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Zweimal Pluto und zurück

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Titel: Zweimal Pluto und zurück
Originaltitel: The Rolling Stones (1952)
Autor: Robert A. Heinlein
Übersetzer: Edda Petri
Verlag/Buchdaten: Bastei-Luebbe 24311, 301 Seiten, ISBN: 3-404-24311-0

Eine Besprechung / Rezension von Andreas Schweitzer
Weitere Rezensionen von Andreas Schweitzer findet man hier auf fictionfantasy oder auf Der Häxler

Die Zwillinge Castor und Pollux Stone zieht es weg von Luna City. Sie wollen mit einem Raumschiff das Sonnensystem erkunden und mit den Kolonisten auf dem Mars Handel treiben. Doch die Eltern der beiden haben da auch ein Wörtchen mitzureden. Nach langen Diskussionen entscheidet sich die Familie komplett mit allen Kindern und der Großmutter ein großes Raumschiff zu kaufen, um sich auf dem Mars umzusehen. Alles beginnt wie ein etwas ausgefallener Familienausflug, doch die Realität holt die Stones ein, als die Passagiere und die Crew eines Luxusliners von einer rätselhaften Krankheit befallen wird. Mrs. Stone ist die einzige Ärztin in Reichweite und wird an Bord des Liners gebracht. Nachdem der Mars erreicht ist, wartet die Familie auf ein Startfenster zur Erde. Doch die Unternehmungslust der Familie führt sie nicht nach Hause, sondern in den Asteroidengürtel und darüber hinaus…

Robert Anson Heinlein lieferte in seinem Oeuvre nicht nur klassische SF-Romane wie die umstrittenen Starship Troopers oder Fremder in einer fremden Welt ab, sondern auch eine Reihe von Jugendromanen zu den auch The Rolling Stones gehört. Der hier besprochene Roman wurde im Jahr 1952 zum ersten Mal veröffentlicht. Seine Erzählstruktur ist sehr einfach gehalten, aber dennoch zieht sein Flair den geneigten Leser in seinen Bann. In humorvollen Dialogen schildert Heinlein das Leben einer Familie, die sich aufmacht um das Sonnensystem zu erforschen. Dabei bedient er sich zwar dem Rollenbild wie es in den 50er Jahren üblich war, doch gerade mit der Figur der Großmutter Hazel Meade Stone schuf er eine Frauenfigur, die etwas aus dem damaligen Rahmen fällt. Ansonsten herrscht allerdings eine sehr konservative Rollenverteilung vor. Die Frauen kümmern sich um den Haushalt und die Kinder, während die Männer sich mit der Technik herumschlagen müssen. Allerdings bringt die Großmutter ein wenig Würze in das Ganze. Hinzu kommt noch eine nett durchdachte Handlung, die von den Protagonisten vorangetrieben wird. Interessanterweise bietet sie einige Parallelen zu anderen SF-Werken aus den 60er Jahren, von denen heute einige als Klassiker gelten. So findet man ein ähnliches Konzept einer Familie, die durch das Weltall reist, in den SF-Fernsehserie Lost in Space wieder. Ein anderes Bespiel ist die Gattung der marsianischen Flachkatzen, die mit ihrem rhythmischen Geschnurre beruhigend auf Menschen wirkt. Außerdem fangen sie sich an unkontrolliert zu vermehren, wenn man sie übermäßig füttert, was die Stones schmerzlich erfahren müssen. Die Tatsache, dass die Flachkatzen sich bei Kälte zu kleinen Kugeln zusammenballen, dürfte dann wohl die Frage klären, welches Vorbild die Tribbles aus der Serie Star Trek hatten.

Auch wenn der Roman auf den ersten Blick etwas einfach gestrickt zu sein scheint, bietet er für den Leser, der sich dem Stoff öffnet und sich auf ein naives Weltraumabenteuer einlässt, einiges an Unterhaltung. Er zeigt die große Phantasie Heinleins, die sich bis in sein hohes Alter gehalten hat. Zweimal Pluto und zurück gibt dazu noch einen Einblick in eine frühe Schaffensphase des Autors, dessen Romane sich in seinem späteren Leben von der Thematik her stark veränderten und mehr in den Bereich der Phantastik abglitten. Insgesamt bekommt man ein kurzweiliges Lesevergnügen geboten, das noch schöner wäre, wenn nicht die bei Bastei-Lübbe üblichen Druckfehler in dem Buch zu finden wären, die den Genuss etwas schmälern.

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