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Das Allheilmittel

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Titel: Das Allheilmittel
Originaltitel: Certain Cure (2007)
Autorin: Jennifer Valoppi
Übersetzung: Michael Krug
Titelbild: ~
Buch/Verlagsdaten: Otherworld Verlag (09/2009); 478 Seiten; 19,95 €; ISBN: 978-3-8000-9506-3 (gebunden)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Claire Cummings liegt mit Diagnose Lungenkrebs im Krankenhaus. Ihre Zeit läuft langsam, aber sicher ab, der Tod steht praktisch schon neben ihrem Bett. Trotzdem klammert sie sich an jeden Funken Hoffnung, der sie erreicht. Ein solcher Hoffnungsfunke stellt sich neben ihr Bett und nennt sich Dr. Viviee. Der Doktor bietet ihr ein nanotechnisches Heilmittel an.
Dabei wird gerade in der Wissenschaft vor Nanoteilchen gewarnt, weil sie so klein sind, sich im Körper bis in die Lunge verteilen und dort mit Entzündungen zu Lungenkrebs führen können. An dieser Stelle beißt sich die Schlange in den Schwanz.
Helen Cummings ist ihre Tochter, eine erfolgreiche Fernsehmoderatorin, die versucht ihrem Sohn eine gute Mutter zu sein und ihn auf eine Elite-Universität zu schicken. Eine Elite-Uni ist kostspielig. Als der in China erfolgreich praktizierende und forschende Dr. Viviee auftaucht, trifft die Aussage „Der Teufel pirscht sich an jene an, die er am meisten fürchtet, und er nutzt ihre größten Schwächen" (Seite 23) zu. Er ist es, der plötzlich eine Heilmethode aus dem Hut zaubert und Helens Mutter mit einem Nanobot heilt. Aber nicht nur das geschieht, Claire verjüngt sich durch die Heilung, gleichzeitig findet aber auch eine Veränderung ihrer Persönlichkeit statt. Die sonst herzliche alte Dame wird ihrem Enkel gegenüber abweisend und gleichgültig. Mit ihrer Genesung erscheint auf ihrer Haut jedoch ein ungewöhnliches Zeichen. Beides, Zeichen und Persönlichkeitsänderung fallen erst einmal nur Justin und seiner Freundin auf.
Fasziniert von der Hilfe des Doktors und dem unglaublichen Erfolg, nimmt Helen den Mann mit in ihre Fernsehsendung. Er wird binnen kürzester Zeit zu einem berühmten und gefragten Mann. Einzig die Pharmaindustrie sieht in ihm einen lästigen Konkurrenten. Mit seinen Mitteln könnte er einen ganzen Industriezweig überflüssig machen. Aber man kann sich ja arrangieren. Und jeder hat etwas davon: Geld, Macht, Patienten.
Etwa zur selben Zeit plagen Justin Visionen. Er bekommt Besuch von einem Engel, der ihn vor dem Blender warnt. Der Engel erklärt, dass der fremde Doktor den Menschen den Halt im Glauben nimmt und mit der Unsterblichkeit ködert. Damit sind sie für den Himmel verloren. (Siehe auch „Das 7. Zeichen).
Doch die Geschichte um Justin, dessen Freundin, die Mutter und die Großmutter ist nicht der einzige Handlungsstrang. Da gibt es noch den Pater David in seiner Kirche, der mit in den Sog der Erzählung gezogen wird, und andere mehr.

Die Autorin und Journalistin weiß anscheinend sehr genau, worüber sie schreibt. Die Welt der Medien und die Manipulation der Menschen stehen eindeutig im Vordergrund. Gepaart mit der äußerst unwahrscheinlichen Erzählung um einen Heiler, der den Medienrummel für sich nutzt und möglicherweise Luzifer selbst ist. Eine Frage wirft sich in jedem Fall auf: Was passiert, wenn es tatsächlich möglich wäre, Krankheiten dauerhaft zu heilen? Der Mensch käme nur noch durch äußere Gewalt um. Wahrscheinlich würde Vergiften auch nicht mehr ausreichen. Also würde sich, den Teufel freut es, eine gewalttätige Menschheit entwickeln, die jeden anderen umbringt, weil man meint, der andere würde etwas verbrauchen was man selbst benötigt. Wir haben auf der einen Seite eine macht- und geldgierige Menschheit, auf der anderen Seite das göttliche Gefüge. Während man allgemein der Meinung ist, das eine schließe das andere aus, verspinnt Jennifer Valoppi beides miteinander. Wenn Luzifer in Gestalt der Doktors jetzt der Heilsbringer wäre, Heilung für jeden brächte, welche Rolle übernähme dann der Heiland?
Das Leben ist hart, brutal, grausam und ungerecht. Genau das bringt uns die Autorin in ihrem ersten Roman auf eindrucksvolle Weise bei. Ein schnell zu lesendes Werk, ein leicht zu konsumierendes Werk. Man muss sich nicht sonderlich stark konzentrieren, weil die Autorin nicht sonderlich tiefgreifend geschrieben hat. Die Übersetzung durch Michael Krug, der sich vor allem als Dave-Duncan-Übersetzer einen Namen machte, ist meiner Meinung nach gut gelungen. Ich habe den Roman gern und schnell gelesen.

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