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Die Brut des Falken (Die vierte Gabe, Band 2)

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Reihe: Die vierte Gabe, 2. Band
Titel: Die Brut des Falken
Autor: Ullrich Freier zu Axberg
Buch/Verlagsdaten: Noel Verlag (2010); 441 Seiten; 16,90 €; ISBN: 978-3-940-209-47-4 (TPB)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Es begab sich zu einer Zeit, als einst die Wesen der Welt in Frieden und Eintracht gottgefällig miteinander lebten. Da gab es keine Unterschiede zwischen Menschen, Elben, Orks, Drachen, Trollen und anderen Wesen. Jedes für sich war gleich viel wert vor dem Antlitz der Götter. Doch irgendwann im Laufe der Zeit zeigten sich erste Zweifel. Manch einer meinte, etwas Besseres zu sein als die anderen. Manche Wesen stünden über den anderen. Menschen und Elben besiedelten das Land und machten es sich samt seiner Tierwelt untertan. Andere wurden neidisch auf ihren Erfolg und missgönnten ihnen das friedliche Leben. In der Folge kam es zu einem Krieg zwischen den Wesen und in einer heftigen, endgültigen Schlacht siegten Menschen und Elben mit ihren Verbündeten gegen das Böse. Dies war die Geburt eines magischen Artefaktes, das die Elben den Menschen hinterließen. Aber es war nur eine Schlacht geschlagen, das Böse nicht ausgerottet. Jetzt war es in der Welt und verbreitete sich unerbittlich. Einstige Freunde, eine schlagkräftige Allianz, zerfiel. Die einzelnen Völker blieben für sich und schotteten sich gegen die anderen ab. Besonders hart traf es die Elben. Der Großteil des Volkes wurde vernichtet, nur wenigen gelang eine Flucht in die tiefen Wälder. Nach und nach wurde die Anwendung von Magie verboten, was dem Bösen an sich nur weiteren Nährstoff gab und seine Kraft erstarken ließ.
An dieser Stelle kommt einer der Handlungsträger ins Spiel. Gideon Palfinger, der ein Blutgericht überlebte und nur knapp dem Tod entkam. Er war der Lehrling eines Magiers und damit ein verwerflicher Mensch, der sich mit den verbotenen Künsten beschäftigte. Dabei zählte nicht, welche Absicht sich dahinter verbarg. Vor seiner - Gideons - Tür wird ein Findelkind abgelegt und er zieht den Jungen mehr schlecht als recht in der Abgeschiedenheit seiner Hütte auf. Als Magus, so heißt der Junge, elf Jahre alt wird, ereignen sich viele merkwürdige Dinge. Während Magus unterwegs ist, um ein paar nötige Utensilien einzukaufen, wird sein Ziehvater überfallen. Bei seiner Rückkehr findet Magus alles verwüstet vor. Die Sorge um Gideon ist groß, verwandelt sich aber in Erleichterung, als er den alten Mann verletzt, aber lebend vorfindet. Daraufhin muss Magus mit Gideon die selbstgewählte Einsamkeit aufgeben. Sie fielen mit ihrem eigenbrötlerischen Leben den falschen Leuten auf. Um deren weiterer Aufmerksamkeit zu entgehen, schließen sie sich einer Gauklertruppe an. Aber sicher sind sie nicht. Und so kommt es, dass sie auf der Flucht sind und Gideon alte Zauber einsetzt, etwa um Menschen zu heilen, sich aber sofort mit dieser Handlung in Gefahr begibt.
An anderer Stelle geht es um das Königsgeschlecht der Armoviner. Die Adligen wie auch das gehobene Bürgertum sind damit beschäftigt, sich im königlichen Spiel der Ränke und Intrigen zu ergehen. Niemand ist vor den anderen sicher. Die einzelnen Adligen gehen immer wieder ihre eigenen Wege und der König ist beschäftigt sie zusammenzuhalten wie einen Haufen Nestflüchter. Nestflüchter ist vielleicht sogar der richtige Begriff für die eigensinnigen Burgherren. Ihnen ging es lang genug gut, weshalb sie jetzt eigene Wege gehen wollen. Man benötigt den Nachbarn nicht - eher seine Burg, um das eigene kleine Reich zu vergrößern. Argwöhnisch beobachtet der König die Adligen, das Bürgertum, die Bettelmönche, den Orden der Peroniten und wen es sonst noch in den Mauern der Burgen und im Herrschaftsbereich umhertreibt.
An anderer Stelle geht es um Prinzessin Aegwina, die Braut von Prinz Lundolf. Mit der Zeit benimmt sich dieser jedoch etwas seltsam, die Prinzessin fühlt sich verfolgt und und und ... Und eine Gräfin im gebährfähigen Alter ... Der Prinzessin wird sogleich klar, als sie dies lauschend an einer Tür vernimmt, dass sie lediglich ein Tauschgeschäft ist. Ein Ding. Nichts weiter.

Mit Die Brut des Falken aus der Reihe Die vierte Gabe liegt ein weiteres Buch für Fantasy-Fans vor. Ulrich Freier zu Axberg erzählt viel und gern, kommt in diesem Roman aber zu keinem Schluss. Der Autor führt den Leser in eine mit sehr viel Liebe gestaltete Welt. Leider voll mit den üblichen Wesen, ohne dass etwas Eigenes geschaffen würde. Ulrich Freier zu Axberg orientierte sich mit seiner Fantasy zunächst an J. R. R. Tolkien. Er entwarf eine Welt voller Wesen und entwickelte eine Geschichte, die mit Mythen begann, deren Spuren sich bis weit in die Gegenwart der Geschichte auswirkten, von denen die Menschen zunächst nichts ahnen. Die Hauptfiguren sind ausführlich dargestellt, ebenso die Welt, in der sie leben. Das ist aber auch gleichzeitig eine Schwäche des Buches. Die Kapitel sind manchmal sehr kurz, unter eine Seite lang. Damit wird die Handlung schneller, doch mit jeder zusätzlichen Handlungsebene unübersichtlicher. Dadurch verliert nicht nur ein geübter Rezensent und Vielleser den Überblick. Zum Ende hin bleibt die Handlung offen und läuft darauf hinaus, dass man sich den dritten Band auch kaufen muss, um mit einem befriedigenden Abschluss die Reihe aus der Hand legen zu können. Dabei begann es doch recht gut, denn mit dem Prolog findet eine kleine Einführung statt. Der Start blieb zwar immer noch etwas schwammig, doch fand man mit der Zeit in den Mittelroman einer Trilogie rein. Allerdings fragt man sich als Leser, um was es eigentlich geht. Was ist das Artefakt, welche Auswirkungen hat es auf das Leben der Bewohner und wie wirkt es gegen das Böse? Was ist die Brut des Falken? (Habe ich etwas überlesen und nicht verstanden?) Ulrichs Erzählstil ist gelungen, obwohl an manchen Stellen das Althergebrachte durchkommt. Ein breites Spektrum an Wörtern und Formulierungen macht mit der Zeit Spaß, den angenehmen, manchmal anstrengenden Stil zu lesen. Dazu gehört es jedoch auch, sich auf diesen Stil einzulassen, unterscheidet er sich doch etwas - positiv - vom augenblicklichen Mainstream.

Die Brut des Falken - die Rezension von Jürgen Eglseer

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