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Tycus
Film - Science Fiction (F)

Titel: Tycus
Alternativtitel: Forbidden Target
Regie: John Putch
Darsteller: Todd Allen, Randy Quaid, Dennis Hopper, Peter Onorati, Finola Hughes, Chick Vennera u.a.
Musik: Alexander Baker, Clair Marlo
Laufzeit: 94 min
FSK: 12
USA, 1998

Eine Besprechung / Rezension von Jürgen Eglseer
(weitere Rezensionen von Jürgen Eglseer auf fictionfantasy findet man hier)

Was macht man, wenn man des Tötens als Soldat müde ist? Da drängt sich doch sogleich der Beruf als Journalist für übersinnliche Phänomene auf, was denn sonst? Diesen Weg beschreibt Jake Lowe, der in seiner Tätigkeit als Tischerücker-Detektiv einen ganz besonderen Tipp bekommt. Dieser Hinweis führt ihn nach einigem Hin und Her in die Einöde amerikanischer Gebirgslandschaften und schlussendlich in ein künstliches Labyrinth, welches wiederum in eine große Stadt unter dem Erdboden führt. Nachdem sich Jake Lowe mehr oder weniger sinnlos mit einigen Sicherheitsbeamten herumgeschlagen hat, wird er völlig ohne Argument von dem Wissenschaftler und Industriemagnaten Peter Crawford als Pseudosohn aufgenommen und in das Projekt "Tycus" eingeweiht. Vor sechs Jahren hat Crawford mit seinem Teleskop, welches wohl einzigartig ist und mehr sieht als alle anderen astronomischen Institute auf der Erde, einen Kometen entdeckt, der auf die Erde zurast. Nachdem er in Wissenschaftlerkreisen aufgrund dieser Entdeckung verlacht wurde (??), scharte er steinreiche Industrielle und Ähnliches um sich und baute einen Zufluchtsort unter der Erde. Er lädt Lowe, der ständig und nervenaufreibend den lederjackentragenden Rebell spielen muss, ein, in der Stadt mit zu den Menschen zu gehören, die das kommende Inferno überleben.
Crawford versucht noch mittels einer nuklearen Rakete den Kometen zu zerstören - das schlägt jedoch fehl. Warum er das Ganze nur mit einem Flugkörper macht, anstatt dass sich die Nationen der Welt mit mehreren Dutzend Raketen beteiligen, wird offen gelassen.
Dann jedoch telefoniert Lowe in einer Besenkammer mit seiner in Scheidung lebenden Frau, welche ihm mitteilt, dass sie von ihm schwanger sei. Während die Nationen der Erde langsam mitbekommen, was da so auf sie zukommt (warum erst jetzt?), reist Lowe wieder hunderte von Kilometer durch die USA, um seine Frau zu retten. Inmitten überaus überzeugender (Ironie!) Panik in der Bevölkerung und zerbrechender Fensterscheiben schafft er es tatsächlich, die Gute abzuholen und zum Bunker zu schaffen. Dort scheint sich die Kunde von der einzigen Rettung vor dem Kometen in den ganzen USA (wo sind die ganzen anderen Bunker abgeblieben?) herumgesprochen zu haben, denn viele hundert Menschen haben sich vor dem sehr gut getarnten Eingang des Tiefbunkers (ein Aufzugsschacht mitten auf der Alm) versammelt und begaffen nun regungs- und tatenlos, wie Lowe, seine Frau und Crawford, der seinen neuen Lieblingssohn unbedingt begleiten musste, zum Aufzug schlendern. Erst als sich die Türen zu schließen drohen, kommt Bewegung in die Menge und man zieht den Wissenschaftler ins Freie.
Tycus trifft den irdischen Mond; dessen Trümmer sowie die des Kometen rasen auf die Erde zu und vernichten die menschliche Zivilisation.
In der Schlusssequenz sieht man glückliche, weißgekleidete Kinder und das Ehepaar Lowe auf einer hübschen Blumenwiese sitzen, in Erinnerungen an die alte 'böse' Zeit schwelgen und ihren Heilsbringer, den Märtyrer Crawford, verehren...

"Tycus" ist weniger ausgerichtet auf das Szenario nach einem Deep Impact als eher auf die Geschehnisse vorher. Dass hier allerdings die logischen Fehler und die groben Bruckstücke in der Handlung eine allzu sehr stotternde und unglaubwürdige Storyline produzieren, liegt an einem wirklich grausamen Drehbuch, das auch nicht die Dialoge aus einem Sumpf des Grauens ziehen kann. Die schauspielerischen Leistungen sind schwach bis mittelmäßig, lediglich Dennis Hopper kann routiniertes Handwerk abliefern. Witziger Fehler am Rande: Als Lowe seine Frau holen möchte, startet er mit Crawfords Privatjet, einem Falcon und landet am Ziel mit einer Cessna. Irgendwo auf dem Weg muss wohl das Geld ausgegangen sein...
Insgesamt kann der Film nicht überzeugen und ist nur an einem wirklich sehr langweiligen Abend zu empfehlen.

Meine Bewertung: 5 von 10 Punkten

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