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Stolz und Vorurteil und Zombies

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Serie / Zyklus: ~
Titel:  Stolz und Vorurteil und Zombies
Originaltitel: Pride and Prejustice and Zombies (2009)
Autoren: Jane Austen & Seth Grahame-Smith
Übersetzung: Carolin Müller
Verlag / Buchdaten: Heyne Verlag; 2010; 480 Seiten, ISBN: 978-3453533516

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Der Titel dieses Buchs ist Programm und der Leser weiß sofort, was er zu erwarten hat: Jane Austens Geschichte um Elizabeth Bennets recht schwierige Beziehung zu dem noch viel schwierigeren Mr. Darcy wird fast willkürlich mit Zombie-Action ergänzt. Dabei stellt sich Autor Seth Grahame-Smith gar nicht dumm an und gewinnt dem Thema mehr ab als stupides Zombie-Brains-Gestammle. Hervorzuheben ist da z. B. die Geschichte von Elizabeths Freundin Charlotte, die sich allmählich in einen Zombie verwandelt. Die Beschreibungen sind wunderbar makaber-komisch und geben der Geschichte eine surreale Note. Oder auch die etwas radikalere Lösung des Problems mit Mr. Wickham, der Elizabeths Schwester Lydia entführte und mit dieser unehelichen Beziehung Schande über die Familie Bennet brachte. Das Ende hier in diesem Buch (Details werden nicht verraten) hätte sich wohl auch so mancher Leser von Jane Austens Klassiker gewünscht. In anderer Hinsicht ist der gute Seth Grahame-Smith allerdings über das Ziel hinausgeschossen. Die Bennet-Schwestern werden als Martial-Arts-Amazonen beschrieben, die im fernen China eine unglaublich harte Ausbildung durchlaufen haben und nun rigoros den Distrikt frei von der Zombie Plage-halten. Diese allerdings wird gut ins Buch eingebunden, auch wenn der Leser die wahren Hintergründe nicht erfährt. Jedoch weiß der Leser recht bald, dass die Zombies vor einigen Jahren auftraten und man ihrer seitdem nicht wirklich habhaft wurde. Die Plage ist allgegenwärtig und mehr als einmal müssen sich Mr. Darcy, Elizabeth und ihre Schwestern auf verschiedenste Weise ihrer Haut erwehren.

Stolz und Vorurteil und Zombies wurde zur Überraschung der Kritik ein Bestseller. Sicherlich hat die Popularität der Zombies eine Rolle gespielt, gemischt mit der Neugier, was der Autor aus einem der wichtigsten Bücher der englischen Literatur gemacht hatte. Dass der Roman jedoch funktioniert und wirklich gut lesbar ist, liegt nicht an Seth Grahame-Smith, sondern an Jane Austen, die eine wirklich gelungene Geschichte erzählt hatte. Ich gestehe, ich habe das Buch nie gelesen und hätte mich wohl auch nie damit befasst. Jedoch wurde ich neugierig und habe mich nach diesem Buch mit der Geschichte befasst. Tatsächlich weicht Seth Grahame-Smiths Geschichte nicht vom Original ab, sondern es wurden nur Szenen verändert (manchmal freilich sehr stark). Wie dem aus sei: Stolz und Vorurteil und Zombies bietet kurzweilige Unterhaltung. Ob man den Klassiker im neuen Gewand nun mag oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Eine gewisse Neigung zu Phantastik und zu Zombies im Besonderen sollte der Leser aber schon haben, denn sonst würden absurde Horror-Szenen den Leser vollkommen vor den Kopf stoßen. Genrefreunde, besonders aber Zombie-Fans, werden dieses Buch wahrscheinlich mit Freude lesen.
Die ganze Sache scheint sich zu einem rechten Franchise auszuwachsen. Die Verfilmung ist bereits angekündigt (bin mir noch nicht mal sicher, ob das Filmprojekt nicht zuerst da war), ein Prequel zum Buch ist in Planung, es gibt eine Comicumsetzung und sogar ein Video-Spiel. Und wer noch nicht genug hat: Ein weiterer Jane-Austen-Roman wurde frisiert und erschien im Herbst 2009: „Sense and Sensibility and Sea Monsters“ - Nuff Said

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