Der Orksammler (Jorge und Hippolit, Band 2)

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Reihe: Jorge und Hippolit, Band 2
Titel: Der Orksammler
Autoren: Jens Lossau & Jens Schumacher
Titelbild: Steffen Winkler
Buch/Verlagsdaten: Egmont Lyx Verlag (04.10.2010); 318 Seiten; 9,95 €; ISBN: 978-3-8025-8258-5 (TB mit Klappbroschur)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Seit Wochen sammelt sich in der Ebene von Torr ein großes Heer. Weil der General noch auf Nachzüglertruppen wartet, liegen die Soldaten der unterschiedlichsten Einheiten auf der faulen Haut. Manche davon sind jedoch ziemlich unaufmerksam und verschwinden. Wenn man die herzlosen Gesellen wiederfindet, sind sie genau das - ihr Herz los. Der Brustkorb wurde mit riesigen Kräften aufgerissen und das Herz nicht gerade sanft entnommen. Die Leichtigkeit, mit der die Morde durchgeführt wurden, sorgt für Angst. Ausgerechnet bei den sonst übermenschlich starken Orks. Denn nur Orks verschwinden aus dem Lager heraus, bevor sie in der Karstwüste wiedergefunden werden. Die Orks, die größtenteils als Berufssoldaten arbeiten, durchtrainiert, stahlhart und vor allem brutal, werden in Torr abgeschlachtet. Es gilt herauszufinden, welches Wesen so etwas ungesehen durchführen kann.
Dieser Fall ist eindeutig etwas für den Ermittler Jorge, den teilweise naiven und plumpen, unflätigen Troll mit dem schlechten Benehmen, und für den Klugscheißer Hippolit, den ungeduldigen Meister im Kinderkörper. Zwar sind beide im Urlaub, doch wenn die Pflicht, in Form der IAIT - Institut für angewandte investigative Thaumaturgie - ruft, dann folgt man ihr. Die beiden äußerst ungewöhnlichen Ermittler bieten uns wieder einen Fall, der die Leser sehr erheitern kann. Obwohl mir persönlich die Sprichwörter manchmal ganz schön auf den Geist gehen. Wie dem auch sei, ihr Chef, Maul genannt, holt die beiden Ermittler aus dem Urlaub, weil sie für das stehende Heer angefordert wurden. Dies ist ungewöhnlich, denn normalerweise entscheidet die IAIT und somit der Chef, wer wohin geschickt wird. Aber ungewöhnliche Morde verlangen ungewöhnliche Ermittler.
Jorge und Hippolit machen sich auf, den Tatort zu besichtigen, und folgen der Fährte des ungewöhnlichen Mörders. Ihr Weg führt sie in die Totenstadt Torrlem, einen Ort, wo wohl die meisten Leichen eingeäschert werden. Die beiden trennen sich und suchen nach Erklärungen, Fährten und Hinweisen, müssen aber lange Zeit im Dunkel tappen, bis sie im Dunkeln tappen können, als sie zufällig auf einen geheimnisvollen Tunnel stoßen. Doch bis es soweit ist, beschäftigt sich Jorge damit, in seiner unnachahmlich freundlichen Art bei den Orks Erkundigungen einzuziehen. Er kommt bei seinen Befragungen mit einem Säufer ins Gespräch, der ihm die ersten Hinweise auf den herzensguten Orksammler gibt. Er erzählt von der Legende, die anscheinend außer den Ermittlern jeder kennt. Angeblich soll sich ein uraltes, unbesiegbares Untier dahinter verbergen. Meister Hippolit, Adept der neunten Stufe, gestraft mit einem pubertären Körper, erhält vom Vorsteher der Stadt Hilfe. Der Mann ist freundlich und zuvorkommend und stellt ihm eine hübsche Helferin, die naiv erscheinende Sekretärin Lith, zur Seite. Diese Helferin sorgt für hormonelle Gefühlsaufwallungen und bringt Hippolit somit mehr als einmal in Verlegenheit. Bei der Durchsicht der Unterlagen entdeckt der jugendliche Meister einige Unstimmigkeiten. Die Zahl der Einäscherungen scheint nicht ganz korrekt zu sein. Seltsamerweise verschwanden immer wieder Leichen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, als eine Spur sie tief in die Katakomben Torrlems führt. In der Stadt steht ein magisch befeuerter Ofen, in einem Haus, das als Haus der ewigen Flamme bekannt ist. Dort wird jeder eingeäschert und somit dem geologischen Kreislauf wieder zugeführt.

Der Schreibstil der beiden Autoren ist spannend, ironisch und witzig zugleich. Die Geschichte wird dadurch um einiges lockerer und man lässt die Seiten recht schnell lesend hinter sich. Das Titelbild zeigt einen vor Angst grünen Ork und passt zum Buch. Im Gegensatz zum ersten Band um das seltsame Ermittlerteam bin ich mit diesem besser zurechtgekommen. Obwohl auch hier viele Anspielungen auf andere Fantasy-Romane zu finden sind. Aber immerhin wird nicht so offensichtlich ein Krimithema nachgeäfft. Das Buch ist ironisch bis sarkastisch, wenn die Hauptfiguren aufeinandertreffen. Gelungen ist deren Darstellung, da sie bereits an der Sprache auseinander gehalten werden können.
Die Erzählung lebt vor allem von der Gegensätzlichkeit von Troll und Kind. Die Geschichte selbst beginnt gelassen, um erst langsam in Fahrt zu kommen. Danach liest man das Buch mal eben schnell durch. Es besitzt also einen höheren Unterhaltungswert als Der Elbenschlächter.

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