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Abgeschnitten

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 abgeschnitten

Titel: Abgeschnitten
Autor: Sebastian Fitzek & Michael Tsokos
Buch-/Verlagsdaten: Droemer; September 2012; 400 Seiten; Hardcover mit SU; ISBN: 978-3426199268; EUR 19,99

Eine Besprechung / Rezension von Carmen Weinand

 

Paul Herzfeld, Rechtsmediziner und Vater, ist durch seinen Beruf schon einiges gewöhnt. Trotzdem trifft ihn fast der Schlag, als er in einer brutal verstümmelten Leiche ausgerechnet die Telefonnummer seiner Tochter findet. Diese Nummer ist der Beginn einer temporeichen Jagd, denn seine Tochter wurde entführt. Das Ziel: Seine Tochter retten und den Entführer aufspüren.
Das Problem: Die Insel Helgoland birgt weitere Hinweise, ist jedoch kilometerweit entfernt und außerdem durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten. Allein die Comiczeichnerin Linda, die zufällig auf den nächsten Hinweis stößt, kann Herzfeld jetzt noch helfen. Obwohl sie ihre eigenen Dämonen der Vergangenheit zu bekämpfen hat, lässt sie sich in den Fall hineinziehen und hilft Herzfeld telefonisch bei der Rettung seiner Tochter.
"Abgeschnitten" ist ein weiterer fesselnder Thriller von Sebastian Fitzek, der dieses Mal in Kooperation mit einem echten Rechtsmediziner entstanden ist. Michael Tsokos ist unter anderem ebenfalls Buchautor. Einige Leser kennen ihn vielleicht bereits als Verfasser der Titel "Dem Tod auf der Spur" und "Der Totenleser", die ich selber schon verschlungen habe.
Dieses Wissen kommt dem Roman in besonderem Maße zugute. Tsokos lässt sein professionelles Wissen als Gerichtsmediziner in die Story mit einfließen, so dass der Leser einen universitätsreifen Einblick in die Materie bekommt. So ist es auch kein Wunder, dass der Fokus auf dem Charakter Paul Herzfeld liegt. Sein Können allein macht die Aufklärung der Angelegenheit überhaupt erst möglich.
Ein weiterer Charakter ist der Praktikant Ingolf, ein Jungunternehmer, der es durch den Verkauf erfolgreicher Ideen zu einem imposanten Vermögen gebracht hat. Als Herzfeld's tollpatschiger Praktikant bringt er ein bisschen Auflockerung in die Handlung und sorgt ab und zu für den einen oder anderen Schmunzler. Sehr sympathisch.
Linda ist eine Spezies für sich. Gefangen in ihren Ängsten wegen ihres stalkenden Ex-Freundes ist sie trotzdem eine starke, freche Persönlichkeit, ohne die der Roman nur halb so fetzig wäre.
Weitere Charaktere sind vorhanden, aber haben nicht annähernd die Tiefe wie die Hauptprotagonisten. Das ist auch gut so. Sehr viel mehr Informationen kann und will der Leser dann auch nicht verarbeiten, denn die Handlung nimmt einen komplett in Anspruch.
Wie ich es nicht anders von Fitzek kenne, hat der Roman mich von der ersten Seite an gefesselt und nicht wieder losgelassen. Absolut jede Passage hatte Spannung und Tempo. Gänzlich ohne überflüssige Längen brilliert "Abgeschnitten" mit einer mitreißenden Handlung, interessanten Charakteren, einem lockeren und unterhaltsamen Schreibstil und nervenzerfetzender Spannung.
Wie auch bei seinen anderen Werken zuvor, hat Fitzek mich mehr als einmal ausgetrickst und mich auf eine falsche Fährte gelockt. Obwohl ich mit überraschenden Wendungen gerechnet habe, ist es ihm wieder gelungen, mich gekonnt an der Nase herum zu führen. Ich habe mich mehr als nur gut unterhalten gefühlt. Ganz großes Kino!
Immer, wenn man glaubt, der Roman ist zuende, gibt Fitzek dem Leser noch die Möglichkeit, interaktiv mitzuwirken.
Deswegen empfehle ich jedem Leser, die Telefonnummer auf dem Cover zu wählen. Ein kleines Extra ist bei Fitzek immer drin.

Fazit:
"Abgeschnitten" ist sowohl äußerlich als auch inhaltlich ein Prachtstück für jedes Thriller-Regal. Und wer sich das Nägelkauen schon abgewöhnt hatte, läuft hier Gefahr, wieder damit anzufangen. Dafür gibt es von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

 

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