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Serie: Zwielicht; Band 1 Eine Besprechung / Rezension von Frank Drehmel |
Zwielicht? Twilight? Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Allerdings trieft Corbeyrans Vampir-Story – nicht das Artwork – von gefühlsechtem Schmonzetten-Geist: ein hochgewachsener, gut aussehender, tougher Kerl mit knitterfreiem Gehrock, der rein physiognomisch eher fieses Jack Nicholson-Charisma ausstrahlt, denn wie der windelweiche Eddie Twilight aus Emohausen dahertänzelt, ein pöser Halp-Pruder, eine junge Frau, die dem Vampir in Liebe verfallen ist, seit sie ihn in früher Kindheit beim Schnuppern an einem Gänseblümchen beobachtete, sowie Verrat unter dem güldenen Lichte viktorianisch anmutender Gaslaternen lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass Zwielicht eher für testikellose Zeitgenossen konzipiert ist.
Zwar bemüht der Zeichner im redaktionellen Teil den Begriff „Steampunk“ für das Setting, aber bei genauerem Hinsehen beschränkt sich das Punkige auf eine Handvoll zeppelinartiger Fluggeräte, während der Steam tatsächlich nur heißer Dampf aus alten Rohren ist. Immerhin gibt sich Celanovic redlich Mühe, den Romantik-Brei mit einem eher kantigen Artwork, lebendigen Perspektivwechseln und dem vorsichtigen Spielen mit Schatten und Verschattungen für XY-Chromosomale genießbar zu machen, aber letztlich ist die Geschichte selbst zu wenig originell und mitreißend, um überhaupt irgendjemanden vom Hocker zu hauen.
Fazit: Das Comic hält, was das Cover verspricht: Dünnbrettbohrer-Romantik für vampiraffine Trantüten. Dass ausgerechnet Éric Corbeyran für diesen spannungsarmen Schmalz verantwortlich zeichnet, ist in Anbetracht vieler seiner sonstigen Arbeiten eine (böse) Überraschung.
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