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Phantast
| Winternacht: Schamanenpfade |
| Comic - Manga | |||||
Die Geschichte beginnt recht überstürzt, als Narai und Arun die Schamanin des Dorfes belauschen und so erfahren, dass das Feuer ihres Vulkans erlöschen wird. Zusammen mit ihrem Freund Dogan machen sich die jungen Jäger auf den Weg, ihr Volk zu retten – allerdings ziemlich kopflos. Ihre Reise entpuppt sich als gefährliches Abenteuer, das sie zu unbekannten Ufern führt … Viel mehr kann man zur Storyline erst einmal nicht sagen ohne die wesentlichen Eckpunkte des Mangas zu verraten. Dass dem Dorf Gefahr droht, weiß man hauptsächlich aus dem Klappentext – in der Geschichte wird die Gefahr viel zu schnell abgehandelt. Ebenso schnell brechen die jungen Jäger auf und man würde sich am liebsten wegen ihrer Gedankenlosigkeit die Haare raufen. Sie alle hegen den naiven Traum, zu Helden zu werden – doch dazu gehört ein bisschen mehr, als sich sinnlos in Gefahr zu begeben. Sehr bald müssen sie die ersten, bitteren Konsequenzen tragen. Doch die Story schreitet weiterhin schnell voran, es werden neue Charaktere eingeführt, die sich in diffusen Andeutungen ergehen und für den Leser nicht greifbar werden. Dabei sind die Hintergründe eigentlich recht interessant – man würde zu gerne mehr über die Winterwelt und den Vulkan, der ihren Bewohnern Wärme spendet, erfahren. Narai und Arun sind offenbar Freunde seit Kindertagen, doch während Narai eine emotionale Kämpferin ist, wirkt Arun eher besonnen, allerdings auch zu gutgläubig. Er verkennt leicht die Gefahr, dabei möchte er Schamane werden. Doch die Geister wollen nicht zu ihm sprechen. Eine Entwicklung kann mit bei beiden noch nicht erkennen, sie bleiben in ihrer auf den ersten Seiten angelegten Charakterstruktur verhaftet. Dogan ähnelt Narai ein wenig, ein aufgeweckter junger Mann, impulsiv und neugierig. Die beiden scheint mehr als Freundschaft zu verbinden, doch im Lauf der Geschichte verlieren sich die Anzeichen. Dabei büßt Narai ein Stück ihrer Glaubwürdigkeit ein, denn anfangs scheint sie sehr an Dogan zu hängen, später nimmt er nur mehr wenig Platz in ihren Gedanken ein. Die Farbseiten zu Beginn der Geschichte zeigen wie das Cover einen eigenständigen Zeichenstil, der allerdings in schwarz/weiß nicht einmal annähernd die gleiche Wirkung entfalten kann. Insgesamt wirken die Bilder wie unfertigen Skizzen, es mangelt an Details und Schattierungen. Auch passen die Gesichtsausdrücke oftmals nicht so recht zur jeweiligen Situation. Fast würde man sich wünschen, die Zeichnerin würde es mal in Farbe probieren, denn die leicht an Aquarellbilder erinnernde Optik gefällt wesentlich besser als die skizzenhaften Zeichnungen. Wer sich für „Winternacht“ interessiert, sollte es in der Buchhandlung unbedingt einmal ganz durchblättern, um einen umfassenden Eindruck zu gewinnen. Nur wegen des hübschen Covers sollte man nicht zugreifen. Das Ende bleibt offen, sodass weitere Bände folgen müssten. Tun sie das nicht, gibt die Story kaum etwas her. Und selbst wenn sie folgen, bleibt er erste Band ziemlich belanglos. Es gibt wenige Schlüsselszenen, die für ihre Bedeutung zu wenig Raum einnehmen. Da rettet auch die schöne Gestaltung von Droemer Knaur / Comicstars nicht viel. Nichtsdestotrotz wäre „Winternacht“ vielleicht einen Blick wert, wenn jemand der mythologische Background reizt – in der Hoffnung, dass weitere Bände mit mehr Inhalt folgen. Fazit „Winternacht“ bietet interessante Hintergründe, handelt wichtige Sequenzen jedoch viel zu schnell ab. Zudem hält der Zeichenstil nicht, was das schöne Cover verspricht. Schade, denn auf den wenigen Farbseiten sieht man, dass Sarah Wisbar es eigentlich viel besser kann. 2,5 von 5 Sternen.
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