fictionfantasy

fictionfantasy ist ein verlagsunab-hängiges Rezensionsportal für phantastische Werke. Derzeit sind knapp 13.000 Artikel abrufbar!

Schreibe deine eigene Rezension
deines Lieblingsbuches und schick sie uns !


Du hast fehlende Angaben bei Autoren oder Buchtiteln gefunden?
Wir freuen uns über jede Unterstützung!

Hast du einen Blog
und willst im fictionfantasy-Netzwerk mitmachen? Melden!

Amazon

Diskussion

Social Network

Folge uns auf Twitter
Folge uns auf Facebook!
Folge uns auf Google+
Abonniere unseren RSS Feed

Phantast

Das eMagazin von fictionfantasy und literatopia

phantast
Alle Phantast-Ausgaben
auf einen Blick

Netzwerk

Blog Top Liste - by TopBlogs.de
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
http://www.wikio.de
Startseite - Film - Science-Fiction - The Time Machine (2002)
The Time Machine (2002)
Film - Science Fiction (F)

Titel: The Time Machine
Originaltitel: The Time Machine
Regie: Simon Wells
Drehbuch: David Duncan nach einem Roman von H. G. Wells
Darsteller: Guy Pearce, Samantha Mumba, Jeremy Irons, Orlando Jones, Mark Addy, Sienna Guillory
Musik: Klaus Badelt
FSK: 12 Jahre
Laufzeit: 92 min
USA 2002

Eine Besprechung / Rezension von Andreas C. Lazar
(weitere Rezensionen von Andreas C. Lazar auf fictionfantasy findet man hier oder auf seiner Webseite moviebazzar.de)

Ein Wissenschaftler erfindet eine Zeitmaschine, um Vergangenes wieder gegenwärtig werden zu lassen.

Luna, der Mond der Erde, hat die Entstehung des Lebens auf unserem Heimatplaneten in so gewaltigem Maße günstig beeinflusst, dass ihm darin nur noch unsere Sonne Sol und die Erde selbst gleichkommen. Die Entstehung des knapp 3500 Kilometer durchmessenden, nur ca. 400000 km entfernten Trabanten ist umstritten, jedoch gilt als wahrscheinlich, dass er aus der Kollision der Erde mit einem großen fremden Himmelskörper hervorgegangen ist. Der Mond dreht sich in einem siderischen Monat (27,32 Tage) sowohl um sich selbst als auch um die Erde, weswegen er ihr immer dieselbe Seite zuwendet. Ohne den sympathischen Himmelskörper würde die Erdachse alle paar Millionen Jahre um bis zu 85 Grad kippen, die Gezeiten würden wegfallen, und aufgrund fehlender gravitationaler Bremsung würde ein Tag auf der Erde nur noch sechs Stunden dauern. Leben wäre nicht oder nur auf primitivem Niveau möglich.

Mit dem Mond aber konnte selbst menschliches Leben in der heutigen Form entstehen, dessen Vorläufer homo erectus dank seines tiefsitzenden Kehlkopfes und gut entwickelten Artikulationsapparates eine weit größere Zahl von Lauten als alle seine Ahnen formen konnte - der erste Schritt zur Sprachfähigkeit. Die erste einfache Sprache wird dennoch nicht früher als 400000 bis 800000 Jahre vor unserer Zeit entstanden sein. Moderne und hochentwickelte Sprachen, wie wir sie benutzen, sind nicht älter als 50000-100000 Jahre.

Diese trivialen, in jedem billigen Lexikon leicht nachzuschlagenden Wissenssplitter scheinen den Cro-Magnon-Machern von The Time Machine dennoch entgangen zu sein. Der Mond explodiert? Was soll's, solange der Effekt wenigstens gut aussieht. Wir befinden uns im Jahr 802701, aber die Menschen sprechen trotzdem ein feines und akzentfreies Englisch im Stil des 20. Jahrhunderts? Was soll's, solange der Moulin Rouge!-Kameramann Donald M. McAlpine bei den platten Dialogen auf die üppigen Brüste der Musikerin Samantha Mumba schwenken kann. Der offenbar in argen Geldnöten steckende, sich auch hier wieder schamlos prostituierende Jeremy Irons macht das verquast-krude Genozid-Ende durch sein unverständliches Genuschel noch wirrer? Was soll's, solange alles in die Luft fliegt!
Der Regisseur Simon Wells macht seinem Vorfahren H. G. Wells, der die klassisch-wunderbare Vorlage lieferte, mit diesem dahingeschluderten Werk mehr als bloße Schande: Wells' ultimativer Klassenkampf zwischen den verdummten Privilegierten und den verrohten Arbeitern verkommt zur bloßen Ausrede für sinnentleert-wirre Prügeleien zwischen Ork-Stuntmen und braunhäutig-tätowierten Ethno-Hippies vor pastelligen Matte-Paintings, während der eigentlich lässige Guy Pearce durch forciertes Chargieren hilflos versucht, gegen die übermächtigen Spezialeffekte und die überwältigend langweilige Samantha Mumba anzuspielen. Wenigstens sind die beiden Letzteren so schön anzusehen und mit Sorgfalt zurechtgemacht wie die routinierten Nebendarsteller (unter anderem Mark Addy als strenger Freund und Orlando Jones als langlebiges Hologramm) und die Kulissen der nahen Vergangenheit und Zukunft, obwohl man von ihnen aufgrund der allzu kurzen, für die hastigen Kinder von heute aber offenbar als angemessen erachteten Laufzeit von bloßen 96 Minuten nicht viel sehen kann.

Zerlegt man The Time Machine also in seine handwerklichen Einzelteile, steht der Film bis auf sein scheinbar seit ewigen Zeiten verwestes Drehbuch noch mehr oder weniger ordentlich da. In der Kombination aber ergibt sich eine seltsam heillose Mischung übertriebenen Effektaufwands, deplazierten Schauspiels und unverständlicher logischer Löcher und Paradoxa, die der Regisseur so leichthin überspringt wie sein Protagonist die Äonen. Mit welchem Strom kann ein Computer länger als Meere und Urwälder existieren? Wie können schwächliche Megatonnenexplosionen den Mond zerstören? Warum bemerkt niemand Pearces kuriose Maschine im Jahr 2030? Und wieso glaubt Simon Wells, solche Dinge fielen dem Zielpublikum zwölfjähriger, technikbegeisterter Knaben nicht auf? Thema verfehlt, Publikum missachtet, Oberfläche statt Substanz zur Geltung gebracht: Als Buch wäre dieses The Time Machine zu allen Zeiten ein Flop.

2 von 5 Sternen

Kommentare (3)Add Comment
Rupert Schwarz
...
geschrieben von Rusch, Januar 27, 2009
Oh war der Film schlecht. Der hatte nichts mehr mit dem Buch von Wells gemein (bis auf die Zeitmaschine). Und er hatte auch keine Seele. Aber vor allem die Amazonenartige Darstellund von Veena hat dem Fass den Boden ausgeschlagen.
0
...
geschrieben von raps, Januar 27, 2009
Ich würde mir wirklich wünschen, dass, wenn die Leute schon 'großzügig' an der literarischen Vorlage herumpfuschen, sie dem Ergebnis ihres Tuns auch einen anderen Namen geben. Aber das ist natürlich illusorisch. (Damit will ich gar nicht sagen, dass Filme sich peinlich an das Buch halten müssen, das sie inspiriert hat. Manchmal sind inhaltliche Wendungen in Büchern so dämlich, dass sie unbedingt 'ausgemerzt' gehören. Zum Beispiel im Buch Der Pferdeflüsterer - okay, ich gebe zu, ich lese manchmal abwegiges Zeug :-) - stirbt derFlüsterer am Ende. Was für ein Schwachsinn!)
0
...
geschrieben von RoM, Januar 01, 2012
Der Streifen besteht aus zwei Teilen. Der Annehmbare geht bis zur Ankunft der Zeitmaschine in der weit entfernten Zukunft. Danach steigt alles in den Sinkflug. Bezeichnenderweise wurde der Anfang von Simon Wells inszeniert - bis er vom Studio abgesetzt wurde. Die grottige Action - die von den Verantwortlichen als unbedingt notwendig erachtet wurde - durfte dann ein Ersatz vom Brett reißen.

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

busy