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SF Film Blog

Alien Quadrilogy: Alien - Director's Cut

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Originaltitel: Alien
USA 1979/2003
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Tom Skerritt, Sigourney Weaver, Veronica Cartwright, Harry Dean Stanton, John Hurt, Ian Holm, Yaphet Koto, Bolaji Badejo
Region: Region 2
Bildformat: 2.35 : 1 (anamorph)
Ton/Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1/DTS 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
Special Features: Einführung von Ridley Scott, Audiokommentar mit Regisseur, Drehbuchautor, Producer, Cutter und Darstellern, Making of-Featuettes, Testszene, Deleted Scenes u. v. m.
Filmlänge: 116 Minuten (Kinoversion)/116 Minuten (Director's Cut)

Eine Besprechung / Rezension von Andreas Schweitzer

Beim Heimflug zur Erde wird der Raumfrachter Nostromo von seinem Schiffscomputer umgeleitet, weil er ein Notsignal empfängt. Nachdem die Crew aus dem Kältetiefschlaf geweckt wurde, landet man auf der Mond eines Gasriesen und stößt dabei auf ein ein anscheinend notgelandetes Raumschiff. Bei einer näheren Untersuchung findet man im Bauch des Schiffes eine Unzahl von Eiern, deren Herkunft rätselhaft ist. Als eines der Besatzungsmitglieder von Inhalt eines Eis angefallen wird, ahnt noch niemand, was auf die Crew der Nostromo zukommen wird...

Es waren einmal zwei junge Drehbuchautoren, die die wahnwitzige Idee hatten, drei ihrer Drehbücher bei einem großen Majorstudio einzureichen. Dabei handelte es sich um SciFi-Stoffe, die damals eigentlich nicht so hoch im Kurs standen. Doch der Erfolg von STAR WARS im Jahr 1977 änderte alles. Schon kurz danach begann man sich bei der 20th Century Fox nach einem möglichen Nachfolgestoff umzusehen, denn eine mögliche Fortsetzung von STAR WARS war noch in der Entstehung.
Das Produzententeam David Giler, Walter Hill und Gordon Carroll sahen sich noch einmal die drei Drehbücher der von Ron Shussett und Dan O'Bannon an und entschieden sich für einen Entwurf mit dem Namen Starbeast. Total Recall und Minority Report viele Jahre später verfilmt werden. O'Bannon und Shussett hatten ihren Starbeast-Entwurf an eine Geschichte von Alfred E. van Vogt angelehnt, in der ebenfalls ein fremdes Wesen vorkommt, dass sich aus dem Brustkorb eines Menschen hervorarbeitet. Beim Rest ließen sie sich von klassischen Horrorstoffen inspirieren und mixten diese zu einem neuen Drehbuch zusammen, das den Namen Alien trug.

Nachdem die Story nun stand, machte man sich auf die Suche nach einem Regisseur für diesen Stoff. Man entschied sich für den Engländer Ridley Scott, der mit The Duellists auf sich aufmerksam gemacht hatte. Sein ungewöhnlicher visueller Stil war es, der dafür den Ausschlag gab. Scott hatte bis dahin, neben einigen TV-Projekten, über 1000 Werbespots inszeniert. Um Scott herum scharte sich bald auch ein Team, das mit den Vorbereitungen der Dreharbeiten begann. Allerdings fehlte noch eine wichtige Komponente. Wie sollte das Monster aussehen?
Dan O'Bannon hatte schon bereits eine feste Vorstellung als er Scott den Bildband Necronomicon von H. R. Giger zur Ansicht gab. Der Regisseur wusste ganz genau, dass er damit nicht nur denjenigen gefunden hatte, der das Alien kreieren würde, sondern auch jemanden, der dem ganzen Film einen neuen Touch verleihen würde. So entwarf und baute Giger nicht nur das Alien, sondern auch das fremde Raumschiff, auf das die Crew der Nostromo stoßen würde.

Da die Centfox für den Film nicht soviel Geld zu Verfügung stellen wollte konzentrierte man sich bei der Auswahl der Darsteller auf Leute, die zwar schon gute Arbeit abgeliefert hatten, aber noch nicht so bekannt waren (was heute auch noch oft bei Effektfilmen gemacht wird). Tom Skerritt spielte zwar den Kommandanten der Nostromo, aber die wirkliche Hauptperson war eigentlich der 1. Offizier mit den Namen Ripley. Erst kurz vor dem Beginn der Dreharbeiten war aus ihm ein weiblicher Charakter geworden, der mit der noch damals relativ unbekannten Sigourney Weaver besetzt wurde. Dazu kam noch eine Cast mit Charakterdarstellern wie Harry Dean Stanton, Yaphet Koto, Ian Holm und John Hurt.

Als der Film 1979 in die Kinos kam, hatte die Centfox zuerst sehr gemischte Gefühle, die sich relativ schnell verflüchtigten. Alien wurde an der Kinokasse ein großer Erfolg und zu einem der ganz großen Kultfilme des SF-Genres. Ridley Scott vollbrachte es mit wenigen visuellen Mitteln eine Atmosphäre des Terrors zu schaffen, die seinesgleichen bis heute noch sucht. Obwohl das Alien im Film nur selten zu sehen ist, fühlt man seine Präsenz in jeder Sekunde. Hinzu kommt noch eine klaustrophobische Inszenierung, die dem Zuschauer keinen Ausweg lässt. Man muss ich sich einfach auf die Story einlassen und sich mittragen lassen. Mit einem Minimum an Brutalität bietet Scott einen Horror, wie man ihn in nachfolgenden Filmen nur selten erlebt hat. Rundherum ein richtiges Meisterwerk.

Bereits 2000 brachte Fox den Film zusammen mit den anderen in einer DVD-Box heraus, die allerdings nur wenig zufriedenstellend war. Für das 25jährige Jubiläum des Films ließ man sich dann etwas besonderes einfallen: die Alien Quadrilogy. Kurz vorher war Alien noch einmal ins Kino gebracht worden, wobei Ridley Scott an dem Film einige Veränderungen vornahm, die er schon lange machen wollte.
Scott hat dabei Szenen entfernt, die er für langatmig gehalten hat. Hinzu fügte er noch einige Sequenzen, die er in der alten Fassung gerne drin gehabt hätte. Das Endergebnis erinnert dann auch etwas mehr an seinen Cut von Blade Runner, bei dem auch einige liebgewonne Sachen fehlten. Alien wirkt ist der neuen Fassung nun etwas straffer und ist auch eine Minute kürzer geworden. Allerdings ging dabei einiges von dem Flair, das den Film ausgemacht hat verloren. Der Zuschauer hat allerdings, anders wie bei anderen Filmen, die Möglichkeit sich eine Meinung zu bilden. Auf der Film-Disc befinden sich sowohl die Kinofassung als auch der Director's Cut.
Schon im Jahr 2000 wurden die Alien-Filme auf DVD veröffentlicht und schon damals konnte der erste Film der Reihe mit einem guten Transfer beeindrucken. Die neue Bearbeitung des Masters übertrifft die alte auch nicht allzu sehr. Vielmehr hat man sich auf die augenscheinlichen Mängel der alten Version konzentriert und diese behoben. Die Schärfe bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau und lässt viele Einzelheiten hervortreten. Bei der Farbgebung fehlt der letzte Kick, aber das auch nur weil man die Farbe als Stilmittel mit Absicht etwas gedeckt gehalten hat. Ebenfalls erfreulich ist der sehr gut ausgewogene Kontrast, der vor allem bei den dunklen Szenen einiges erkennen lässt.

Alien stammt aus einer Zeit, in der Dolby Surround noch in den Kinderschuhen steckte. Für die Wiederaufführung mischte man den Film neu ab, so dass nun auch eine deutsche DTS-Spur vorhanden ist, die aber relativ unnötig ist. Die Dialoge klingen in der deutschen Fassung etwas dumpf und teilweise werden sie von den guten Umgebungsgeräuschen überlagert. Einzig bei der englischen Fassung merkt man wirklich, dass man an den Ton Hand angelegt hat. Zwar bekommt man kein Effektgewitter wie bei neueren Filmen geboten, das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen. Allerdings ist die englische Fassung in jedem Fall den deutschen Tonspuren vorzuziehen.

Bei der Sonderausstattung der Film-DVD hat man gegenüber der alten Fassung einige Abstriche gemacht. So blieben die beiden Soundtrackspuren auf der Strecke. Dafür gibt es nun einen neuen Audiokommentar, in dem das ganze Team zu Wort kommt. In einer kleinen Einführung erklärt Scott auch warum er Alien neu Außerdem wurde noch ein Verzeichnis der geschnittenen Szenen hinzugefügt, um den Unterschied zwischen den beiden Fassungen herauszustellen.

Die zweite Disc ist voll und ganz den Dokumentationen vorbehalten. Dabei hat alles in drei Kategorien eingeteilt, durch die man sich durcharbeiten kann. Den Anfang macht die Pre-Production, wo alles von der Entstehung der Story bis zu den Vorbereitungen der Dreharbeiten behandelt wird. Dabei kommen viele Leute zu Wort, die damals an der Produktion beteiligt waren. Selbst H. R. Giger konnte man für einige Statements gewinnen. Weiter geht es mit der Produktion. Hier bekommt man einen Einblick über die Arbeit von Giger am Set, der Entstehung der Dekorationen und erfährt näheres über die eigentliche Hauptfigur des Films, dem Alien. Die letzte Abteilung ist die Post-Production. Ein großes Thema in diesem Bereich ist der Schnitt, der von Terry Rawlings vorgenommen wurde. Ebenfalls einem großen Raum wird Jerry Goldsmiths genialer Musik eingeräumt, mit deren Umsetzung sich Scott etwas schwer getan hat. Man erfährt, dass der Altmeister und der Regisseur sich wegen des Soundtracks etwas überwarfen, weil Scott Musik aus einem anderen Goldsmith-Werk benutzen wollte (dem Score zu Freud). Der Komponist konnte sich nur zum Teil durchsetzen, da nur wenig seines eigentlichen Alien-Scores im Film zu finden ist. Weiter geht es mit mit sieben Deleted Scenes, die es in keine der beiden Fassungen geschafft haben. Diverse Trailer und Fotogalerien schließen die Bonus-DVD ab. Übrigens kann man sich die ganzen Featurettes auch als eine große Dokumentation anschauen. Aber dafür muss man dann schon etwas Zeit mitbringen.

Es war klar, dass man sich zum 25jährigen Jubiläum von Alien etwas besonderes einfallen lassen musste. Zudem, weil man auch schon für die erste Alien-Box einige gute Kritiken bekommen hatte. Mit den ersten beiden DVDs der Quadrilogy ist man noch einen Schritt weiter gegangen und bietet den Zuschauer einen umfassenden Überblick über die Entstehung des Films. Der Streifen beeindruckt mit einer sehr guten Qualität, die jedem Fan das Herz höher schlagen lässt. Mittlerweile sind die Filme aus der Alien Quadrilogy-Box auch einzeln erhältlich, so dass man sagen kann, dass sich die Anschaffung von Alien: The Director's Cut auf jeden Fall lohnt. Die Box selbst gehört auf jeden Fall in jede gute Filmsammlung.

Weitere Rezensionen von Andreas Schweitzer findet man unter http://www.acrusonline.de

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