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Gefallene Sonnen (Die Saga der Sieben Sonnen, 4. Band)

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Reihe: Die Saga der Sieben Sonnen, 4. Band
Titel: Gefallene Sonnen
Originaltitel: Scattered Suns (2005)
Autor: Kevin J. Anderson
Übersetzer: Andreas Brandhorst
Titelbild: Paul Youll
Buch/Verlagsdaten: Wilhelm Heyne Verlag 52368 (3/2008); 655 Seiten; 9,95 €; ISBN: 978-3-453-52187-2

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

In der Galaxis tobt ein brutaler Krieg. Die Hydroger kämpfen gegen die Faeros. Mehrere Sonnen werden in diesem Krieg zerstört, verlöschen und sind damit der Untergang ganzer Systeme, die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Spätestens mit der Zerstörung werden die Planeten selbst zerstört oder fliegen aus ihren Bahnen und beginnen ein Wandererdasein. Betroffen ist auch eine der sieben Hauptsonnen der Ildiraner, die der Zentralwelt ihr Licht spendet. Die Ildiraner hoffen nun, mit den Hydrogern verhandeln zu können, damit ihre Zentralwelt und damit sie selbst überleben kann. Die Möglichkeiten, mit den Gegnern in Kontakt zu kommen, sind gering. Aus diesem Grund lastet alle Hoffnung auf der jungen Osira’h. Sie ist die Tochter der grünen Priesterin Nirah. Nirah verfügt über große Geisteskräfte, die Telepathie. Aber bis es soweit ist, muss sich der Imperator der Ildiraner zuerst mit einem Zwist mit seinem Bruder auseinandersetzen. Rusa’h rebelliert gegen den amtierenden Jora’h. Diese Rebellion droht in einen Bruderkrieg auszuufern. An anderer Stelle sind die verbündeten Menschen beschäftigt. Die terranische Hanse sucht mit allen Mitteln nach neuen Waffen, um die Hydroger zu bekämpfen. Das fällt nicht leicht, da diese Spezies in den Tiefen von Gasriesen lebt. Rein theoretisch kämen die Hydroger mit allen anderen Lebewesen gut aus, weil sie die einzigen sind, die diesen Lebensraum bewohnen und keinerlei Revierkämpfe auftreten müssten. Aber da war ja das dumme Ausprobieren einer Waffe, die die Hydroger als feindlichen Akt einstuften. Die Menschen versuchen nun mit den Hinterlassenschaften der Klikiss neue Waffen zu entwickeln. Unter anderem sogenannte Soldaten-Komps, die sich aber plötzlich gegen alles stellen. Ebenso wie tausende von Robotern, die bis dahin in Verstecken lagerten und sich gegen Menschen und Ildiraner gleichzeitig erheben. Oberflächlich betrachtet scheinen die Kilkissroboter mit den Hydrogern verbündet zu sein. Das Ziel der Kilkissroboter, die ihre eigenen Herren auslöschten, liegt darin, die Roboter der Menschen aus der Sklaverei zu befreien. Die Ildiraner versuchen unterdessen biologische Experimente mit Menschen durchzuführen, in der Hoffnung, dass diese Zwitterwesen mit den sonst unnahbaren Hydrogern Verbindung aufnehmen können und Verhandlungen führen. An anderer Stelle findet man aber nun Hilfe, die man eigentlich so nicht erwartet hatte. Seit die Hydroger einen Hain mit intelligenten Bäumen zerstörten, setzten sich alle anderen in Bewegung, um schließlich auf der vernarbten Erde mit den anderen intelligenten Bäumen zusammenzutreffen. Dieses letzte Kapitel setzt Hoffnung und Vertrauen in eine Zukunft, die verloren zu sein schien.

Und damit ist es das Happy End für einen Roman, der erst auf den letzten zweihundert Seiten richtig rasant wurde. Zu Beginn des 22. Jahrhunderts verlassen die Menschen das Sonnensystem in mehreren Generationsschiffen. Nach einer in Jahrhunderten zählenden Reise werden sie von der Rasse der Ildiraner aufgegriffen. Die Ildiraner verfügen über einen Antrieb, der es ermöglicht, intergalaktische Reisen in kürzester Zeit durchzuführen. Den Menschen wird der Antrieb zur Verfügung gestellt, sofort nachgebaut und noch erfolgreicher gemacht. Daraufhin macht sich die Menschheit wie ein Virus auf den Weg, den Spiralarm der Milchstraße zu erobern, der ihre Heimat ist. Wohlweißlich vergessend, dass hier auch andere Spezies leben. Die Menschen stoßen dabei auf eine gigantische Apparatur, die es ermöglicht, Gasriesen in Leben spendende Sonnen umzuwandeln. Doch wer hat diese Apparatur erbaut? Die Zündung dieser Klikiss-Fackel genannten Apparatur bringt ab dem Jahr 2427 Probleme. Man findet Hinweise auf die insektoiden Erbauer, die Klikiss, die vor 10.000 Jahren ausstarben, man findet einen Gasriesen, den man zu Experimenten nutzt, und man findet heraus, dass dieser bewohnt war und die Menschheit daher zu einem (ungewollten) Massenmörder wurde. Der entzündete Gasplanet war Heimat der Hydroger, die nun zum Krieg gegen die bekannten Rassen der Milchstraße rüsten. Und da sie in fast allen Gasriesen der Galaxis zu Hause sind, sind das nicht gerade wenige. Mit Gefallene Sonnen legt Kevin J. Anderson den vierten Roman seiner atemberaubenden Saga der Sieben Sonnen vor. Der vorliegende Roman ist solide wie die drei vorhergehenden Romane aufgebaut. Aber auch viel zu ähnlich. Wieder einmal eine Liebesgeschichte, wieder einmal ein Angriff auf die Hanse und ihre Kontore und Raumschiffe. Wieder einmal ... Andererseits bringt er wieder seine vielschichtigen mit Einzelheiten aufgefüllten Einblicke in fremde Welten und Kulturen. Das Buch ist gut geschrieben. Doch an vielen Stellen wirkt es in Bezug auf die genannten Einzelheiten ein wenig langatmig und zäh.

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