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Bio- und Bibliografien

Doris May Lessing

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Biographie:

Doris Lessings Vater, Capt. Alfred Tayler (er verlor im 1. Weltkrieg ein Bein), nahm 1919 einen Job bei der Imperial Bank of Persia an. Am 22. Oktober 1919 wurde Doris Lessing als Doris May Tayler in Kermanshah, im heutigen Iran geboren. Auf Heimaturlaub besuchte Alfred Tayler 1924 auf der British Empire Exhibition den rhodesischen Stand und beschloss spontan, Farmer zu werden - obwohl er keinerlei Erfahrung in landwirtschaftlichen Dingen besaß.

1925 zog die Familie in die Kolonie Süd-Rhodesien (heute Simbabwe) um, um dort als Maisfarmer zu leben. Unglücklicherweise erbrachten die vier Quadratkilometer Land der Taylers keine üppigen Erträge und umgehenden Wohlstand. Die kleine Doris verbrachte einen großen Teil ihrer Kindheit "alone in a landscape with very few human beings in it." Obwohl die Familie selbst nicht katholisch war, wurde Lessing auf eine römisch-katholische Mädchenschule geschickt. Mit 14 (15?) verließ sie diese Einrichtung und beendete für immer ihre schulische Ausbildung.

1939 heiratete Lessing einen jungen Kolonialbeamten. Sie hatte mit ihm zwei Kinder und verließ die Familie nach vier Jahren. Ihr Ehemann begann bald nach der Eheschließung in der Verwaltung Karriere zu machen. Eine Gattin, die bereits damals die Rassenprobleme Afrikas kritisch sah, hätte er sich nicht leisten können. Lessings Überzeugung nach wäre sie in dieser Ehe früher oder später zur Trinkerin geworden oder in der Psychiatrie gelandet.

Nach ihrer ersten Scheidung schloss sie sich den rhodesischen Kommunisten an, "because they were the only people I had ever met who fought the color bar [Rassenschranke] in their lives." In dieser Gruppierung lernte sie Gottfried Lessing, einen deutschen politischen Flüchtling, kennen. Sie heirateten 1945 und bekamen einen Sohn. [Durch diese Ehe ist Lessing eine angeheiratete Tante von Gregor Gysi.] 1949 folgte die nächste Scheidung, und Lessing emigrierte mit ihrem Sohn nach England. Dort veröffentlichte sie bald ihren ersten Roman, The Grass Is Singing. Nach dem ungarischen Aufstand 1956 und Chruschtschows Denunzierung Stalins brach sie endgültig mit dem Kommunismus.

Kindlers Neues Literatur-Lexikon teilt Lessings Hauptwerk in zwei Phasen ein: eine realistische, etwa bis zum goldenen Notizbuch 1962, sowie eine surrealistisch-mystisch-visionäre spätestens ab den Aufzeichnungen für einen Abstieg zur Hölle 1971. Ihre Werke der letzten zwanzig Jahre sind nicht durchgängig einer der beiden Richtungen zuordbar.

In den achtziger Jahren wurde Lessing 'auf dem Kontinent' zur Kultautorin mit enormen Auflagenzahlen, woraufhin sie sich überreden ließ, sich endlich ein eigenes (Reihen-)Haus in London zu kaufen.

Am 11. Oktober 2007 wurde der Autorin der Literatur-Nobelpreis zuerkannt. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm würdigte sie als "Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat."

Pseudonym: Jane Somers

Bibliographie (Auswahl):
[Auf fictionfantasy.de rezensierte Bücher sind mit Link unterlegt und fett gekennzeichnet.]

 

Einzelromane

 

Originaltitel Titel

© Jahr

The Grass Is Singing Afrikanische Tragödie

1950

The Golden Notebook Das goldene Notizbuch

1962

Briefing for a Descent into Hell Anweisung für einen Abstieg zur Hölle

1971

The Summer Before the Dark Der Sommer vor der Dunkelheit

1973

The Memoirs of a Survivor

Die Memoiren einer Überlebenden

1974

The Good Terrorist Die Terroristin aka Die gute Terroristin

1985

Love, Again Und wieder die Liebe

1996

The Sweetest Dream Ein süßer Traum

2202

The Cleft Die Kluft

2007

 

"Kinder der Gewalt"
Die Martha-Quest-Romane

 

Originaltitel Titel

© Jahr

1. Martha Quest Martha Quest

1952

2. A Proper Marriage Eine richtige Ehe

1954

3. A Ripple from the Storm Sturmzeichen

1958

4. Landlocked Landumschlossen

1965

5. The Four-Gated City Die viertorige Stadt

1969

 

"Canopus im Argos: Archive"

Originaltitel Titel

© Jahr

1. Re: Colonized Planet 5: Shikasta Shikasta

1979

2. The Marriages Between Zones Three, Four, and Five Die Ehen zwischen den Zonen Drei, Vier und Fünf

1980

3. The Sirian Experiments Die sirianischen Versuche

1980

4. The Making of the Representative for Planet 8 Die Entstehung des Repräsentanten von Planet 8

1982

5. The Sentimental Agents in the Volyen Empire Die sentimentalen Agenten im Reich Volyen

1983

 

Die Jane-Somers Romane
(geschrieben unter dem Pseudonym Jane Somers)

Originaltitel Titel

© Jahr

1. The Diary of an Old Neighbor Das Tagebuch der Jane Somers

1983

2. If the Old Could Die Liebesgeschichte der Jane Somers

1984

 

"Das fünfte Kind"
Die-Wechselbalg-Romane

Originaltitel Titel

© Jahr

1. The Fifth Child Das fünfte Kind

1988

2. Ben, in the World Ben in der Welt

2000

 

"Mara und Dann"

Originaltitel Titel

© Jahr

1. Mara and Dann Mara und Dann

1998

2. The Story of General Dann and Mara's Daughter, Griot and the Snow Dog Die Geschichte von General Dann und Maras Tochter, von Griot und dem Schneehund

2005

 

 

Sammlungen
Lessings frühere Erzählungen sind oft in verschiedenen Sammlungen mehrmals abgedruckt. Außerdem halten sich deutsche Veröffentlichungen bei der Auswahl der Geschichten ganz und gar nicht an die englischen Originale. Darum gebe ich im Folgenden nur einige Beispiele für Erzählungsbände an. Ich möchte aber noch darauf hinweisen, dass Lessings afrikanische Erzählungen wirklich großartig sind. Für einen Einstieg sei deutschen Lesern deshalb der Band "Der Zauber ist nicht verkäuflich" empfohlen. (raps)

 

Originaltitel Titel

© Jahr

This Was the Old Chief's Country. Collected African Stories, Vol. I
The Sun Between Their Feet. Collected African Stories, Vol. II

1973

To Room Nineteen. Collected Stories, Vol. I

1978

The Temptation of Jack Orkney. Collected Stories, Vol. II
Particularly Cats Doris Lessings Katzenbuch

1967

The Grandmothers Ein Kind der Liebe

2003

 

Autobiographische Schriften

Originaltitel Titel

© Jahr

Going Home

1957

African Laughter: Four Visits to Zimbabwe

1992

Under My Skin: Volume One of My Autobiography, to 1949 Unter der Haut. Autobiographie 1919-1949

1994

Walking In the Shade: 1949 to 1962 Schritte im Shatten. Autobiographie 1949-1962

1996

Phantast

 

PHANTAST ist das kostenlose, gemeinsame Online Magazin von fictionfantasy.de und www.literatopia.de das ca. dreimal pro Jahr erscheint. Wie der Name schon sagt, dreht es sich um die Phantastik in all ihren Ausprägungen. Ob Fantasy, Science Fiction, Horror oder wilde Genremixe - im PHANTAST soll alles vertreten sein!
Für jede Ausgabe gibt es einen Themenschwerpunkt, nach dem sich die Artikel und Rezensionen richten.

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