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SF Buch

Das Experiment

Serie / Zyklus: Meisterwerke der SF Literatur
Titel: Das Experiment
Originaltitel: ~
Autoren: Arkadi & Boris Strugatzki
Übersetzung: ~
Verlag / Buchdaten: Deutsche Erstausgabe 1972; Heyne
Vorwort: Karlheinz Steinmüller

Eine Besprechung / Rezension von Andreas Muegge
Andreas Muegges Homepage mit weiteren Buchrezensionen / Rezensionen auf fictionfantasy

Menschen können sich freiwillig für das Experiment melden. Keiner weiß genau, was das Experiment bewirken soll, und so hat jeder seine eigenen Interpretationen. Es passieren einige sehr merkwürdige Dinge, die Stadt wird von einer Horde Affen überrannt, ein ehemaliger Nazi putscht sich an die Macht und eine Expedition startet zur geheimnisvollen Barriere.

Schnell wird klar, dass das Buch als Kritik an den Zuständen der damaligen Sowjetunion geschrieben wurde. Wir treffen auf Stalin, das Rote Haus, Manuskripte werden verbrannt etc. Die Handlung enthält zwar einen roten Faden, aber es wird nur sehr wenig erklärt. Ich hätte mir viel mehr Informationen über die Stadt gewünscht oder über die Menschen.
Im Nachwort kann man lesen, dass die Strugatzkis ausloten wollen, wie ein Mensch in einem ideologischen Vakuum zurechtkommt. Mich hat das alles wenig interessiert. Sicherlich ist die philosophische Komponente interessant, aber wie die Personen in diesem Roman mit der Frage umgehen, gefällt mir nicht. Zur damaligen Zeit hatte das Buch auf jeden Fall seine Berechtigung, aber ich bin zu jung, um das ausreichend würdigen zu können. Besonders der Schluss ist sehr quälend und endet unverständlich.

Wer politisch angehauchte Belletristik mit einem Schuss Philosophie mag, sollte einen Blick riskieren, reine SF Fans meiden das Buch lieber.

Bewertung: 4 von 10 Punkten

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Personen in dieser Konversation

  • Gast (Andreas Hecht)

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    ... zumindest ist es auf keinen Fall Hard-Core-SF. Aber für diese Schublade haben die Strugazkis ohnehin nie geschrieben. Eher würde ich das meiner Meinung nach stärkste Werk der Strugazki-Brüder in die Rubrik »phantastischer Roman« einordnen. Trotzdem: Die Reduzierung auf »Kritik an den Zuständen in der damaligen Sowjetunion« wird dem Buch auf keinen Fall gerecht. Durch die zahlreichen, mitunter stark verschlüsselten Bezüge auf die russische Gesellschaft und Geschichte sowie die z.T. autobiographischen Elemente mag es zwar auf den ersten Blick tatsächlich so erscheinen, aber dieses Buch ist weit mehr. Boris Strugazkis fasst im Nachwort das Anliegen des Buches zu der Frage zusammen, wie und wozu man unter den Bedingungen eines ideologischen Vakuum leben soll, aber ich würde das noch weiter fassen. Denn es geht nicht nur darum, unter diesen Bedingungen zu (über-)leben, sondern auch darum, Mensch zu bleiben (ein typisches Anliegen der Strugazkis, das sich in fast allen ihren Werken findet), seinen Platz in der Gesellschaft zu finden und, wenn möglich, seinen Beitrag zur Zivilisation zu leisten. Und dieses Problem veraltet nicht. Bücher dieser Art kann man etliche Male lesen – jedesmal sind sie anders, der Blickwinkel ändert sich, sie regen einen immer wieder neu zum Nachdenken an. Was den tatsächlich etwas kryptischen Schluss betrifft – nun, die Strugazkis haben es ihren Lesern noch nie allzu leicht gemacht. Was ich aber eher für einen Vorzug halte. Im Übrigen kann (oder will) selbst Boris Strugazki nicht sagen, auf wen Andrej und Isja da am Ende in der Wüste treffen: Auf ihre Ebenbilder aus der Antistadt oder auf sich selbst...

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