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Geheimplan Quinto-Center (ATLAN Sternensplitter-Trilogie, Band 3)

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Reihe: ATLAN Sternensplitter-Trilogie, Band 3
Titel: Geheimplan Quinto-Center
Autor: Michelle Stern
Buch/Verlagsdaten: Fantasy Productions, April 2011,370 Seiten, ISBN: 978-3-89064-079-2

Eine Besprechung / Rezension von Andreas Schweitzer
(weitere Rezensionen von Andreas Schweitzer findet man hier auf fictionfantasy oder auf seinem Blog Der Häxler)

Es ist der Januar des Jahres 3125 nach der alten Galaktischen Zeitrechnung. Decaree Farou lebt seit den Ereignissen im Kugelsternhaufen NGC 4388 auf Tahun, dem medizinischen Zentrum der USO. Um dem Unal die Rückkehr in sein Universum zu ermöglichen, war sie mit dem Kristallwesen verschmolzen. Dieses hat sie aber kurz danach wieder freigegeben, wenn auch nicht ganz. Die USO-Agentin verlor dabei nicht nur ihre Augen, auch ihr Verstand wurde dabei geschädigt. Dennoch ist sie nach wie vor von großem Wert, denn die ehemalige Gefährtin des Lordadmirals Atlan ist auch eine bedeutende Geheimnisträgerin. Dies ist der ein oder anderen Macht in der Galaxis bewusst. Nach sorgfältiger Planung wird Decaree von Tahun entführt und zwar so geschickt, dass es aussieht, als hätte sie freiwillig gehandelt. Um dies zu untermauern, hat sie noch ein wenig für Chaos während des Ereignisses gesorgt.

Lordadmiral Atlan zweifelt keine Sekunde an Decaree Farou und nimmt selbst die Ermittlungen auf. Dabei wird er von der USO-Generalin Hoyka Kah unterstützt, deren Verdacht in die andere Richtung geht. Nur ungern teilt Khelex Darmitter, der als Hauptkommissar die lokalen Ermittlungen leitet, sein Aufgabegebiet mit den beiden USO-Vertretern, muss aber anerkennen, dass ihre Mitarbeit nützlich ist. Die Spur führt zu einem der Ärzte Decarees, der allerdings bereits zu Tode gekommen ist. Damit wurde ein wichtiger Mitwisser entsorgt, der Licht in die Sache hätte bringen können. Doch der Zufall spielt Atlan Informationen zu, dass sich die Drahtzieher nach wie vor auf Tahun befinden. Hinweise führen zu der mysteriösen Miraana. Es stellt sich heraus, dass sie etwas mit der Entführung zu tun hat, sie gibt aber keine Informationen darüber preis. Vielmehr gelingt es ihr, den Lordadmiral in eine tödliche Situation zu bringen, aus der dieser sich nur mit Mühe befreien kann. Am Ende hat man eine heiße Spur zur Freihandelswelt Peron und zu einem Ara namens Totthamir. Aber auch er ist nichts anderes als ein weiteres Glied in einer Kette, die von einem viel mächtigeren Gegner gesteuert wird.

Auf geht’s zum Finale der Sternensplitter-Trilogie aus der Feder von Michelle Stern, die einen soliden Agententhriller im SF-Gewand abliefert. Die Figuren wirken glaubwürdig, die bekannten Protagonisten werden noch um die ein oder andere Nuance erweitert. Sie konzentriert sich dabei auf ihre beiden Hauptakteure Decaree und Atlan, wobei Farou eindeutig mit ihrer neuen Situation mehr zurechtkommen muss als der Arkonide. Von ihr wird verlangt, Informationen über die innere Struktur von Quinto Center bekanntzugeben, was komplett gegen ihr Ehrgefühl verstößt. Auf der anderen Seite steht ihre Beziehung zu Atlan, an der sie seit ihrer Einlieferung auf Tahun stark zweifelt. Auch die physikalische Veränderung ihrer Augen sowie die unfreiwillige Entführung sind Faktoren, die von Stern sehr gut beleuchtet werden. Geradlinig treibt sie die Handlung in all ihren verschiedenen Ebenen voran, wobei sie erfolgreich versucht, alles aus dem Exposé herauszuholen. Allerdings kann auch ihr außerordentliches Gespür für die Schilderung eines komplexen und spannenden Verlaufs nichts an dem letztendlichen Ergebnis ändern, das leider etwas dürftig ausgefallen ist. Schade, denn gerade hier hätte ein passendes Ende richtig Spaß gemacht.

Das Ende der Handlung ändert nichts an Michelle Sterns sehr schönem Roman, der weitestgehend überzeugen kann. Als Leser freut man sich so schon auf die weiteren Beiträge der Autorin zum Perryversum.

Die Sternensplitter-Trilogie stellt für die ATLAN-Taschenbuchserie das Ende einer Ära dar. Michelle Sterns Geheimplan Quinto-Center ist der letzte Roman, der unter der Flagge von FanPro erschienen ist. Die Trilogie selbst bot mit Oliver Fröhlichs Taucher im Lavastrom einen furiosen Auftakt, in dem er eine gradlinige Agentenhandlung mit der Schilderung einer fremdartigen Zivilisation verwob, die einfach faszinierend war. Bernhard Kempen setzte die laufende Handlung ebenso gut fort und bot mit seinem Blick auf den Planeten Brox einen ähnlichen Fokus wie sein Vorgänger, wenn auch nicht ganz so intensiv. Den Abschluss bildete Michelle Stern, die ebenfalls die Gelegenheit erhielt, die Hintergründe zum Freihandelsplaneten Peron zu beleuchten.

Lesenswert ist die Sternensplitter-Trilogie auf jeden Fall. Neben der komplexen Handlung, einem leider etwas vorhersehbaren Ende mit einem nicht so tollen Plot, warten die drei Bücher mit Autoren auf, die man vorher nicht unbedingt mit PERRY RHODAN assoziieren konnte. Man merkt ihnen jedoch sofort an, wie sehr sie mit dem Perryversum vertraut sind, weil sie sich mit den bekannten und unbekannten Figuren auseinandersetzen können. Witzig für den geneigten Leser sind aber auch die zahlreichen Andeutungen auf diverse real existierende Personen, wie beispielsweise Gerry Hanaly, den Kommandanten des USO-Schiffes aus Michelle Sterns Beitrag.

Ideal ist die ATLAN-Reihe auch für Leser, die nicht unbedingt zu den Hardcore-Lesern gehören. Auch wenn man sich nicht so gut im Perryversum auskennt, hat man jede Menge Spaß mit drei qualitativ hochwertigen Romanen, die auf jeden Fall lesenswert sind.

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