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Wo die Nacht beginnt ("All Souls”-Trilogie , Band 2)

Bewertung: 5 / 5

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wodienachtbeginnt

Titel:  Wo die Nacht beginnt
Originaltitel: Shadow of Night
Reihe: "All Souls"-Trilogie, Band 2
Autorin: Deborah Harkness
Übersetzer: Christoph Göhler
Buch/Verlagsdaten: Blanvalet, 800 Seiten, Hardcover, ISBN-13: 978-3764504670

Eine Besprechung / Rezension von Melanie
(weitere Rezensionen von Melanie auf fictionfantasy findet man hier oder auf ihrem Blog "bibliofantastica.wordpress.com")

“Wo die Nacht beginnt” ist der zweite Teil der “All Souls”-Trilogie von Deborah Harkness.

Die Zusammengehörigkeit zwischen Band eins und zwei ist schon am Cover ersichtlich, trotz der doch sehr unterschiedlichen Darstellung: Während das Cover zu “Die Seele der Nacht” fast schwarz ist, ist das Cover zu “Wo die Nacht beginnt” in Grüntönen gehalten. Allerdings sind auf beiden Covern mehrere große Blüten zu erkennen, bei “Die Seele der Nacht” in Violett, bei “Wo die Nacht beginnt” in Weiß und Gelb. Und auch wenn sich mir der Sinn der Blüten noch nicht erschlossen hat, passen die Bücher damit wirklich gut zusammen – und sehen definitiv nicht schlecht aus.

Um das Manuskript Ashmole 782 wiederzufinden und Dianas Hexenkräfte zu schulen, haben Matthew und Diana den Sprung in die Vergangenheit gewagt. Ein Sprung in eine Welt, die Matthew wohlbekannt ist – und ihn auf längst vergangene Freunde und Familienmitglieder treffen lässt. Ein Wiedersehen, das leider nicht ganz so läuft wie geplant und ein Ziel, das auch durch den Sprung in die Vergangenheit nicht wirklich in greifbare Nähe gerückt ist.

Beginnend mit einer kurzen Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse setzt Deborah Harkness die Geschichte um Diana und Matthew fort -allerdings längst nicht so gekonnt wie mit dem Gedicht zu Beginn des ersten Bandes. Diesmal purzelt der Leser zusammen mit Matthew und Diana einfach in die Vergangenheit (und die neue Geschichte) hinein.
Trotz der magischen Elemente wirkt “Wo die Nacht beginnt” eher historisch als fantastisch: Hexenverbrennungen, politische Intrigen (auch auf der magischen Seite) das Treffen mit bekannten historischen Persönlichkeiten und die alchemistischen Forschungen (die auch die Suche nach dem Stein der Weisen beinhalten) lassen das 16. Jahrhundert lebendig werden und vermitteln dem Leser weitere Hintergrundinformationen zu den Protagonisten.
Die Suche nach einem Lehrmeister für Diana und dem Manuskript Ashmole 782 läuft hier allerdings deutlich gemäßigter ab. Diesmal sind es politische Spielchen und Intrigen, die Matthew und Diana zu meistern haben. Themen, die, was die Spannung betrifft, definitiv nicht mit dem ersten Band mithalten können.
In Band zwei widmet sich Deborah Harkness neben dem historischen Schauplatz auch der Weiterentwicklung ihrer Figuren. Ebenfalls kein Feld für großartige Spannung, allerdings ein Aspekt, der den Figuren ebenso wie ihren Beziehungen zueinander deutlich an Tiefe verleiht. Der Ausflug in die Vergangenheit schweißt Diana und Matthew damit weit mehr zusammen, als es die Ereignisse in Band eins taten. Das Treffen mit den “alten” Hexen bringt außerdem Dianas besondere Gabe ans Licht. Die Entwicklung selbiger nimmt ebenfalls einen Großteil der Geschichte ein – und lässt einige eindrucksvolle Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Das Wiedersehen mit längst verloren geglaubten Familienmitgliedern – die auch der Leser seit dem ersten Band wirklich gerne treffen würde – sowie die Begegnung mit einigen neuen und wirklich liebenswerten Nebenfiguren (weit entfernt von bedeutenden Persönlichkeiten wie etwa Kaiser Rudolf oder Königin Elisabeth) wie die Junghexe Annie oder dem klein Jack runden die Geschichte gelungen ab – und machen es dem Leser schon etwas schwer, mit dem Ende der Geschichte das 16. Jahrhundert wieder zu verlassen. Die kleinen Auswirkungen auf die Gegenwart, die Deborah Harkness schon im Verlauf der Geschichte beschreibt, lassen einen aber hoffen, zumindest Spuren dieser Figuren auch im dritten Band noch entdecken zu können.

Insgesamt hat mir das Buch nicht ganz so gut gefallen wie der erste Band, dafür hat es mir doch etwas an Tempo gefehlt. Dennoch hat er mir an Diana und Matthews Seiten einige vergnügliche Lesestunden und einen Ausflug in das Zeitalter von Elizabeth I. beschert. Und da der dritte Band der Trilogie mit den nun vorliegenden Erkenntnissen deutlich an Fahrt aufnehmen sollte, wird auch dieser (sobald er denn erschienen ist) nicht allzu lange auf der Wunschliste verweilen.

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