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Das Orakel von Oonagh

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Serie: ~
Titel: Das Orakel von Oonagh
Originaltitel: La Prophétie des pierres (2002)
Autor: Flavia Bujor
Übersetzung: Roseli und Saskia Bontjes van Beek
Titelbild: Dieter Wiesmüller
Buch/Verlagsdaten: cbt Verlag 30360 (3/2007); 352 Seiten; 7,95 €; ISBN: 978-3-570-30360-3

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Der vierzehnte Geburtstag ist für drei junge Mädchen etwas ganz Besonderes: Es ist der Tag, an dem sich ihr ganzes Leben verändern wird. Jade ist die Tochter des Herzogs von Divolyun. Der Herzog muss sich entscheiden, dem Mädchen das zu übergeben, was die Prophezeiung ihr voraussagt. Aber der Herzog fühlt sich in dieser Rolle gar nicht wohl, als er ihr den magischen Stein übergeben muss. Nicht anders ergeht es Ambre, die auf einem Bauernhof lebt und sich plötzlich eben dieser Prophezeiung gegenüber sieht. Die Dritte im Bund ist Opal. Opal ist im Vergleich zur verträumten Ambre eher kühl und etwas hochnäsig. Als Bürgerstochter sieht sie sich besser gestellt als Ambre. Mit ihrer Urgroßtante Euphelia lebt Opal zusammen in einer kleinen Ansiedlung.
Zu dritt gehen sie den Weg in das Zauberland Mär, in dem der Rat der Zwölf hart aber ungerecht herrscht. Angeführt werden sie von einem Dreizehnten Mitglied, das noch nie jemand gesehen hat und das kein Mensch ist. Das Leben der Mädchen gerät ganz aus den Fugen, als sie aus dem beschützten Lebensraum ihrer Familien herausgerissen werden. Daran schuld ist eine uralte Prophezeiung, die besagt, dass die Mädchen ihrer eigentlichen Bestimmung entgegensehen sollen. Sie stehen sich anfänglich misstrauisch gegenüber, bilden aber bald eine eingeschworene Gemeinschaft, die ihre unterschiedlichen Eigenschaften nützlich zusammenfügen kann. Ihr Ziel ist es, das unglaublich weise Wesen Oonagh aufzusuchen, das in einer Kristallgrotte lebt. Dort, im Lande Mär, haben nur Wesen Zutritt, die an die Kraft der Phantasie glauben und ohne Wenn und Aber an das unmöglich Erscheinende glauben. Die Macht der Phantasie ist aber genau das, was der Rat der Zwölf am meisten fürchtet. Sie ist es, die deren Macht unwiederbringlich zerstören kann.

Erscheint in der Erzählung von Flavia Bujor zuerst alles wie ein Märchen, so entpuppt sich die ganze Erzählung nach und nach als ein Traum des Mädchens Joa, das sterbenskrank in einem Krankenhaus liegt. Die als Autorin hochgejubelte Flavia erzählt ihre Geschichte munter drauflos. Vieles, was sie erwähnt, kennt man unter anderem Namen aus Märchen und anderen Geschichten. Ihre geradlinig erzählte Geschichte, die in keiner Weise etwas Neues bietet, ist dafür erfrischend lebhaft. In dieser Erzählung mischen sich die Standards der Fantasy mit der Unbekümmertheit eines jungen Mädchens. Sicherlich findet sich an einigen Stellen die Hilfestellung der Mutter. Und der große Schluss besagt doch nichts anderes, als dass man als junger Mensch seinen eigenen Weg finden muss, nie aufgeben und die Hoffnung bewahren soll.

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