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SF Buch

Tara Hadrian - Die Hüter der Erde

Titel: Tara Hadrian - Die Hüter der Erde
Autor: G. E. Deckard
Titelbild: Ralf Paul
Buch/Verlagsdaten: Verlag Nicol Schmenk, September 2012, 269 Seiten gebundene Ausgabe, ISBN: 978-3-943022-08-7

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Tara Hadrian erwacht mit einem Problem. Das Haus, mit den seltsam vielen Spiegeln, in dem sie erwacht ist ihr vollkommen fremd. Als sie beginnt nachzudenken, wie sie hierhergekommen ist, fallen ihr Wissenslücken auf, die so gross sind, dass sie sich nur noch an ihren Namen erinnert. Sie hat ihr Gedächtnis verloren. So weiss sie nichts davon, dass sie die Tochter eines sehr alten Raumfahrergeschlechts ist. Alles kommt ihr in dem kleinen irischen Dorf Moundcastle, dem verlassenen Haus und überhaupt, seltsam vor. Zuerst einmal gilt es herauszufinden, wo sie ist, wer sie ist, und vor allem wie sie hierher gelangte. Ein Glücksfall ist es, als sie Nevis Pinter trifft. In ihm hat sie einen Helfer an der Hand, der sie auf der Suche nach sich selbst und ihren Eltern unterstützt. Tara erfährt aus einem Brief und den darin enthaltenen Zeilen nicht sehr viel, aber es ist immerhin eine Möglichkeit, wie sie ihr Gedächtnis langsam zurückerlangen kann. Was wie eine Schatzsuche nach dem eigenen Gedächtnis und ihrer Rolle auf der Welt beginnt, entwickelt sich bald zu einem phantastischen Abenteuer. Sie werden bald in gefährliche Ereignisse verwickelt, in denen sich hauptsächlich eine Frage stellt: Wer ist Freund und wer Feind? Die beiden jungen Menschen folgen gemeinsam den Hinweisen und gelangen zuerst zu Stane Leuk. Doch was sie zu finden erhofften, besteht nicht mehr. Stattdessen treffen sie auf den Biotechanoid Buckminster. Buckminster führt sie auf den Mond, wo Tara mehr über sich und ihre Rolle erfährt. Tara ist Lairdess Tara Hadrian, Tochter des Hauses Hadrian, den Hütern der Erde. In dieser Position fällt ihr eine Schlüsselrolle zu. Ihre Aufgabe besteht darin, die Menschen auf der Erde zu beschützen. Aber vor wem? Ihre Eltern sind verstorben und nun ist Tara fast ganz allein auf sich gestellt, die Aufgabe durchzuführen. Allerdings scheint alles zu spät zu sein, weil ein Krieg im Hintergrund tobt, der darauf abzielt, alle Menschen in Biotechanoiden umzugestalten und zu versklaven. Tara kann ohne Ausbildung den Kampf gegen die anderen galaktischen Herrscherhäuser nicht aufnehmen. Ihr fehlt die Hilfe, und nur wenn sie mit Buckminster in die Vergangenheit der Erde reist, dem legendären Mittelalter, in dem die erfolgreichsten Hüter des Hauses Hadrian tätig waren, kann sie sich den anderen galaktischen Herrschaftshäusern und den damit verbundenen Gefahren stellen.

Der Autor G. E. Deckard ist von Beruf Journalist. Dabei gehe ich davon aus, dass Deckard ein Pseudonym ist und auf Philip K. Dicks Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen zurückgeht. Der dortige Protagonist heisst Deckard. Aber ich kann mich auch irren. Seine Ideen, die Eingang in eine spannende Erzählung fanden, sind einfach nur als gut zu bezeichnen. Taras ist ein Teenager, verhält sich stark und selbstbewusst, nimmt die an sie gestellten Herausforderungen an und wächst mit ihnen. Dennoch ist sie auch verletzlich und so ist es gut, dass sie Freunde findet. Da ist Nevis, der sein Leben aufgibt, um Tara beiseite zu stehen. Unter der Aufsicht, praktisch als Auszubildender von Ministrel, ist Nevis nicht unbedingt der beste, aber der treueste Helfer. Eine weitere bemerkenswerte Gestalt ist Buckminster, der mich doch sehr an Marvin erinnert. Jenen Roboter in Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams.

Tara Hadrian - Die Hüter der Erde ist ein gelungenes Buch. Die Seiten sind mit einer relativ kleinen Schrift, im vergleich zu anderen Büchern versehen, aber auf diese Weise blieb es ein Buch und musste nicht gesplittet werden. Ein paar kleinere Längen stören dabei kaum. Tara Hadrian - Die Hüter der Erde ist eindeutig ein Jugendbuch für Mädchen und Jungen. Hauptbestandteile sind die Science Fiction Elemente, gepaart mit einigen Fantasyelementen.
Der Schreibstil von G. E. Deckard ist sehr angenehm. Das Buch lässt sich sehr gut lesen, protzt mit vielen neuen Begriffen, die dazu angetan sind, langsamer zu lesen. Sein Stil, die Geschichte spannend zu erzählen und die Figuren in allen Einzelheiten zu beschreiben, macht die Geschichte besonders lebendig. Dabei ist es mir letztendlich egal gewesen, an was mich seine Figuren und Handlungen erinnerten.
Die Aufmachung des Buches ist sehr gelungen. Ein Aufmerksamkeit heischendes Titelbild mit Tara im Vordergrund, sauberes, aber kleines Schriftbild. Das Buch ist gebunden und liegt gut in der Hand.

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Personen in dieser Konversation

  • Ich habe mir das Buch jetzt auch geholt, und kann dem obigen Rezensenten zustimmen:
    Was beginnt, wie eine Schatzsuche unter Freunden, wird zu einem Fantasy-Epos - eines voller Ideen, die rocken: Es gibt Gravarstiefel, mit denen man meilenweite Sprünge machen kann, Gedankenwandler, die Gedanken Wirklichkeit werden lassen, Erinnerungen, die getrunken werden müssen usw.
    Was mich besonders gepackt hat, ist neben der liebenswerten Heldin die geschichtliche Tiefe dieser Welt mit ihrer eigenen Technik, die vorwiegend auf Gravitationskräften basiert - und einer nicht greifbaren, aber spürbaren Magie.
    Auch bei der Struktur ist dem Autor Großartiges gelungen. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, die trotz ihrer großen Distanz miteinander verwoben sind. Es gibt am Anfang viele lose Ende, die sich am Ende alle miteinander verbinden - ich mag das. So wie bei dem Biotechanoiden Buckminster, ein Wanderer wider Willen zwischen diesen Zeitebenen. Überhaupt glänzen die meisten Nebencharaktere durch eigene Sehnsüchte und Pläne. Und der Schreibstil ist exellent, da versteht jemand sein Geschäft

    Kritik: Das Alter ist mit 14+ angegeben. Ich finde es ist ein All-Age-Book, definitiv für etwas ältere Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene. Deshalb verstehe ich das Cover nicht. Ich frage mich, was sich der Verlag dabei gedacht hat. Es ist ganz schön, aber definitiv eines für ein Kinderbuch. Etwas düstereres, einfach nur die Erdkugel oder so in der Schwärze des Weltraums, wäre besser gewesen. Was wieder einmal beweist: Dont judge a book by it's cover
    Emilia

  • Gast (Frank)

    Melden

    An meine Vor-Kommentatorin: Für einen Kommentar trägt man hier in der Rubrik "Titel" den Titel des Romans ein und unter der Rubrik "Autor" seinen eigenen Namen (und nicht den es Buch-Autors). Mit "Autor" ist der Kommentator gemeint.

    Nun zum Inhaltlichen. Was kriegt man für sein Geld bei den Hütern der Erde? Ganz sicher eine spannende Geschichte (mit kleinen Längen, über die der geneigte Leser angesichts der Fülle der Ereignisse und des krachenden Finales gerne hinweg sieht). Ich greife mal zwei Punkte heraus, wo ich gesagt habe: Hallo, nett gemacht!
    Tara werden zu Anfang zwei Begleiter an die Seite gestellt: Zum einen Nevis Pinter, Sohn eines irischen Schäfers, zu anderen Buckminster, ein Biotechanoid. Über sich selbst sagt diese Menschmaschine, sie könne in Wolken keine Gesichter erkennen. Womit alles über Buckminsters Natur (und die seines Schöpfers) gesagt ist. Warum? Das Erkennen vertrauter Formen auch in nicht lebendigen Gegenständen ist eine typisch menschliche Eigenschaft, man spricht von Spiegelneuronen, sie sind Grundlage des Einfühlungsvermögens.
    Solche versteckten Hinweise über die Figuren und ihr Schicksal finden sich überall, und sie zu entdecken, macht riesigen Spaß. Der Bösewicht dieser Geschichte ist Curus Cathbad. Als Person bekommt man ihn nicht zu Gesicht, aber man weiß irgendwie, es geht ihm nicht allein um Eroberung, sondern um Rache an dieser Welt. Was seine düsteren Emotionen ausgelöst hat, bleibt ein Geheimnis. Und spielt auch keine Rolle, denn diese unsichtbare Gestalt, die sich nur durch ihr Wirken offenbart (ein kluger Kniff), wird zu einem der wirklich Bösen der Bücherwelt. So trifft die verzweifelte Tara auf enthauptete Mitglieder ihrer Familie, deren Köpfe auf Affenkörper gepflanzt wurden, um sie reglos am Leben zu erhalten - im Bewusstsein, das sie bereits tot sind.

    Mein Fazit: Unbedingt lesen. Dieses Buch kippt ein Füllhorn von Ideen aus und schickt einen auf eine Reise, auf der man mitzittert und mitfühlt.

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