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Walfred Goreng (Wurdack SF, Band 2)

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Serie/Zyklus: Wurdack SF 02
Titel/Originaltitel: Walfred Goreng
Herausgeber: Armin Rößler & Dieter Schmitt
Verlag/Buchdaten: Wurdack Taschenbuch 2004, ISBN 3-938065-04-4, 185 Seiten

Eine Besprechung / Rezension von Alfred Kruse
( weitere Rezensionen von Alfred Kruse auf fictionfantasy findet man hier )

Nach "Deus ex machina" liegt hier die zweite SF-Anthologie aus dem Wurdack-Verlag vor. Wieder haben die beiden Herausgeber eine Riege hervorragender Autoren versammelt, 26 Autoren erzählen 24 faszinierende Geschichten. Interessant auch die Zusammenarbeit von Uschi Zietsch, Helmuth W. Mommers und Ernst Vlcek, prominente Vollprofis, die sich hier mit einer gemeinsam geschriebenen Story präsentieren. Aber es ist keinesfalls so, daß diese drei den Rest der Autoren dominieren, man ist oftmals überrascht, wie gut die Stories sind. Kritik bedeutet hier "Nörgeln auf hohem Niveau", denn die Qualität der Geschichten ist wiederum überraschend hoch. Einen Vergleich mit den Heyne-Anthologien des "Magazin of Fantasy and Science Fiction" braucht auch diese Anthologie nicht zu scheuen.

Markus Kastenholz : Walfred Goreng
Bemühte Story mit einer bemühten Pointe, die der Autor sogar noch erklären muß - langweilig.

Thorsten Küper : Njomwegs Krankheit
Wie von Thorsten Küper gewohnt, bietet auch "Njomwegs Krankheit" wieder eine spannende Geschichte mit einem innovativem Plot. Aber es fehlt der letzte Schliff, den er in späteren Geschichten angelegt hat, so ist diese nur sehr gute SF.

Heidrun Jänchen : Omega
Gut, aber nicht überragend, innovativ, aber nicht genial : Heidrun Jänchen am Anfang ihrer aktuellen Schaffensperiode.

Dieter Schmitt : Arbeitstag
Hervorragende Extrapolation der aktuellen Arbeitssituation, sozusagen klassenkämpferische SF. Bemerkenswert bei dieser Story ist die Koexistenz von sozialistischem Plot und klassisch-amerikanischem Stil. Mehr als lesenswert !

Mommers / Vlcek / Zietsch : All inclusive
Standard - gut geschrieben, leicht lesbar, schön erzählt, aber bereits bekannt.

Peter Hohmann : Tag des Glücks
Klassische Standard SF - allerdings kraftvoll erzählt und modern präsentiert, ein echter Lesegenuß.

V. Groß : Maschinelle Gelassenheit
Eine Hommage an die Androiden-Stories von PKD. Kreativ der Moderne angepasst, und sehr flüssig erzählt, ein Highlight dieser Anthologie.

Melanie Metzenthin : Vom Fluch des Fortschritts
Nettes Traktat - aber unbedeutend

Lutz Herrmann : Corona
Zwar ein Standard-Szenario mit einer altbekannten Pointe, aber sehr schön erzählt.

Thomas Kohlschmidt : Mein Schicksal in Deinen Händen
Schöner Plot, gut erzählt - aber trotzdem irgendwie langweilig

Petra Vennekohl : Vascul
Intelligente SF, sehr eleganter Stil, lesenswert.

Andreas Flögel : Der Besuch
Uninspiriert

Frank Hoese : Erstkontakt
Ganz große SF ! Das Setting teilweise von Captain Kirk geklaut, aber in einem neuen Kontext kraftvoll erzählt. Sehr angenehm zu lesen, eine Zierde dieser Anthologie.

Klaus Eylmann : Mamma
Gute SF : Intelligenter Plot, schöne Darstellung, sehr flüssig lesbar, nette Pointe.

Barbara Schinke : Dies ist eine Warme
Gut geschrieben, aber in klassisch deutscher Manier bedeutungsschwanger - effektiv langweilig.

Stefan Wogawa : Ein Alien kommt selten allein
Retiefs mißratener Bruder - amüsant und kreativ, ein echter Lesespaß.

Dietmar Preuß : Der Kampf gegen die Baumfresser
Warum Kostenrechnung eine Zukunftswissenschaft ist - komisch und intelligent geschrieben.

Andrea Tillmanns : Träume
Eine Fingerübung über die Übernahme eines fremden Körpers durch die eigene Seele. Dabei so packend, so interessant geschrieben, daß man diese Story einfach lieben muß. Hier trumpft eine große Autorin auf.

Uwe Herrmann : Das Geheimnis der unentschlossenen Treppe
Eine Jack-the-Ripper-Story. Modern und packend erzählt, das einzige Manko ist der Eindruck, diese Story sei das erste Kapitel eines Romans - allerdings würde man diesen wiederum gerne lesen.

Birgit Erwin : Himmelfahrtskommando
Klassische Softcore-SF ohne 100 %-ige Definition, ohne Festlegung des Autors, ohne Auflösung. Bemerkenswert ist, daß der mystische Aspekt stilistisch als klassische Hardcore-SF dargestellt wird. Diese Mischung macht die Geschichte mehr als lesenswert.

Robert Kerber : Bibliothekar
Ein zynischer Kommentar über den Umgang mit "Menschenmaterial" in der Arbeitswelt des beginnenden Jahrtausends. Verpackt ist dies in eine Geschichte über eidetische Kinder, die von der Regierung auusgenutzt werden. Bemerkenswert !

Edgar Güttge : Dezibel
Über den Irrsinn des buchstabengetreuen Befolgens von Umweltschutzvorschriften : amüsant !

Veronika Fischer : Nachmittagsprogramm
Eine nette kleine Androiden-Story, ich habe sie als Hommage an Phlip K. Dick empfunden. Unbedeutend, aber sehr schön geschrieben und unbedingt lesenswert.

Roland Triankowski : Ausgang
Eine Geschichte über den Sinn des Lebens. Nachdenkenswert und ein schöner Abschluß dieser Anthologie.

Fazit : Nicht so schön wie "Deus ex machina" liegt aber auch mit dem 2. Band der Wurdack-SF-Reihe wieder eine lesenswerte Zusammenstellung von Kurzgeschichten vor. Zwar ist man von der Qualität der späteren Anthologien noch weit entfernt, doch hier glitzern schon die ersten Diamanten hervor. Ein Muß für den SF-Fan, insbesondere wenn man die spätere Entwicklung einiger Autoren berücksichtigt.

Walfred Goreng - die Rezension von Andreas Nordiek

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