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Abyssus. Der Abgrund

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Titel: Abyssus. Der Abgrund
Autor: Peter Mennigen
Buch/Verlagsdaten: (Passau: Schenk, 2008), 671 Seiten, ISBN-13: 9783939337553

Hier geht es zum begleitenden Artikel "Von der Idee zum Buch"

Eine Besprechung / Rezension von Jürgen Eglseer
(weitere Rezensionen von Jürgen Eglseer auf fictionfantasy findet man hier)

Alan Osborne hat Pech. Eigentlich kann man das nicht ganz verstehen, da Osborne der Erfinder der ersten wirklichen Künstlichen Intelligenz ist und in aller Welt, zumindest bei Fachleuten, gefeiert wird. Jedoch entstand diese Erfindung zu Lasten eines normalen Familienlebens - Osborne ist einsam und mit sich selbst unzufrieden. Als er in Paris, kurz vor Beginn einer Messe, einen Fehler in einem seiner Computersysteme beheben soll und daran scheitert, bricht für ihn eine Welt zusammen. Erst nach und nach erkennt und erfährt er, dass sein Programm sabotiert wurde. Die Hintergründe hierfür sprengen allerdings Osbornes Vorstellungskraft - nach und nach entpuppt sich vor dem Szenario des düsteren Paris eine immer komplexer und bedrohlicher wirkende Vernetzheit aus Geheimbünden, Templern und deren Gegnern. In Person des legendären Grafen Saint-Germain lernt er eine dieser schillernden Figuren kennen, die sich gegen das Böse stellen. Und Letzteres ist tatsächlich wörtlich zu nehmen, denn Osbornes KI-Programm ist nur ein Nebenschauplatz in einem Krieg um das Buch des Abyssus, ein Werk, das entweder zur Vergöttlichung des Anwenders oder zur totalen Vernichtung der Erde führen kann. Und ein Hexenzirkel in Paris scheint mit dem Buch, das die Templer einst aus dem Tempel Salomons mitbrachten, bereits Schindluder getrieben zu haben - Paris droht in einen buchstäblich höllentiefen Abgrund zu stürzen ...

Peter Menningen quält sich etwas durch die kanppe erste Hälfte des Buches, hadert etwas mit seinen Charakteren und grundsätzlich mit der Handlung. So kann man auf den ersten paar hundert Seiten erleben, wie Osborne erst von Person A flieht, dann von Person B, gefolgt von Person C - und so weiter. Zudem verheddert sich Menningen in seinen Dialogen. Neben teils recht hölzern wirkenden Gesprächsrunden beginnen seine Figuren zu labern, erzählen sich gegenseitig alles, was sie schon erlebten - was natürlich eine Wiederholung für den Leser darstellt - oder versuchen auf recht primitive Weise womöglich nicht vorhandenes Wissen der Leser auszugleichen. So erzählt ein Computerexperte dem anderen in einer Bar, was denn der Jahr-2000 Bug sei, eine Szene, die so wohl nie in der Realität vorkommen mag.
Ab etwa der Mitte des Buches fängt sich der Autor jedoch und beginnt eine regelrechte Kehrtwendung in Buch und Handlung. NIcht mehr das 'Davonlaufen' vor Auftragskillern oder wildgewordenen Hexen steht im Vordergrund, sondern die Beschäftigung mit der wohl größten Katastrophe, die Paris in seiner Geschichte erleben wird. Während in der ersten Hälfte des Buches Menningen einen netten Thriller schreibt, wird er im weiteren Verlauf wahrhaft apokalyptisch, und plötzlich funktioniert auch das Zusammenspiel mit den Charakteren. Spannung tritt auf die Bühne und als Leser mag man das Buch kaum mehr aus der Hand legen.
Wenn Menningen den ersten Teil noch einmal durchgesehen und gestrafft hätte, wäre das Buch ein Knüller geworden. So reicht es für ein sehr positives "gut"!

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