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Expedition der Todgeweihten (Perry Rhodan Planetenroman, Band 23)

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Reihe: Perry Rhodan Planetenroman, Band 23
Titel: Expedition der Todgeweihten
Autor: Peter Terrid
Verlag: Pabel-Moewig Verlag, März 2013, eISBN: 978-3-8453-3282-6

Eine Besprechung / Rezension von Andreas Schweitzer
(weitere Rezensionen von Andreas Schweitzer findet man hier auf fictionfantasy oder auf seinem Blog Der Häxler)

So unglaublich es einem außenstehenden auch vorkommen mag, die PERRY RHODAN-Serie deckt mittlerweile eine Future History von über 3000 Jahren ab. Beginnend mit der Mondlandung im Jahr 1971 führte sie den Erben des Universums in weit entfernte Galaxien, wo er oft atemberaubende Abenteuer von epischen Ausmaßen erlebt hat. Dabei setzten sowohl die Exposéautoren, als auch jene, die die Vorgaben ausarbeiteten, auf eine straff konzipierte Handlung, die mehr oder weniger geradlinig zu einem Ende führte. Es verwundert dabei nicht, dass manchmal einige Fragen oder ganze Handlungsstränge offen geblieben sind. Manchmal wurden diese im Verlauf der Serie geklärt oder boten den Stoff für einen Abschluss innerhalb der PERRY RHODAN Planetenromane, deren Taschenbuchinkarnation es immerhin auf 415 in sich abgeschlossene Romane brachte.

Peter Terrid hat in seinen PR-Taschenbüchern bewusst solche Themen aufgegriffen, die viele Leser immer gerne beantwortet haben wollten. So griff er beispielsweise in Schmied der Unsterblichkeit nicht nur die Entstehung der Meister der Insel auf, sondern beschäftigte sich dort auch mit der Entstehung der Zellaktivatoren; auch wenn seine Ideen im Nachhinein nicht mehr richtig in den „Kanon“ der späteren Expokraten passte.

Eine weitere brennende Frage im Perryversum war auch, was aus jenen Terranern geworden ist, die nicht das Glück hatten einen Zellaktivator zu bekommen? In der Frühzeit des Solaren Imperiums, bevor die Superintelligenz ES auf der Flucht vor dem Schwarm 25 Zellaktivatoren in der Galaxis verteilte, bekamen viele Mitarbeiter von PERRY RHODAN eine sogenannte Zelldusche. Mit jeder Dusche wurde ihnen 62 Jahre mehr Lebenszeit in relativer Unsterblichkeit verliehen, was aber nach der Zerstörung der Kunstwelt Wanderer illusorisch wurde.

Im Jahr 2400, kurz bevor die Meister der Insel die intergalaktische Bühne betreten, werden die Terraner Kamee Nyssen, Shaktar Deringhouse und Yigael Cummings-Freyt von der Anwaltskanzlei Armstrong, Armstrong & Armstrong kontaktiert. Sie sollen sich dort so schnell wie möglich einfinden, da ihnen Informationen mitgeteilt werden sollen, die bisher zurückgehalten wurden. Die Überraschung der drei ist groß, da auch der Großadministrator selbst sich eingefunden hat. Seine alten Weggefährten Nyssen, Deringhouse und Freyt haben dort Daten hinterlegt, die das Schicksal von rund 60 Menschen klärt, die nicht das Glück hatten einen Zellaktivator zu bekommen. In einer geheimen Mission und während Perry Rhodan nicht auf der Erde weilte, setzten sie sich mit einem Raumschiff in einen unbekannten Teil der Galaxis ab. Sie verfügten auch, dass die Koordinaten ihres Ziels erst dann veröffentlicht werden sollen, wenn keiner der Gefährten mehr am Leben ist.

Als Perry Rhodan dies erfährt schickt er eine kleine Expedition unter dem Kommando von Reginald Bull aus, um dort nach dem Rechten zu sehen. Ihm zur Seite werden die drei direkten Nachkommen seiner alten Gefährten gestellt. Mit einer Space-Jet macht man sich auf den Weg ohne zu ahnen, was auf das Team zukommen wird. Das Ziel der ehemaligen Unsterblichen kann man schnell zurückverfolgen. Die Spuren führen zu einer unbekannten Welt, auf der man eindeutige Spuren der Landung der Todgeweihten findet. Doch als man diese näher verfolgen will, werden Bull und sein Team von aufgebrachten Eingeborenen angegriffen, die eindeutig einen humanoiden Ursprung haben. Schnell werden die Terraner gefangen gesetzt und vor den Herrscher dieser Region des Planeten gebracht. Dieser ist auf die Eindringlinge nicht gut zu sprechen, weil die Nachkommen der Todgeweihten sich anscheinend nicht sehr gut mit den Ureinwohnern verstanden haben. Das mag auch daran liegen, dass die Bewohner anscheinend unter dem Einfluss einer Pflanze stehen, die sie kontrolliert. Jeder von ihnen trägt eine merkwürdige Blume, die auch Reginald Bull und seinen Gefährten angeheftet werden soll…

Gekonnt schließt Peter Terrid eine Lücke im Verlauf der PR-Serie, denn oft hat sich der ein oder andere Leser schon gefragt, was aus denjenigen, die keinen Zellaktivatoren bekommen haben, geworden ist. Zumindest bei einem Teil von Ihnen bringt der dabei Lichts ins Dunkel. Aber der Autor wagt noch mehr. Er versucht die SF-Elemente von PERRY RHODAN mit denen der Fantasy zu verbinden, was ihm zwar stellenweise gelingt, aber oft doch etwas oberflächlich wirkt. Auch erinnert der Plot in einigen Teilen stark an William Voltz Die Invasion der Puppen, wobei bei Terrid keine invasorischen Gesichtspunkte interessieren. Vielmehr prangert er den Drang der Terraner des gnadenlosen Terraformings an, was die Natur dazu bewegt zurückzuschlagen. Jahrtausendelang haben die Ureinwohner mit den Blumen zusammengelebt. Doch als die Terraner auftauchen roden diese Wälder und brennen alles nieder, um Felder zu schaffen. Dabei gehen sie mit solcher Gewalt vor, wie man es eigentlich nicht erwartet hat. Dies ist auch der Punkt, bei dem man als Leser die Pflanzen wegen des Zurückschlagens versteht.

Peter Terrid gelingt es also schon eine gewissen Botschaft in seinen Roman zu bringen, wobei allerdings das Abenteuer ganz klar im Vordergrund steht. Die Expedition der Todgeweihten ist ein sehr gelungener Planetenroman, der nicht nur eine große Frage in der Handlung der PR-Serie im Vordergrund hat, sondern auch heute immer noch nichts von seinem Flair verloren hat. Zwar wurde der Roman von Rainer Nagel etwas überarbeitet und angepasst, aber hat aber immer noch seine Reize und bringt viel Lesevergnügen.

Abgerundet wird das Taschenheft mit einem ausführlichen Nachwort von Rainer Nagel, der einige Hintergründe zu diesem Roman beleuchtet und auch auf seine Nachbearbeitung eingeht.

 

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