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Der Weg der Könige (Die Sturmlicht-Chroniken, Band 1)

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Reihe: Die Sturmlicht-Chroniken, Band 1
Titel: Der Weg der Könige
Originaltitel: The Way of Kings (2010)
Autor: Brandon Sanderson
Übersetzer: Michael Siefener
Titelbild: Gerard Miley
Zeichnungen und Karten: Isaac Stewart, Ben McSweeney, Greg Call
Buch/Verlagsdaten: Wilhelm Heyne Verlag (26.04.2011); 876 Seiten; 21,99 €; ISBN: 978-3-453-26717-6 (gebunden mit Schutzumschlag)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Roschar ist eine sturmumtoste Welt, von Felsenlandschaften geprägt und unwirtlich. Roschar wurde jahrhundertelang von den Herolden und ihren strahlenden Rittern regiert. Von ihnen, ihrem Orden und ihrer Ethik ist jedoch nicht mehr viel übrig geblieben. Es heißt in den Überlieferungen, sie hätten magische Rüstungen und Schwerter mit magischen Splitterklingen getragen, die ihre Träger nahezu unbesiegbar machten und die jedes Leben auslöschen konnten. Die Rüstungen waren so wertvoll in den Königreichen, dass sie mit Menschenleben aufgewogen wurden. Auch andere magische Artefakte sind heiß begehrt. In dieser Zeit des Umbruchs begleitet der Leser vier sehr unterschiedliche Menschen. Da ist der als berühmter und gefürchteter Kämpfer bekannte Blackthorn, Dalinar Kholin, der Bruder des ermordeten Königs Gavilar und Heerführer von Alethkar. Der alternde Krieger wird von Visionen heimgesucht, die aus längst vergessenen Zeitaltern stammen. Einer Zeit, als Götter und Menschen in einem vereinten Königreich Roschar Seite an Seite kämpften. Von den anderen Füsten wird er wenig respektiert, da er an einem überlieferten und überholt geglaubten ritterlichen Ehrenkodex festhält. Seit dem Tod des Königs sind die Fürsten des Reiches zerstritten und der Krieg mit dem fremden Volk der Parshendi aus dem Osten zieht sich in die Länge. Dalinars Neffe Elokhar ist nun König. Der Sklave Kaladin muss sich im Heer von Alethkar durchsetzen und sein Leben teuer verkaufen. Aufgewachsen und ausgebildet als Sohn eines bekannten und angesehenen Chirurgen, befindet er sich in einer unwürdigen Situation und wird von seinen Herren, wie alle anderen Sklaven auch, schlechter behandelt als Haustiere.
Die junge Adlige Schallan ist sehr an unerforschten Geheimnissen interessiert und versucht Jasnah Kohlin, die gleichzeitig Ketzerin und Gelehrte ist, als Mentorin für ihre Studien zu begeistern. Allerdings steckt hinter dieser Begeisterung für die Nichte von Dalinar noch etwas anderes. Ihre Familie hat ein weitaus dunkleres Interesse daran, dass sie ihre Forschungen betreiben kann. Der geheimnisvolle Szeth ermordete den König von Alethkar und wurde für weitere dunkle Taten ausgewählt. Sein Beruf als Meuchelmörder bringt es mit sich dass er Befehle ausführt, Aufträge übernimmt, aber eines nicht tut: Fragen stellen. Oder sollte er?
Neben den genannten wichtigsten Handlungsträgern treten immer wieder neue Figuren auf, die die Handlung übernehmen oder den Handlungsträger eine Zeit lang begleiten. Dadurch wird die Handlung mit neuen Figuren angereichert und abwechslungsreich gestaltet. Diese Zusammenführung geht jedoch nicht zu Lasten der Handlung oder der phantastischen Erzählstränge.

Das Buch überraschte mich. Nicht wegen der Qualität, die ist bei den gebundenen Büchern des Wilhelm Heyne Verlag und auch gerade bei der Collcetion Rolf Heyne sehr gut. Die Überraschung lag vielmehr in den farbigen Vorsatzblättern und den vielen Zeichnungen. Es war nicht nur ein einfaches Skizzieren, sondern geboten wurden gut ausgearbeitete Karten. Zudem enthält das Buch eine Leseprobe, eine Nachbetrachtung und ein Glossar. Damit hat das Buch alles, um die Geschichte anschaulicher zu machen. Daher war ich überrascht, dass der Band "nur" 22 Euro kostet. Meist sind die Bücher in gleicher Ausstattung vier bis fünf Euro teurer. Brandon Sanderson stellt in Die Sturmlicht-Chroniken wieder einmal mehr seinen Einfallsreichtum unter Beweis und präsentiert ein erstklassig durchdachtes und logisch ausgearbeitetes Magiesystem. Zudem bringt er die Vergangenheit durch den Aspekt des in Vergessenheit geratenen Wissens wieder in die Erinnerung der Menschen. Bei der Charakterentwicklung greift Brandon Sanderson nicht unbedingt auf klassisch fundierte Fantasy-Elemente zurück, sondern entwickelt vielmehr die einzelnen Figuren mit ihren Stärken und Schattenseiten anhand ihrer Eigenschaften. Die Welt, die er dem Leser vorstellt, ist keine auf dem europäischen Mittelalter aufbauende Zivilisation. Sie ist recht eigenständig und verblüfft mit ungewöhnlicher Fauna und Flora in einer rauen und unwirtlichen Umgebung eines kleinen Kontinents.
Ich bin durchaus geneigt, diesen Roman, dessen zweiter Teil im August erscheinen soll, als einen neuen hervorragenden High-Fantasy-Roman zu bezeichnen!

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