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Sturmklänge

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Titel: Sturmklänge
Originaltitel: Warbreaker (2010)
Autor: Brandon Sanderson
Übersetzer: Michael Siefener
Buch/Verlagsdaten: Wilhelm Heyne Verlag 52713 (11/2010); 762 Seiten; 16 €; ISBN: 978-3-453-52713-3 (TPB)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Wie bereits in seiner Mistborn-Trilogie, die dieses Jahr erschien, hat sich Brandon Sanderson für Sturmklänge ein (anderes, aber ebenso originelles) Magie-System überlegt. Die magisch begabten Menschen aus Hallendren beziehen ihre Kraft aus Hauchen. Normale Menschen übertragen ihre Kraft freiwillig auf die wenigen magisch begabten Menschen. Je mehr Menschen ihren Hauch auf eine Person übertragen, desto mehr schillern die Magier in den unterschiedlichsten Farbschattierungen. Gleichzeitig wirken Männer und Frauen, die ohne Hauch auskommen, eher farblos. Die Magie beruht auf der Kraft, Gestorbene wieder zum Leben zu erwecken. Diese Möglichkeit ist es, die das Königreich Idris in Angst und Schrecken versetzen. Wäre es doch möglich, mit einer Armee von Untoten jedes Königreich zu erobern. Brandon Sanderson erklärt sein neues Magiesystem, indem er es aus der Sicht unterschiedlicher Handlungsträger erklärt.
Der Handlungsort von Sturmklänge, Hallandren, ist ein sehr besonderes, magisches Land. Das im Norden an die Reichsgrenzen anschließende Land Idris hingegen ist ein normales Königreich. Für die Menschen aus Idris ist Hallandren ein seltsamer Ort, den es zu meiden gilt. Wer dort stirbt, kehrt als Halbgott oder Gott zurück und wird von den hier lebenden Menschen verehrt. In Idris fürchtet man bereits seit Jahren einen Krieg, der direkt bevorzustehen scheint. Um diesen Krieg abzuwenden, hat König Dedelin seine Tochter Vivenna darauf vorbereitet den Gottkönig Hallandrens zu ehelichen. Die Grundlage dafür ist ein alter Pakt, den es nun einzuhalten gilt. Überraschenderweise entsendet König Dedelin dann aber seine eher als aufmüpfig und rebellisch geltende Tochter Siri an den Königshof von T´Telir. Der dort wohnende Gottkönig erwartet seine Braut, Prinzessin Siri, für nur eine Aufgabe: Sie soll einen Erben zur Welt bringen.
Siri erreicht die Hauptstadt von Hallandren, taucht in eine Welt ein, die mit Geld und Gut verschwenderisch umgeht. Das Gleiche gilt für Farben. In Idris sind Farben untersagt, während in der Hauptstadt T´Telir selbst die Wände einfachster Häuser bemalt sind. Im Vergleich zu Idris dürfen selbst einfache Menschen mit farbiger Kleidung herumlaufen.
Unterwegs ist aber auch Vivenna. Sie reist ihrer Schwester Siri hinterher, um sie aus den Klauen des Gottkaisers zu retten. In T´Telir trifft sie auf den undurchsichtigen Vascher, der bereit ist, ihr zu helfen, aber doch seine eigenen Pläne verfolgt. Damit scheinen Vivennas Pläne, die eigene Heimat zu schützen, hinfällig zu werden. Dennoch! Vivenna treibt sich in den Straßen von T´Telir umher. Sie sucht Verbündete, die sie in einer Söldnergruppe findet. Mit dieser schmiedet sie Pläne, ihre geliebte Schwester zu befreien. Gleichzeitig will sie die Stadt in ein turbulentes Chaos stürzen, um den drohenden Krieg verhindern.
Eine wichtige Person für die Handlung in Hallandren ist eine Person, die sich am liebsten aus allem heraushält. Der Zurückgekehrte Lichtsang, so der Name, hat nicht die Absicht, an den Ränkespielen am Hof des Gottkaisers teilzunehmen. Seine Ansicht ändert sich, als in Hallandren der Krieg vorangetrieben werden soll, der die Nachbarländer in Bedrängnis bringen wird. Im Palast existiert eine Welt, in der Intrigen eine zweite Lebensweise darstellen. Lange Zeit bleibt unklar, wer die Fäden in der Hand hält. Der tyrannische Gottkaiser scheint es möglicherweise nicht zu sein. Lichtsang, der Gott der Tapferkeit, hält sich selbst nicht für einen Gott, zweifelt an sich und seiner Mission. Er versucht zu beweisen, dass er die unwichtigste Person in ganz Hallandren ist.

Brandon Sanderson bietet einen neuen spannenden, in sich abgeschlossenen Roman, den seine Fans bereits aus dem Internet kennen. Bevor das Buch in gedruckter Form erschien, hatte der Autor die Erzählung kapitelweise auf seiner Internetseite veröffentlicht. Gleichzeitig veröffentlicht er auf seiner Seite Informationen und Wissenswertes rund um die Erzählungen, etwa wie Warbreaker, so der amerikanische Titel, entstand. Seine Internetseite ist recht interessant: www.brandonsanderson.com.
Der Leser bleibt lange Zeit im Unklaren darüber, worum es wirklich geht. Im Prolog treffen wir auf Vascher, ein Schwert, das sich mit ihm unterhalten kann, und eine erste Erklärung, was man unter Hauch zu verstehen hat. Bereits im zweiten Kapitel lernen wir Siri kennen und die Entscheidung ihres Vaters. Vor allem erfahren wir aber auch, warum er so und nicht anders entscheidet. Nach und nach lernen wir die Handlungsträger kennen, aber das dauert etwas Der erste Eindruck, den der Leser erhält, ist etwas oberflächlich. Der zweite Eindruck ändert sich von Kapitel zu Kapitel, zum Positiven.
Ein fesselnder, durchdachter und abwechslungsreicher Roman, mit einwandfrei ausgearbeiteten Figuren und einer atemberaubenden Geschichte. Brandon Sanderson entwickelte eine Welt, die mit jeder gelesenen Seite neugieriger auf die folgende Seite macht.

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