Text Size

Necroville

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Serie/Zyklus: ~
Titel: Necroville
Originaltitel: Necroville aka Terminal Café (1994)
Autor: Ian McDonald
Übersetzer: Horst Pukallus
Innenillustration: Jobst Tetschik
Verlag/Buchdaten: Heyne Verlag; München 1996; 496 S.; ISBN: 3-453-10914-7

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Im 21. Jahrhundert gelang es den Menschen, mittels Nanotechnologie den Tod zu überlisten und de facto Unsterblichkeit zu erreichen. Allerdings scheint dies für die Menschen ein Pyrrhussieg zu sein, denn zum einen führt die Wiederbelebung der Toten zu vielschichtigen Problemen wie Überbevölkerung und Arbeitslosigkeit. Zum anderen kommt hinzu, dass die ärmeren Menschen sich die Wiederbelebung mit einem Sklavenstatus erkaufen müssen und dann in Slums ohne Chance auf Besserung hausen müssen. Für sie ist dies sicherlich die Hölle auf Erde, und so ist es keineswegs überraschend, dass die Toten in den Ghettos aufbegehren. Immerhin stellen sie bereits ein Drittel der Weltbevölkerung. Nun ist die Zeit gekommen, um die Freiheit zu kämpfen.

Zunächst einmal ein paar Worte zum Inhalt. Die Geschichte ist ja nicht schlecht ersonnen, aber Ian McDonald vergisst neben all den selbstverliebten Worten völlig, den Leser zu lenken und in seine ersonnene Welt einzuführen. Er schmeißt dem Leser einen Haufen Fremdausdrücke und Neologismen an den Kopf nach dem Motto "Friss oder stirb" und lässt in der ersten Hälfte jegliche Romanstruktur vermissen. Der Leser, der bis dahin durchgehalten hat, bekommt dann eine Geschichte präsentiert, die bar jeglicher Raffinesse dem zu erwartenden Höhepunkt zustrebt und dann endet.

Und natürlich wird das Buch auch keinen Deut besser, wenn Horst Pukallus noch ein Buch übersetzt. Seine Übersetzungen lesen sich irgendwie alle gleich, und dies lässt nur den Schluss zu, dass der - mir unverständlicherweise - so vielfach gelobte Übersetzer sehr gerne seinen eigenen Stil schreibt. Natürlich ist dies alles Geschmacksache und ich weiß, dass das Duo aus Autor und Übersetzer mir überhaupt nicht liegen.

Allerdings sieht es bei der Aufmachung anders aus: Hier kann man weniger von Geschmack sprechen. Die sehr billig wirkende Hardcoverausgabe wird von einem wirklich hässlichen Cover geziert und innen finden sich - vollkommen unpassend und jeglichen Zusammenhang zur Handlung missen lassend - Illustrationen von Jobst Teltschik. Dem Fass den Boden schlägt aber der vollkommen missratene Satz aus: Schaber Satz- und Datentechnik, Wels machten einen ganz schlechten Job. Wie kam man nur auf die Idee, die erste Seite eines Kapitels in einer anderen Schriftart zu machen?

Selten habe ich ein Buch gelesen, in dem alles so gut zusammengepasst hat: ein vollkommen überbewerteter Roman, eine miese Übersetzung, eine billig wirkende Hardcoverausgabe mit einem grässlichen Titelbild, ein schwacher Druck und ein Satz, bei dem die erste Seite der Kapitel immer in einer anderen Schriftart gedruckt ist. Ein Buch also wie Doseneintopf. Macht satt, aber man fragt sich, warum man sich so etwas antut. Zum Glück nur, dass Heyne diesen Hardcoverausgaben abgeschworen hat und heute lieber hochwertige Taschenbuchausgaben herstellt.

Rezensionsübersicht

I WANT YOU

 

Fictionfantasy.de sucht Phantastik-Begeisterte, die bereit sind an dieser Seite mitzuarbeiten.

Die Hilfe kann ganz unterschiedlich sein und muss auch nicht unbedingt das Verfassen von Texten sein - auch am Layout muss gearbeitet werden oder an der Datenbank.

Wenn dies etwas für dich ist, scheibe einfach eine EMail an rupert.schwarz @ gmx.de.

Schriftsonar

Schriftsonar #55 erschienen.

Datastream:
Kai Meyer: Die Krone der Sterne
Ian McDonald: Luna
Ian M. Banks: Surface Detail
Daniel Suarez: Daemon
Daniel Suarez: Dark Net
Daniel Suarez: Kill Decision

 

Phantast

 

PHANTAST ist das kostenlose, gemeinsame Online Magazin von fictionfantasy.de und www.literatopia.de das ca. dreimal pro Jahr erscheint. Wie der Name schon sagt, dreht es sich um die Phantastik in all ihren Ausprägungen. Ob Fantasy, Science Fiction, Horror oder wilde Genremixe - im PHANTAST soll alles vertreten sein!
Für jede Ausgabe gibt es einen Themenschwerpunkt, nach dem sich die Artikel und Rezensionen richten.

Übersicht aller Ausgaben

Top 1000 der SF

Über 300 Leute haben aus über 2000 Büchern die Besten SF Werke abgestimmt. Hier gibt es die Ergebnisse.

Viel Spaß beim Stöbern.

Top 1000 der SF

Wer sind wir?

fictionfantasy ist ein verlagsunabhängiges Rezensionsportal für phantastische Werke und mehr. Derzeit sind über 15.000 Artikel abrufbar!
Du hast fehlende Angaben bei Autoren oder Buchtiteln gefunden? Hast du einen Blog und willst im fictionfantasy-Netzwerk mitmachen? 
Schreibe uns! Kontakt siehe Impressum!