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Der Spiegelplanet (Mark Brandis, Band 17)

Bewertung: 0 / 5

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Serie / Zyklus: Mark Brandis, Band 17
Titel / Originaltitel: Der Spiegelplanet (1978)
Autor: Mark Brandis
Verlag / Buchdaten: Wurdack Verlag (2011), 192 Seiten, ISBN 978-3-938065-65-5

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Auf dem Rückflug zur Erde müssen Mark Brandis und die Crew der neuartigen Kronos eine erstaunliche Entdeckung machen. Von der Sonne aus gesehen direkt gegenüber der Erde gibt es eine Spiegelwelt, die vom Aussehen und Klima der Erde gleicht. Es gibt sogar Menschen, die allesamt in einer gewaltigen Stadt leben. Vor einigen Jahren hat eine Notsituation dazu geführt, dass die Menschheit in einem planetenumfassenden Versorgungsprojekt ernährt und ausgerüstet werden musste. Dieses System wurde perfektioniert und die Menschen müssen nun nicht mehr arbeiten, sondern können sich ganz dem Müßiggang hingeben. Mehr noch, den Menschen wurde unter Todesstrafe verboten zu arbeiten und die Bedingungen ähneln mehr und mehr einer Inhaftierung in einem Konzentrationslager. BIG MOTHER, so der Name der Institution, wacht über ihre Schäfchen und es sind nun die Ingenieure, die absolute Macht innehaben. Mark Brandis und seine Kameraden wollten nur zu einer Erkundungsmission aufbrechen, doch bald werden sie vom System verschlungen. Aber der Kommandant gibt nicht auf und leistet Widerstand.

Das Konzept der Spiegelwelt war schon jeher eine Spielerei ohne jegliche Grundlage. Alles, was so eine Geschichte sein kann, ist ein Gedankenspiel. Nikolai von Michalewsky war bekanntlich kein wirklicher SF-Autor; er war sozusagen der Karl May unter den Genre-Autoren. In keinem der bisherigen Bücher der Reihe wurde das so offenbar wie bei diesem hier. So schreibt er z. B. von vollkommen anderen Sternenbildern. Oder ignoriert die Tatsache, dass die Kolonie auf der Venus diesen Planeten hätte sichten müssen. Überhaupt ignoriert er die unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mit denen die Planeten sich auf ihren Bahnen bewegen. Mehr dazu ist in Petra Hartmanns lesenswertem Essay über Spielgelwelten zu lesen, das sich im Anhang des Buchs findet (ein Lob hierfür an den Verlag). Sicherlich hätte Nikolai von Michalewsky darauf kommen können, aber da er sich nie wirklich ernsthaft mit Astronomie beschäftigt hatte, kam er nicht auf den Gedanken, dass er etwas übersehen haben könnte. Nun, normalerweise spielte das bei einer Mark-Brandis-Geschichte keine Rolle, denn die Abenteuergeschichten glichen das mehr als aus. Hier jedoch erzählt der Autor eine dystopische Geschichte und es werden Schwächen offenbar. Die gesamte Welt an sich ist zu konstruiert. Und die Erwähnung von BIG MOTHER lässt den Leser die Augen verdrehen. Nein, dies ist sicherlich kein Highlight der Reihe und es bleibt zu hoffen, dass dies nur ein kurzer Durchhänger in einer ansonsten sehr ansprechenden Reihe ist.
Leider nur 5 von 10 Punkten.

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