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Rettungskreuzer Ikarus, Band 30: Held wider Willen

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Serie / Zyklus: Rettungskreuzer Ikarus

Lfd. Nummer: 30

Titel: Held wider Willen

Autor: Sylke Brandt

Titelbild (umlaufend): Klaus G. Schimanski

Erscheinungsdatum: Mai 2007

Verlag: VSSAtlantis Verlag; 107 Seiten; 6,90 €;
ISBN: 978-3-936742-88-8

zusätzliche Inhalte:

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Der Roman spielt zwar im Universum des Rettungskreuzers Ikarus, doch kommen der Kreuzer und die Mannschaft unter der Führung von Roderik Sentenz lediglich ganz zum Schluss vor. Es gibt zwei Handlungsstränge, die die Leser tiefer in die Welt der Schluttniks und der Galaktischen Kirche einführen.
Bei den Schluttniks gibt es eine geheimnisvolle Maschine, die seltsame Artefakte herstellt. Diese werden als Gimmicks an Großabnehmer von Schlutterware, seltsamen Plastikschalen, die sogar so groß sind, dass man kleine Raumschiffe darin unterbringen kann, verkauft. Unser Held bei den Schluttniks ist der Systemtechniker Kentnok. Er ist nicht gerade der Liebling seines Chefs, des Oberaufsehers Tandruk. Dieser schikaniert Kentnok, wo er kann, und während einer kleinen Pause erwischt er den Techniker, wie der versonnen auf ein Sammelbild der Ikarus starrt. Leider macht ihm Tandruk das Bildchen kaputt. Dabei wollte Kentnok doch immer nur ein Held sein, wie die von ihm vergötterte Ikarus-Crew. Bei einem Einsatz in den geheiligten Hallen der Schluttnik-Maschine belauscht er die Techniker und stellt fest, dass die auch keine Ahnung haben, was dort hergestellt wird. Im Laufe der Handlung kann sich Kentnok ein Artefakt aneignen und zufällig in Gang setzen. Das Ergebnis gefällt ihm jedoch weniger, denn er hat aus seinem eigenen Unterbewusstsein einen Helden erschaffen, der auf der Welt der Schluttniks die Schluttniks vor Katastrophen rettet. Allerdings werden die Katastrophen ebenfalls von dem Artefakt erzeugt. Und der Held, der die Welt rettet, erinnert irgendwie an Superman.
Die zweite Handlung befasst sich mit der Galaktischen Kirche. Bruder Alfar ist derjenige, der zufällig in die Ränkespiele des Erzpriors Decorian und seines neuen Stellvertreters Prior Asiano gerät. Asiano hat Decorian scheinbar in der Hand und führt sich so auf, als sei er der Herr der Kirche und Decorian nur sein Handlanger. Aber Asiano treibt es zu weit. Decorian nutzt alle bekannten Winkelzüge, um Asiano loszuwerden.
Sylke Brandt, die auch schon für die Serie Professor Zamorra schrieb, legt einen Roman vor, der sich innerhalb der Erzählung unterscheidet. Die Handlung um den Dicken, aber im direkten Vergleich mit anderen Schluttniks unterernährten Kentnok ist flappsig, lustig beschrieben. Kentnok ist eine Person, die immer in ihren Tagträumen hängt. Er sieht sich gern als Held, ohne je dafür geeignet zu sein.
Die Handlung um die galaktische Kirche ist jedoch ganz anderer Art. Hier geschehen Morde im Namen der Kirche. Es geht um Macht und Machterhalt und um die Führung der Kirche. Klar wird, dass die Kirche in sich zerstritten ist, und es wird klar, warum sie im Kampf um Outpost keine Schiffe zur Verstärkung aussandten.
Alles zusammen ergibt es einen abwechslungsreichen Roman, der sehr viel Spaß gemacht hat. An dieser Stelle könnte ich natürlich noch einige Abenteuer um die Schluttniks und Kentnok fordern. Ich bin mir sicher, Sylke wird weitere Romane schreiben - und ebenso unterhaltsame wie den vorliegenden.

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