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Voll im Bilde

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Serie / Zyklus: Scheibenwelt
Titel: Voll im Bilde
Originaltitel: Moving Pictures (1990)
Autor: Terry Pratchett
Übersetzer: Andreas Brandhorst
Verlag / Buchdaten: Heyne

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Ganz Ankh Morpork ist im Fieber: Holy Wood und seine magischen Filme verzaubern alle und selbst der Erzkanzler der magischen Universität ist fasziniert von dem Phänomen. Immer mehr zieht es die Bürger der Stadt hin zu jener seltsamen Stätte mit Namen Holy Wood. Nachdem die Alchemisten den Film erfunden hatten, dreht sich dort alles nur noch um die bewegten Bilder - natürlich in schwarz-weiß und ohne Ton, aber das stört niemanden. Neben all den Zimmerern, Schneidern, Alchemisten, Zwergen, Menschen und Trollen zieht es auch den Zauberlehrling Victor dorthin. Er scheint der geschaffene Kinostar zu sein und Holy Woods größter Produzent, Treibe-mich-selbst-in-den-Ruin Schnapper sieht seine große Chance. Die Ereignisse überschlagen sich, als der größte Monumentalfilm zum ersten Mal gezeigt wird und Viktors Befürchtungen bewahrheiten sich: In Holy Wood geht es nicht mit rechten Dingen zu und dunkle Kräfte versuchen sich einen Weg zur Scheibenwelt zu bahnen.

Um es vorweg zu nehmen: Voll im Bilde ist einer der schwächsten Scheibenweltromane. Das zehnte Werk liegt zwischen der ursprünglichen Art, wie Pratchett seine Scheibenweltabenteuer erzählte (mit viel Slapstick und Klamauk) und den späteren Werken, die durch einen sehr feinen Humor bestechen. Voll im Bild hat weder das eine noch das andere und ist gespickt mit Anspielungen auf Hollywood, die günstigenfalls witzig sind, meist aber eher platt sind und nerven. Hinzu kommt, dass Terry Pratchett das ganze ein wenig plump und lustlos umgesetzt hatte. Ganz klar: Der Meister des Humors in der Fantasy bleibt deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Voll im Bilde war übrigens seinerzeit der erste Roman, der bei Goldmann veröffentlicht wurde und Heyne nach der Suppenkrise die Rechte für weitere Veröffentlichungen verlor. Die Geschichte, dies sei schnell erklärt, war fast ebenso gut wie die Bücher der Scheibenwelt selbst. Ein etwas ungeschickter Marktingmann kam auf die Idee, in den Heyne Büchern Werbung einzuflicken (ich möchte wetten, der hieß Schnapper). Die Werbung war an sich gut gemacht: Es kamen ein paar Textbrocken aus dem Buch und dann der Text: „Zeit für eine Pause! - 5-Minuten Terrine“. Als Pratchett davon erfuhr war es so erbost ob der Tatsache, dass seine Romane von Werbung unterbrochen wurden, dass er Flux die Rechte an den Goldmann Verlag gab. Somit hatte das Äquivalent der Werbeunterbrechungen aus Filme in der Buchwelt nur ein kurzes Intermezzo und es war Terry Pratchett, der diese mit diesem Buch in die Schranken verwies. Das macht den Roman gleich wieder ein Stückchen besser.

Aber zurück zu dem Buch: Natürlich hat der Roman auch seine guten Seiten. Das Buch ist nicht wirklich schlecht, aber im Vergleich zu den anderen Scheibenweltromanen hält es nicht stand. Ganz ohne Zweifel: Terry Pratchett kann dies besser.6 von 10 Punkten.

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