich hier das Paradebeispiel, doch auch Montags Beziehung zu seinem Flammenwerfer oder die Magenpumpe fallen ganz klar in diese Kategorie.

Dieser spezielle Stil mag für einige bestimmt noch das i-Tüpfelchen auf dem Ganzen sein, in meinem Fall jedoch schmälerte es den Lesegenuß etwas - nichtsdestotrotz ein lesenswerter Klassiker, wie man ihn von heutigen Autoren nicht mehr in dieser Form zu sehen bekommen wird.
Bewertung: 7 von 10 Punkten

Fahrenheit 451 - Rezensionsübersicht

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