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Foundation Trilogie (Roboter und Foundation, Band 11, 12 und 13)

Bewertung: 5 / 5

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Serie / Zyklus: Roboter und Foundation, Band 11, 12 und 13
Titel: Foundation
Originaltitel: Foundation (1951), Foundation and Empire (1952), Second Foundation (1953)
Autor: Isaac Asimov
Verlag / Buchdaten: Wilhelm Heyne

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Der Planet Terminus am Rand eines gewaltigen Imperiums hat aufgrund seiner Entfernung zum Zentrum den Niedergang des Sternenreichs bislang sehr gut überstanden. Von den Randbereichen zerfällt das die Milchstraße umfassende Imperium immer mehr und es ist nur eine Frage der Zeit, bis alles in Anarchie und Krieg zusammenbrechen wird. Nach 11 000 Jahren wird nun das gewaltige Reich der Menschen ein Ende finden - das sah schon viele Jahre zuvor der geniale Mathematiker voraus. Schon in seiner Jugend prophezeite er den Niedergang aufgrund von Rückschlüssen, die er aus der langen Geschichte der Menschheit zog. Im Laufe seines Lebens entwickelte er eine wissenschaftliche Disziplin, die er Psychohistorie nannte und die helfen sollte, die Entwicklungen der Menschenwelten in der Galaxis vorherzusagen.
Hari Seldon konnte es drehen und wenden, wie er wollte: Der Niedergang des Billiarden Menschen umfassenden Imperiums konnte nicht aufgehalten werden, aber er erkannte, dass das dem Imperium folgende Interregium verkürzt werden kann. Er gründete eine Kolonie am Rande des Imperiums auf dem Planeten Terminus. Ohne das Wissen der Siedler legte er dort das Samenkorn für ein künftiges Sternenreich.

Nun, mehrere Jahrezehnte nach der Gründung der Kolonie auf Terminus, Hari Seldon ist längst gestorben, wird die Welt von einer Nachbarwelt bedroht. Nichts scheint verhindern zu können, dass die Kolonie in das wachsende, kleine Sternenreich gezwungen wird. Doch dann erwacht die Gruft, in der Seldon begraben wurde, zum Leben. Eine Aufzeichnung des Wissenschaftlers wird automatisch abgespielt und Seldon gibt, basierend auf Berechnungen, den Regierenden auf Terminus Ratschläge, wie sie die drohende Niederlage in einen Sieg umwandeln und ihrerseits das feindliche Reich übernehmen können. Terminus siegt und geht erstarkt aus dem Konflikt hervor. Auch die kommenden "Seldon"-Krisen in den nächsten Jahrzehnten können durch Ratschläge Hari Seldons zugunsten der Kolonie entschieden werden.

Das zweite Buch setzt nun die Geschichte fort. Inzwischen ist Terminus das Zentrum eines wachsenden Sternenreichs geworden. Die Bewohner halten sich für unbesiegbar, haben sie doch mit Hari Seldon einen Verbündeten, der immer Rat weiß. Doch dann taucht aus dem Zentrum der Galaxis ein Feind auf, mit dem keiner gerechnet hat. Noch immer existiert der Kern des alten Imperiums und dieses ist nun auf die Bedrohung durch die Foundation, so der Name des Reichs um Terminus, aufmerksam geworden. Ein General schickt sich an, die abtrünnigen Gebiete am Rande der Galaxis zu unterwerfen, und die Foundation hat der mächtigen Flotte nichts entgegenzusetzen. Doch wiederum gelingt es mit Seldons Hilfe, den Feind zu überwinden. Dann jedoch geschieht etwas, mit dem niemand gerechnet hat. Ein Mutant taucht auf und erobert ohne Wiederstand Sternenreich um Sternenreich. Das Maultier, wie sich der Usurpator nennt, streckt nun seine Hände nach der Foundation aus, doch zum ersten Mal hilft Seldons Rat nicht. Es zeigt sich, dass Seldon selbst nicht damit gerechnet hatte, dass ein einzelnes Individum seinen Plan gefähren könnte. Seine Ratschläge beziehen sich auf ein ganz anderes Problem. Die Foundation fällt in die Hände des Maultiers und alle Hoffnungen, ein neues Imperium innerhalb der nächsten Jahrhunderte zu schaffen, scheinen verloren.

Das dritte Buch nun beschreibt die Bestrebungen des Maultiers, seine Macht zu festigen. Zwar hat er die Foundation niedergerungen und steht nun an der Spitze des mächtigsten Imperiums in der Galaxis, aber ein Feind bleibt: die sagenumwobene zweite Foundation, die Seldon am anderen Ende der Galaxis gegründet haben soll. Das Maultier weiß genau, dass Seldon ein nicht zu unterschätzender Gegner war und sein Sieg über die Foundation nur dann perfekt ist, wenn es ihm gelingt, auch die zweite Foundation auszuschalten. Doch so sehr er auch forscht: Er findet keine Spur der zweiten Foundation. Und doch ist er längst von dieser ins Visier genommen worden.

Die Founation-Trilogie ist ein Episodenroman mit etwa einem Dutzend Erzählungen. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte und der Leser erlebt das Heranwachsen eines Imperiums mit. Die Aufteilung in die drei Grundromane ist eher willkürlich als sinnvoll. Besser wäre wohl eine Zweiteilung gewesen: Im ersten Band die Geschehnisse bis zum Sieg über den Imperiumsgeneral und im zweiten Band die Handlung über das Maultier und die zweite Foundation. So aber ist die Einteilung sehr willkürlich, da das zweite Buch mitten in der Geschichte endet. Aber gut, heutzutage wird das Werk ohnehin nur noch im Sammelband aufgelegt und dieser, so will ich anmerken, sollte in keiner SF-Sammlung fehlen.

Allein zu der deutschen Auflage ließe sich schon sehr viel sagen. Die Werke erschienen auf Deutsch zum ersten Mal 1966 im Heyne Verlag unter den Titeln: Der Tausendjahresplan, Der galaktische General und Alle Wege führen nach Trantor. Die Titel der ersten Übersetzungen waren ein wenig unglücklich gewählt. Vor allem der des letzten Bandes nahm das Ende ein wenig vorweg. Die deutsche Ausgabe erlebte einige Neuauflagen.
1983 erschien die Trilogie im Bastei Lübbe Verlag unter dem Titel Die Psychohistoriker. 1991 brachte der Heyne Verlag ebenfalls einen Sammelband heraus, im Zuge der Veröffentlichung im Rahmen der Bibliothek der SF-Literatur unter dem Titel: Die Foundation-Trilogie. Unter selbem Titel wurde die Trilogie 1997 und dann 2001 in der Reihe Meisterwerke der SF aufgelegt. Auch die Geschichte der Veröffentlichungen im Original ist interessant. Der erste Teil wurde bereits 1943 in einem jener berühmten SF-Magazine veröffentlicht. Erst später stellte Asimov die einzelnen Erzählungen zu dem Roman zusammen und ergänzte die Geschichte. Das war eine damals übliche Praxis.

Asimovs Foundation-Trilogie ist SF in Reinform und ohne Zweifel ein Klassiker des Genres. Kaum ein anderes Buch versteht es, so zu faszinieren, wie Asimov es mit diesem Werk gelungen ist. Typisch, dass Asimov sich nicht damit begnügte, nur sein Prognoseverfahren vorzustellen, sondern dieses auch noch selbst in Frage stellte. Doch ich will nichts vorwegnehmen. Nur so viel: Am Ende des Buchs werden alle Fragwürdigkeiten bezüglich der Psychohistorie aus dem Weg geräumt. Es ist schon beachtlich, dass das Buch über 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung nichts von seiner Faszination verloren hat. Für mich ist dies eines der ganz großen Werke der SF.
10 von 10 Punkten.

Foundation Trilogie - Rezension von Oliver Faulhaber

Roboter und Foundation - Hauptmenü

 

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