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Kein Keks für Kobolde

Bewertung: 5 / 5

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Serie/Zyklus: ~
Titel/Originaltitel: Kein Keks für Kobolde (1994)
Autor: Cornelia Funke
Titelbild: Cornelia Funke
Sprecher: Rainer Strecker
Verlag/Buchdaten: Jumbo Medien, 2 CDs

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Neunauge, die Kobolddame, ist verzweifelt. Bislang war der Sommer sehr verregnet gewesen und der Herbst scheint schnell in den Winter überzugehen. Für die Koboldpopulation nahe dem Campingplatz im Wald ist dies ein Katastrophe, denn nie waren so wenige Menschen dort und für die kleinen, pelzigen Gesellen ist das wichtig, denn sie leben von dem, was die Menschen übrig lassen. Nun steht der Winter vor der Tür, doch Wintervorräte konnten noch nicht angelegt werden. Neunauge und ihre Freunde Feuerkopf und Siebenpunkt sind nun zum äußersten bereit: Sie brechen beim Wart des Campingplatzes ein und bedienen sich ein wenig an der Ware, die dieser an dem Kiosk verkauft. Doch über den reichhaltigen Wintervorrat können sich die Kobolde nicht lange freuen, denn sie werden von einer Bande Kobolde überfallen und aller Vorräte beraubt. Alles scheint verloren, doch so schnell geben Kobolde nicht auf.

Das Buch "Kein Keks für Kobolde" ist eines der ersten Bücher, das Cornelia Funke schrieb, aber schon damals konnte sie den Leser voll überzeugen. Mit viel Detailreichtum erzählt die inzwischen wohl erfolgreichste deutsche Kinderbuchautorin eine Geschichte aus der Welt der Kobolde. Die Protagonisten sind durchdacht und liebenswert und die Erzählung selbst ist voller Spannung und ideal auf eine Leserschaft zwischen 8 und 12 Jahren zugeschnitten. Kinder dieser Altersstufe werden ihre Freude an diesem Buch haben.
Sprachlich arbeitet die Autorin auf hohem Niveau und verfällt keineswegs in die manchmal zu einfache Kinderbuchsprache. Die Annahme, man müsse sich bei Jugendbüchern einer sehr einfachen Sprache bedienen, um erfolgreich zu sein, ist falsch. Autoren wie Astrid Lindgren oder Michael Ende sind beste Gegenbeispiele.

Der Hörbuchvortrag von Rainer Strecker ist gelungen. Aber seine Vorträge gaben noch nie Grund zur Klage, und es bereitet Vergnügen, seinen Erzählungen zu folgen. Warum man allerdings bei Jumbo Medien glaubte, das Hörbuch kürzen zu müssen, entzieht sich mir. Ein Buch mit 230 Seiten in größerer Schrift muss nicht gekürzt werden. Und in diesem Fall ist es besonders schade, weil die ganzen netten, sehr akribischen Beschreibungen des Koboldlebens den Kürzungen zum Opfer fielen. Damit geht der Charme des Buches teilweise verloren. Aber gut, die Geschichte hat noch genug zu bieten, um dem Zuhörer zwei vergnügliche Stunden zu bescheren.
6 von 10 Punkten für das Hörbuch
8 von 10 Punkten für das Buch

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