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March Story (Band 1)

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march story

Reihe: Band 1
Titel: March Story
Autor: Kim Hyung Min und Yang Kyung-Il
Übersetzer: Nadja Stutterheim
Genre: Horror / Dark Fantasy / Mystery
Buch-/Verlagsdaten: Carlsen (Februar 2013), Taschenbuch, 192 Seiten, 6,95 EUR, ISBN: 978-3-551-72063-4

Eine Rezension von Judith Gor (Weitere Rezensionen von Judith Gor findet ihr hier auf fictionfantasy oder auf ihrer Website www.literatopia.de)

March warnt die Menschen stets davor, nichts zu berühren, was ihnen fremd ist. Denn in so manch hübschem Objekt versteckt sich ein sogenannter Il, ein kleiner Dämon, der von den Menschen Besitz ergreift und sie zu grausamen Taten drängt. Auch das Zirkusmädchen Pilcollé wird gewarnt, doch sie kann dem Glanz eines wunderschönen Ohrrings nicht wiederstehen. Der Il treibt sie dazu, ihre Wünsche und Sehnsüchte rücksichtslos umzusetzen und schließlich bringt Pilcollé ihren Vater beinahe um – March kann sie retten, bevor Blut an ihren Händen klebt, und somit den Il von der echten Pilcollé trennen …

Im ersten Band von March Story hilft die geheimnisvolle March nicht nur dem Clownmädchen Pilcollé, sondern auch einer Maskenbauerin und sogar einem Il, der keine Menschen befällt, sondern nur zu seiner Geliebten zurückwill. In vier Kapiteln wird zunächst geschildert, was die Il eigentlich sind, wie March mit magischen Waffen gegen sie kämpft und sie sogar von ihrem menschlichen Wirt trennen kann – solange die Verbindung nicht zu tief ist. Am Ende erhält man einen Einblick in Marchs Vergangenheit und wie die junge Frau, die meist für einen Jungen gehalten wird und sich scheinbar auch gerne dafür ausgibt, zu einem Il-Jäger wurde. Dabei wird die richtige Mischung aus Tiefgang und Action getroffen, wobei March Story eindeutig dem Horror zuzurechnen ist und mit makabren Gräueltaten aufwartet.

March ist ein unglaublich spannender Charakter, ruhig, aber herzlich, und voll düsterer Geheimnisse. In ihrem Körper lebt ein Il, den sie allerdings beherrscht. Ihre wahre Natur erkennt man an ihren Hörnern, die sie im Alltag versteckt. Da sich der erste Band auf die tragischen Geschichten der von den Il besessenen Personen konzentriert, erfährt man über March relativ wenig. Ihr Charakter zeigt sich in ihren Reaktionen auf die persönlichen Schicksale und die Il, für die sie einen tiefsitzenden Hass zu empfinden scheint. Trotzdem schimmert auch immer wieder die humorvolle Seite von March durch und sie wirkt trotz ihrer Verschlossenheit unglaublich empathisch. Sie scheint andere Menschen schnell zu durchschauen und setzt sich bedingungslos für sie ein, doch sich selbst und ihre Vergangenheit verbirgt sie geschickt. In der zweiten Hälfte lernt man Nebencharaktere kennen, die wohl im weiteren Verlauf der Reihe eine tragende Rolle spielen: Ein Mann, der mit Il-Objekten handelt und eine massige Frau, die selbst eine Il-Jägerin ist und sich um March kümmert.

Dämonen, die in Gegenständen wohnen und von Menschen Besitz ergreifen – das ist nicht unbedingt neu, aber in March Story wahnsinnig charmant und herrlich atmosphärisch umgesetzt. Woher genau die Il kommen, wird nicht erklärt, aber menschliche Träume und Sehnsüchte scheinen eine gewisse Rolle zu spielen. Die Il flüstern ihren Wirten vermeintliche Wahrheiten zu, verklären die Welt zu einem finsteren Ort und treiben die besessenen Menschen in den Wahnsinn. Dazu ernähren sich viele von ihnen von menschlichem Blut und lassen für ihre perversen Neigungen schreckliche Apparaturen bauen. Aufgrund der Grausamkeiten und der detailreichen Gewaltdarstellung ist die Altersempfehlung ab 16 angemessen.

Der Zeichenstil ist manhwa-typisch kontrastreich und detailverliebt, wobei March Story mit besonders verspielten und morbiden Zeichnungen punktet. Dabei bleiben die Augen vor allem an den großen Porträts und ganz- beziehungsweise doppelseitigen Bildern hängen, doch selbst kleine Panels sind wunderbar gezeichnet. Allerdings erscheint ab und an die Mimik etwas seltsam. In Anbetracht überwiegend emotional treffender Gesichtsausdrücke fallen die schiefen Panels jedoch kaum auf. Die Atmosphäre ist düster und zuweilen surreal, das Setting eines fiktiven historischen Europas gekonnt umgesetzt. Insbesondere das Kapitel mit der Maskenbauerin, das stark an den venezianischen Karneval erinnert, wurde grandios inszeniert. Im Vergleich zu den meisten anderen Manhwa wurde March Story in japanischer Leserichtung gedruckt, was den eingefleischten Mangafans entgegen kommen sollte.


Fazit

March Story ist mit seinen morbiden, verspielten Zeichnungen ein optischer Leckerbissen, kann jedoch auch in punkto Story überzeugen. Die Geschichte um die dämonischen Il, die sich in Gegenständen verstecken und Menschen zu grausigen Taten treiben, jagt dem Leser eisige Schauer über den Rücken. Ein vielsprechender Reihenauftakt mit düsterem Charme, in den man sich hoffnungslos verlieben kann! 5 von 5 Punkten.

Rezension zu March Story (Band 2)

Rezension zu March Story (Band 3)

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