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Blut der Abtrünnigen (Warhammer 40.000: Der große Bruderkrieg 11)

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Reihe: Warhammer 40.000: Der große Bruderkrieg 11
Titel: Blut der Abtrünnigen
Herausgeber: Nick Kyme & Lindsey Priestley
Übersetzer: Ralph Sander
Buch/Verlagsdaten: Heyne Verlag, Dezember 2011, 432 Seiten, ISBN-13: 978-3453529069

Eine Rezension von Gloria Manderfeld
(weitere Rezensionen von Gloria Manderfeld auf fictionfantasy finden sie hier)

Wer angesichts des Titels erwartet, einen vollständigen Roman zu erhalten, wird enttäuscht – dafür aber erhält der Leser eine Sammlung von Kurzgeschichten aus dem Hintergrund des großen Bruderkriegs, die von namhaften Autoren der Warhammer 40k-Serie verfasst wurden und sich auf sehr unterschiedliche Aspekte konzentrieren. Folgende Geschichten sind hier zusammengefasst:

Dan Abnett: Blutspiele
Haupthandelnder ist hier der Adeptus Custodes Amon Tauromachian, den der Leser erst bei einem Trainingseinsatz verfolgen kann und der dann zu einem tatsächlichen Einsatz auf Terra geschickt wird, auf welchem er die Zuverlässigkeit des Lords Sichar in Hy Brasil überprüfen soll – natürlich läuft der Einsatz nicht wie geplant und hält eine unangenehme Überraschung für die Custodes bereit ...

Mike Lee: Wolf vor der Tür
Wolflord Bulveye von den Space Wolves trifft nach einem harten Kampf seiner Einheiten die Entscheidung, einen bis dato unbekannten Planeten zu besuchen und den menschlichen Bewohnern den Schutz des Imperiums angedeihen zu lassen – doch die Welt wird von Dark Eldar in Atem gehalten, die sie in periodisch auftretenden Abständen besuchen und Tribut abpressen. So geraten die Space Wolves in einen alten Krieg hinein und tun ihr Bestes, um die verfolgten Menschen zu beschützen …

A. Reynolds: Söhne des Sturms
Als die Word Bearers auf einem unbekannten Planeten landen, machen sie eine überraschende Entdeckung – die Bewohner beten offensichtlich den Imperator als Verkörperung des Sturms an. Doch bevor dieser Planet dem Imperium zugeführt werden kann, muss der Primarch der Word Bearers, Lorgar, eine Entscheidung treffen, die weitreichende Folgen haben wird ...

J. Swallow: Die Stimme
In dieser Geschichte stehen die Traditionen und Denkweisen der Sororitas Silentium im Mittelpunkt, vertreten durch die junge Schwester Leilani Mollitas und ihre Ausbilderin, die erfahrene Schwester Amendera Kendel. Als beide zu einer gefährlichen Mission in den tiefen Warpraum aufbrechen, erweist sich, ob die junge Schwester eine würdige Sororitas werden kann oder nicht ...

Gav Thorpe: Der Ruf des Löwen
Der innere Zwist zwischen den terranischen und calibanischen Anführern der Dark Angels steht hier als immer gegenwärtiges Hauptmotiv im Mittelpunkt der Erzählung – während einer Expeditionsmission muss der terranische Ordenskommandant Astelan den calibanischen Kommandanten Belath und seine Leute an Bord nehmen. An beider sehr unterschiedlicher Beurteilung der gegebenen Situation entbrennt der Konflikt zwischen den Offizieren schon nach kurzer Zeit...

G. McNeill: Die letzte Kirche
Priester Uriah Olathaire ist der letzte Geistliche der Kirche des Gewittersteins und in seinem Amt alt geworden – kaum jemand besucht noch die Messe, sodass der Reisende, der des Nachts seine Kirche betritt und beginnt, mit ihm über Sinn und Unsinn des Glaubens zu diskutieren, umso erstaunlicher erscheint. Doch dieser Besucher ist eng mit Uriahs Schicksal verbunden, welches sich in dieser Nacht entscheiden soll ...

M. Farrer: Nach Desh'Ea
Die War Hounds haben ein echtes Problem – zwar wurde ihnen vom Imperator endlich ihr Primarch gebracht, doch scheint dieser irrsinnig und so blutgierig, dass er die eigenen Leute dahinschlachtet. Captain Kharn hat die undankbare Aufgabe übernommen, den General zur Besinnung zu bringen, bevor es keine Legion mehr gibt, die ihm dienen könnte …

Der elfte Band der Bruderkriegs-Reihe bietet von melancholischen Zwischentönen bis hin zu beinharter Kampfaction alles, was des Warhammer-Fans Herz begehrt, allerdings ist die Qualität der einzelnen Geschichten recht schwankend und es fällt nicht immer leicht, sich vom eindrücklichen Erzählstil des einen Autors in den eines anderen hineinfallen zu lassen. Gerade bei 'Wolf vor der Tür' braucht Lee recht lange, um in die Erzählung zu finden und ein gutes Tempo vorzugeben, auch 'Die Stimme' von Swallow verliert sich gerne in den verpackten Hintergrundinfos über die Sororitas Silentium und lässt die Protagonisten sehr klischeehaft und eher blass wirken.

Fast alle Geschichten bieten am Ende einen gewissen Überraschungseffekt, der mal mehr – in 'Die letzte Kirche', mal weniger - 'Der Ruf des Löwen' – zutage tritt. Grundsätzlich jedoch ist die Qualität der Geschichten durchaus brauchbar und dürfte für einen Leser, die vielen Einzelaspekte des Bruderkriegs kennenlernen möchte, durchaus ein gutes Kaufargument sein. Besonders 'Die letzte Kirche' tritt durch ihr ruhiges Erzähltempo und die philosophische Glaubensdiskussion positiv aus der Sammlung hervor und beweist, dass auch eine Hintergrundwelt, in der Krieg und brutale Raum- oder Feldschlachten an der Tagesordnung sind, mehr Potential besitzt als die immer wiederkehrende Schilderung eben dieser.

Wer sich im Warhammer 40.000-Universum überhaupt nicht auskennt, sollte allerdings mit einem anderen Buch seine Reise beginnen, da die einzelnen Geschichten viel Hintergrundwissen voraussetzen und den Leser sonst eher verwirren als unterhalten, die wirklichen Nuancen und Entwicklungen, auf die hier eingegangen wird, treten erst deutlich zutage, wenn man die Anfangsloyalitäten der Space-Marine-Orden kennt und Grundlegendes über die Space Marines weiß.

Fazit:
Vielseitige Kurzgeschichtensammlung, die allerdings nur mit Vorwissen über Warhammer 40.000 wirklich zu genießen ist. Sechs von zehn möglichen Punkten.

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