Text Size

SF Film Blog

Star Trek II: Der Zorn des Khan

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Titel: Star Trek II: Der Zorn des Khan
Originaltitel: Star Trek: The Wrath of Khan
Regie: Nicholas Meyer
Darsteller: James Doohan, DeForrest Kelley, Walter Koenig, Nichelle Nichols, Leonard Nimoy, William Shatner, George Takei, Merritt Butrick, Kirstie Alley, Ricardo Montalban u.a.
Musik: James Horner
FSK 12
Laufzeit: 113 Minuten
USA; 1982

Eine Besprechung / Rezension von Andreas C. Lazar
( weitere Rezensionen von Andreas C. Lazar auf fictionfantasy findet man hier oder auf seiner Webseite moviebazzar.de )

Star Trek: The Wrath of Khan ist einer der wenigen Fälle in der Filmgeschichte, in der Studiobosse aus ihren Fehlern gelernt haben. Zumindest die Furcht, ein erneutes Mal ein Budget von Abermillionen in den Sand zu setzen, dürfte sie bewogen haben, einmal Vernunft walten zu lassen. Mit Nicholas Meyer wurde ein talentierter Regisseur engagiert, eine Story fand sich nach der Durchsicht alter Folgen auch, der immer noch widerstrebende und zum Spock-Karriereende entschlossene Leonard Nimoy wurde mit der Aussicht auf seinen Filmtod gelockt, das Budget wurde - und das hält Paramount bis heute durch - auf ein lächerlich niedriges Niveau limitiert, und heraus kam wunderbarerweise einer der besten Star Trek-Filme.

In den bekannten, schönen roten Uniformen fühlen sich Kirk und seine Freunde in den preiswerten, aber dennoch liebevoll ausgestatteten Sets sichtlich wohl, was sich in den tollen Schauspielleistungen niederschlägt. Selbst der sonst meist unterirdische William Shatner zeigt hier, etwa als er versucht, den sterbenden Spock zu retten, die beste Leistung seiner Karriere und harmoniert so gut wie nie mit Leonard Nimoy, DeForest Kelley und all den anderen. Dazu trägt natürlich auch das wunderbare Skript bei (nur nachlässig in Khans Bemerkung, er würde sich an den zur Zeit seines "Besuches" noch gar nicht auf der Enterprise stationierten Chekov erinnern), das gekonnt das Älterwerden der liebgewonnenen Charaktere und ihre tiefen Beziehungen zueinander auslotet. Jedem Besatzungsmitglied - von Sulu bis Uhura - werden größere und kleinere Momente zugestanden, die zusammen ein plausibles und akkurates Bild der gealterten Besatzung ergeben.

Aber das ist noch nicht alles: zu spannenden Bildern und passender Musik erobert Khan, ein alter Feind Kirks aus der Serie, hier auf glaubwürdige Weise wieder ins Spiel gebracht, die originelle und ausführlich vorgestellte Genesis-Maschine von Kirks Ex-Geliebter Carol Marcus und ihrem Sohn und greift dann Kirks Schiff in spezialeffekttechnisch brillanten Szenen an. Daß Nicholas Meyer sowohl Kirks Verhältnis zu seiner Geliebten und zu seinem nie gekannten Sohn als auch Khans nicht nur dialogmäßig Ahab-angehauchtes Rachebedürfnis in wenig mehr als 110 Minuten packen kann, ohne den Film zu überfrachten, verdient Respekt. Es bleibt auch noch genug Raum für Ricardo Montalbans toll gespielte Verwünschungen gegen Kirk, und der realistisch dreidimensionale Endkampf (endlich einmal bewegen sich zwei Raumschiffe nicht auf einer Ebene, sondern nutzen auch die dritte Dimension) im Mutara-Nebel kann sich (obwohl eine direkte Konfrontation zwischen Kirk und Khan fehlt und durch einen Kampf ihrer Schiffe, der Reliant und der Enterprise, ersetzt wird) spannend und gut getimt entfalten (der Tod des Kadetten!), bis er zu seinem überraschenden Ende kommt, bei dem nochmal sowohl Khans tödliche Obsession als auch Spocks Überzeugungen herausgestellt werden.

Daß Spocks Tod und Begräbnis am Ende (mit der kleinen Kobayashi-Maru-Neckerei am Anfang als Täuschungsmanöver) etwas pathetisch geraten sind und obendrein das Tor für eine ohnehin geplante Fortsetzung sperrangelweit offen lassen, kann da durchaus verschmerzt werden. Denn Spock kommt auch noch in den folgenden Filmen vor - Ricardo Montalban als furioser Ahab-Zwilling und eine jung-attraktiv-talentierte Kirstie Alley als Lt. Saavik nicht.

4 von 5 Sternen

Phantast

 

PHANTAST ist das kostenlose, gemeinsame Online Magazin von fictionfantasy.de und www.literatopia.de das ca. dreimal pro Jahr erscheint. Wie der Name schon sagt, dreht es sich um die Phantastik in all ihren Ausprägungen. Ob Fantasy, Science Fiction, Horror oder wilde Genremixe - im PHANTAST soll alles vertreten sein!
Für jede Ausgabe gibt es einen Themenschwerpunkt, nach dem sich die Artikel und Rezensionen richten.

Übersicht aller Ausgaben

Top 1000 der SF

Über 300 Leute haben aus über 2000 Büchern die Besten SF Werke abgestimmt. Hier gibt es die Ergebnisse.

Viel Spaß beim Stöbern.

Top 1000 der SF

Wer sind wir?

fictionfantasy ist ein verlagsunabhängiges Rezensionsportal für phantastische Werke und mehr. Derzeit sind über 15.000 Artikel abrufbar!
Du hast fehlende Angaben bei Autoren oder Buchtiteln gefunden? Hast du einen Blog und willst im fictionfantasy-Netzwerk mitmachen? 
Schreibe uns! Kontakt siehe Impressum!