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Serie: Unter schwarzer Flagge, Band 1 Eine Besprechung / Rezension von Frank Drehmel |
Als jemand, der dem Piraten-Sujet generell nicht sonderlich viel abgewinnen kann, hielt sich meine Begeisterung ob der anstehenden Rezension in recht überschaubaren Grenzen, zumal die ersten Seiten des Albums meine sorgfältig gehegten Vorurteile bestätigen. Selbst die sexuelle Orientierung der zweiten Offizierin hinterlässt angesichts der klischeehaften Darstellung keinen versöhnlichen Eindruck. Dann jedoch macht es gleichsam „Klick!“ und die Story entwickelt sich zu einem munteren, unvorhersehbaren Intrigen-Reigen, in dem gut und böse, unschuldig und schuldig fließend ineinander übergehen, abhängig davon, wie sich die jeweiligen Machtpositionen verändern. Bemerkenswert ist dabei, dass die Charaktere trotz ihre Ambivalenz, ihrer Rücksichtslosigkeit und Brutalität durch die Bank vergleichsweise sympathisch und menschlich daherkommen. Cobeyran würzt den interessanten Figurenreigen mit viel Action, etwas Metaphysik bzw. Magie und einem derben Humor, der hervorragend in das Setting passt.
Brice Bingonos Artwork kommt sowohl im Seitenlayout, als auch im Zeichenduktus zum einen vergleichsweise klassisch daher, zum anderen wohnt den Bildern ob des leicht rauen, nicht sonderlich detailversessenen Stils eine innere Lebendigkeit und Dynamik inne, die das lebendige Gegen- und Miteinander der Figuren perfekt widerspiegelt. In der Koloration bedient sich Nicolas Bastide gedämpfter, ins erdige Schmutzige spielender Farben und verzichtet gänzlich auf kräftige Bunttöne.
Fazit: Ein muntere, gefällig visualisierte Piratengeschichte mit interessanten Figuren und einem verheißungsvollen Ende, bei der der Leser mehr als einmal in die Irre geführt wird.
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