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Sailor Moon (Staffel 1.1)

Bewertung: 5 / 5

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Genre: Fantasy / Comedy
Serie: Staffel 1.1
Titel: Sailor Moon
Originaltitel: Sailor Moon
Regie: Junichi Sato; Kunihiko Ikuhara
Format und Sprache: PAL, 4:3, Region 2, Deutsch (Dolby Digital 2.0), Japanisch (Dolby Digital 2.0)
Daten: KAZÉ (November  2013), circa 575 Minuten, UVP 64,95 EUR, FSK 12, EAN: 7630017501042

Eine Rezension von Judith Gor (Weitere Rezensionen von Judith Gor findet ihr hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Website www.literatopia.de)

Sailor Moon war eine der Erfolgsserien der 90er Jahre und begeisterte vor allem junge Mädchen. Sätze wie „Mondstein, flieg und sieg!“ und „Im Namen des Mondes werde ich euch bestrafen“ waren damals Kult und neben der TV-Serie gab es zahlreiche Merchandisingartikel. Manga und Anime wurden unter anderem durch Naoko Takeuchis Sailorkriegerinnen in Europa erst populär und auch in Japan war Sailor Moon ein Meilenstein im Magical-Girl-Genre. Die Neuveröffentlichung auf DVD dürfte viele alte Fans an ihre Jugend erinnern und hat das Potential, viele neue Fans hinzuzugewinnen:

Die vierzehnjährige Bunny Tsukino ist schlecht in der Schule, tollpatschig und nah am Wasser gebaut. Allerdings tut sie auch alles für ihre Freunde und trägt das Herz am rechten Fleck. Eines Tages trifft sie die sprechende Katze Luna, die ihr eine Brosche schenkt und offenbart, dass Bunny eine Sailorkriegerin ist und gegen das Böse kämpfen muss. Anfangs stellt sich Sailor Moon ziemlich blöd an und besteht gegen den Feind nur mit Hilfe des mysteriösen Tuxedo Mask. Der Mann im Smoking kommt ihr immer genau dann zu Hilfe, wenn es besonders brenzlig wird. Doch Sailor Moon wächst nach und nach in ihre Aufgabe hinein und mir Sailor Merkur und Sailor Mars stoßen bald zwei toughe Kampfgefährtinnen zu ihr …

Im Gegensatz zum Manga, wo die Geschichte sehr schnell voranschreitet, reihen sich im Anime zahlreiche kleine Geschichten und kleinere Gegner aneinander. Immer wieder versucht das sogenannte Königreich des Dunkeln den Menschen Energie abzusaugen. Dafür schickt es jeweils einen der großen Vier, von denen jeder seine eigene Technik hat, um an die Energie der Menschen zu gelangen. Mit Hilfe dieser Energie wollen sie ihren dunklen Herrscher wiedererwecken. Doch davon ahnt Sailor Moon zunächst nichts. Mehr oder weniger zufällig trifft sie immer genau die Menschen, die von den Bösen ausgenutzt werden.  Jede Folge betont dabei auf neue Art, wie wichtig Liebe, Freundschaft und Gerechtigkeit sind. Auch wenn Sailor Moon recht kitschig ist, so trifft die Serie genau die Themen, die junge Zuschauerinnen interessieren.

Auch wenn Bunny alias Sailor Moon sich oft ziemlich dämlich anstellt, ist sie ein Vorbild für junge Mädchen: Sie zeigt ihre Gefühle und folgt ihrem Herzen. Sie stürzt sich auch nicht todesmutig in jede Schlacht, sondern fürchtet sich und will oftmals am liebsten flüchten. Doch letztlich überwindet sie ihre Ängste und erringt mit ihren Freundinnen den Sieg über die dunklen Mächte. Wer mit Bunny nichts anfangen kann, bekommt mit Ami alias Sailor Merkur und Rei alias Sailor Mars zwei komplett unterschiedliche Identifikationsfiguren geboten: Ami ist ein zurückhaltendes Genie, fleißig und diszipliniert, aber auch scheu und einsam. Durch Bunny lernt sie, auch einmal zu entspannen und Spaß zu haben. Rei ist dagegen eine leidenschaftliche junge Frau, die oft laut wird, aber ebenso wie Bunny bedingungslos für ihre Freunde einsteht. Im Vergleich zum Manga, wo Rei eher eine erhabene und selbstbewusste Tempelschönheit ist, wirkt sie im Anime leider oft zickig.

Optisch war Sailor Moon in den 90ern ein absoluter Hingucker. Riesige Kulleraugen, coole Verwandlungsszenen und SD-Elemente machten den Charme der Serie aus. Im Vergleich zu vielen anderen Animes sind die Hintergründe in der ersten Sailor Moon-Staffel meist blass und skizzenhaft. Manchmal fallen sie zu knapp aus, teilweise erinnern sie auch an Aquarelle, was sehr schön wirkt. Die deutsche Version entspricht der RTL2-Version der 90er, wobei diese auch nach zwanzig Jahren auf einem Flatscreen erstaunlich gut aussieht. Man kann das Bildformat problemlos auf 16:9 umstellen. Zusätzlich ist die japanische Originalversion enthalten, die farblich minimal besser aussieht. Allerdings ist der Unterschied nicht so groß, wie im Vorfeld suggeriert wurde. Wer Sailor Moon aus seiner Jugend auf Deutsch kennt, wird sich mit der japanischen Version wohl etwas schwer tun – interessant ist sie aber allemal.

Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde viel über den Preis diskutiert. Dieser liegt je nach Anbieter bei circa 50 bis 60 Euro, was für 23 Folgen akzeptabel ist. Natürlich wird die Serie mit 10 DVD-Boxen insgesamt sehr teuer, aber Sailor Moon hat nun einmal sage und schreibe 200 (!) Episoden. Die Ausstattung der DVD-Box ist rundum gelungen, es gibt ein Booklet mit Infos zu den Charakteren (für neue Fans) und einer Episodenübersicht, der Schmuckkarton ist sehr stabil (wobei der Glitzeraufdruck wirklich Geschmackssache ist) und die einzelnen DVDs sitzen Fest in der Hülle. Die FSK hat entschieden, die Hälfte der DVDs ab 6, die andere Hälfte ab 12 Jahren freizugeben, was bei einer Sammelbox ziemlich sinnfrei ist. Die Freigabe für die Sammelbox liegt damit bei 12 Jahren, wobei viele, die damals „Sailor Moon“ im Fernsehen verfolgt haben, sicherlich jünger waren und nicht negativ durch den Anime beeinträchtigt wurden.

Fazit

Sailor Moon ist wieder da und kann sich auf DVD wirklich sehen lassen: Die alte RTL2-Version sieht auch auf einem modernen TV-Gerät gut aus, zusätzlich gibt es die japanische Originalversion, die minimal besser aussieht. Die Geschichte um die vierzehnjährige Bunny Tsukino, die sich in Sailor Moon verwandelt und gegen das Böse kämpft, dürfte auch heute noch viele junge Fans ansprechen – und alte Fans können in süßen Erinnerungen schwelgen. Themen wie Liebe, Freundschaft und Gerechtigkeit werden hier ganz groß geschrieben und Sailor Moon sollte schlichtweg in keiner Animesammlung fehlen. 8 von 10 Punkten.

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