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Stadt des Wahnsinns

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Serie: ~
Titel: Stadt des Wahnsinns
Originaltitel: The Etched City (2003)
Autor: Kirsten J. Bishop
Übersetzung: Birgt Reß-Bohusch
Titelbild: Peter Bergting
Buch/Verlagsdaten: Piper Verlag 9158 (23.05.2007); 414 Seiten; 8,95 €; ISBN: 978-3-492-29158-3

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Die Schlachten der Revolution im Kupferland sind geschlagen. Kämpfe endeten in Massakern, und der Krieger Gwynn, ein Söldner, und Raule, eine Ärztin, befinden sich auf der Flucht vor den Siegern. In einer verlassenen Stadt der Wüste des Kupferlandes scheint ihr letztes Stündlein zu schlagen, doch Gevatter Tod hat noch einmal ein Einsehen, und das Schicksal wird zum Erfüllungsgehilfen. Den beiden gelingt es noch einmal, ihren Häschern zu entkommen. Es verschlägt sie von der Wüste in die Flussstadt Ashamoil. Die exotische Stadt ist ebenso grausam wie verrufen. Ashamoil ist eine Stadt, in der jeder käuflich oder verkäuflich ist. Sie ist die Heimat mittelloser Bewohner, die der Willkür von Herrschenden und Ganoven ausgesetzt sind. Titel und Titelbild versprechen genau das, was den Leser erwartet. Eine morbide Stadt, in der das James-Bond-Thema "Leben und leben lassen" zu wenig ist. Dort trennen sich erst einmal die Wege der beiden Gefährten. Während sich Raule als Ärztin in einem Hospital niederlassen kann, mit dem Versuch, das Leiden der meist mittellosen Bevölkerung zu lindern, heuert Gwynn bei einem Sklavenhändler an und macht dort Karriere. Gwynns Eigenschaften und Kenntnisse als Söldner helfen ihm dabei. Kein Wunder also, wenn ein Auftragsmörder immer wieder auf eine Heilerin trifft, die beide ganz unterschiedliche Auffassungen vom Leben haben. Mit den Handlungsträgern Gwynn und Raule hat die australische Autorin zwei gänzlich unterschiedliche Charaktere geschaffen, die im Kleinen einen Stellvertreterkrieg zwischen Gut und Böse austragen. Zudem erschafft Kirsten Bishop einen versoffenen Priester, der einst als Wundertäter bekannt war und jetzt nur noch dem Alkohol zugeneigt ist. Und wie sagt man so schön: "Betrunkene und Kinder sagen die Wahrheit." Daher sind die Gespräche zwischen Rev und Gwynn von manch einer Leidenschaft, die ich als Leser selten gewöhnt bin. Andererseits gibt es die Künstlerin Beth, deren begnadetes Werk einer Sphinx den Krieger sehr beeindruckt. Doch das ist nicht alles. Neben den menschlichen Auseinandersetzungen gibt es auch noch andere, bis hin zum Tod eines Gottes mit Krokodilkörper und Menschenschädel. Unsere beiden Handlungsträger, die uns überall durch die Erzählung begleiten, kommen bei ihrer Arbeit kleineren und größeren Geheimnissen auf die Spur. Auslöser sind eine Reihe von Missgeburten. Gwynn und Raule verfolgen Hinweise und Spuren die sie sehr schnell mit den Mächtigen der Stadt aneinander geraten lassen. Ashamoil ist eine Stadt, die in eine lange Tradition anderer literarischer Städte gehört, sich aber dunkel und düsterer gibt als diese, die mir spontan einfallen. Lankhmar, Freistadt, Saramee.

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