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Der positronische Mann

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Serie/Zyklus: Roboter und Foundation
Titel: Der positronische Mann
Originaltitel: The Positronic Man (1994)
Autor: Isaac Asimov & Robert Silverberg
Übersetzung: ~
Verlag/Buchdaten: Heyne Verlag (2000) - Neuauflage

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

1. Die Kurzgeschichte.

Asimovs Kurzgeschichte "The Bicentennial Men" - mit 50 Seiten eine seiner längsten - beschreibt das 'Leben' eines außergewöhnlichen Roboters. NDR-113, von seinem Besitzer Gerald Martin Andrew genannt, offenbart ungewöhnliche Fähigkeiten: Er erzeugt mit Holz wahre Kunstwerke. Gerald Martin wird sofort klar, dass sein Roboter ein ungewöhnliches Exemplar ist. Er gibt Andrew große Freiräume und Andrew nutzt diese, um seine künstlerischen Fähigkeiten auszubauen. Bald werden seine Arbeiten gesuchte Sammlerstücke.

 

Als nach vielen Jahren Gerald Martins Leben sich dem Ende neigt, möchte Andrew sich freikaufen. Obwohl Gerald gekränkt ist, schlägt er vor, dies vor Gericht zu machen, denn Roboter haben keine Rechte. Freiheit muss ihm vor Gericht zugesprochen werden. Andrew bekommt das Recht, sich freier Roboter zu nennen, doch es tauchen weitere Probleme auf. Zwei Männer auf der Straße laufen Andrew über den Weg und wollen ihn zwingen, sich selbst zu zerlegen. Dies kann verhindert werden, doch Andrew muss erneut für sein Recht klagen, denn es muss Menschen verboten werden, nur aus Zeitvertreib einen Roboter dazu zu bringen, sich selbst zu zerlegen. Wieder erhält Andrew nach jahrelangen Prozessen Recht.

Im Laufe der Zeit wird Andrew immer menschlicher. Am Ende stellt er erneut vor Gericht die Frage, ob er als Lebewesen anerkannt wird. Andrew hat inzwischen bis auf sein Gehirn einen lebenden Körper. Für diese Anerkennung ist Andrew bereit, alles zu geben, auch sein Leben.

In der Geschichte selbst kam es Asimov aber sehr stark darauf an, zu beleuchten, wie ein Roboter überhaupt eigenständig sein kann und wie dies mit seinen Robotergesetzen vereinbart werden kann. Zentrales Element dieser Geschichte sind drei Prozesse, die geführt werden. Es ging vornehmlich um den rechtlichen Aspekt und nicht um die philosophische Frage. Diese Geschichte ist sicherlich eine der besten Robotergeschichten von Asimov.

7 von 10 Punkten für die Kurzgeschichte.

2. Der Roman

Robert Silverberg übernahm die Aufgabe, aus der Geschichte einen Roman zu machen. Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, denn er hat lediglich die Kurzgeschichte genommen und diese ausgeschmückt. Es wurde nichts hinzugefügt. Silverberg hat sogar die Struktur gänzlich kopiert. Die Geschichte wird aus dem Rückblick erzählt, von einem Andrew, der bereits 200 Jahre gelebt hatte.

Zwar gelingt es durch eine sehr stark aus der Sicht von Andrew erzählte Geschichte (alle Personen werden mit Andrews Titeln angesprochen - so war Gerald Martin stets Sir, seine jüngere Tochter immer Little Miss usw.) streckenweise  Tiefe zu entwickeln, doch was als Kurzgeschichte funktioniert hatte, muss nicht unbedingt als Roman gelingen.

Es sind vor allem die Gerichtsverhandlungen, die den Roman belasten. Diese hätten zurückgenommen werden sollen und stattdessen hätten mehr Episoden aus Andrews Leben erzählt werden sollen. Auch klebt Silverberg zu sehr an dem Thema der physischen Menschwerdung und ignoriert die psychische Menschwerdung über weite Strecken. Es gab Ansätze in den Gesprächen mit Menschen, aber das hätte ausgebaut werden müssen.

Wiederum wurde die philosophische Frage ignoriert und das Thema, das doch fast einer Parabel über das Menschsein gleichkommt, übermäßig technisiert. Die Frage, warum Andrew ist, wie er ist, und warum er letztendlich alles opfert, um Mensch zu werden, beleibt unbeantwortet.

5 von 10 Punkten für das Buch.

Der positronische Mann - Rezensionsübersicht

Roboter und Foundation - Hauptmenü

 

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