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Phantast
| Traumsplitter |
| Buch - Fantasy (B) | |||||
Zu gern hätte Gabriel ihr lautstark widersprochen. Es trieb ihn in den Wahnsinn, diesen Irrtum stehen zu lassen, aber es blieb ihm nichts anderes übrig. Inhalt: Buchaufmachung: Meine Meinung: Der Schreibstil gefiel mir sehr. Er ist sanft und flüssig, und vor allem passt er in seiner Leichtigkeit perfekt zur Sommerstimmung des Buches. Zwischenzeitlich gibt es fast schon poetische Gedankengänge, die auf mich sehr anziehend wirkten, ebenso wie die träumerischen Beschreibungen sowohl der Umegbung als auch des Gefühlslebens der Figuren. Durch diese feine Art gewinnt der Roman sehr viel an Stärke und kann so berühren. Allerdings, das muss ich dazu sagen, haben mich dort Formulierungen wie "Ich bin hier nur gestanden" gestört. Dass das "sein" in diesem Zusammenhang da nicht hingehört, müsste eigentlich klar sein... Ella ist eine Protagonistin, in die ich mich sofort hineinversetzen konnte. Sie ist in ihrer fröhlichen, liebevollen Art einfach total sympathisch. Manchmal erinnerte sie mich ein bisschen an das Klischee der Großmutter - sie geht auf jeden zu und umarmt einfach drauf los, was hier aber sehr niedlich und erfrischend nicht-verklemmt wirkt. Nur an manchen Stellen lässt sie sich für meinen Geschmack viel zu viel gefallen oder handelt entgegen ihrer sonstigen Art - ihre beste Freundin aus Kindertagen verhält sie absolut mies ihr gegenüber, aber sie fragt nicht einmal nach? Sie redet vor ihrem Bruder und dessen intriganter Frau mit Gabriel über seine dunkle Seite? Das erschien mir dann doch manchmal etwas fragwürdig. Gabriel ist mir ein klein wenig zu klischeehaft. Er sieht klasse aus, ist freundlich, liebenswürdig - aber natürlich hat er auch ein Geheimnis. Das habe ich ja nun oft genug gelesen, weswegen ich zwischendurch einfach die Augen verdrehen musste. Er geht mit der Sache allerdings ganz anders um als erwartet - er ist rauer, dunkler. Er versucht, damit klarzukommen und nicht noch unnötig andere mit hineinzuziehen, aber als ihm klar wird, dass er das nicht schafft, lässt er Hilfe auch zu. Man merkt eben, dass er ein erwachsener Mann ist und kein Teenager, was auch sehr gut rübergebracht wird. Ebenfalls gefallen hat mir, dass das Geheimnis schon in der Hälfte zumindest teilweise enthüllt wird, was das nervige Herumgerate erspart. Die anderen Charaktere hat Tanja Heitmann meiner Meinung nach sehr gut gestaltet - besonders ins Herz geschlossen habe ich natürlich Ellas Neffen Konstantin, genannt Kimi. Er ist ganz anders als man es gewohnt ist - er steht auf düstere Kleidung, Kajal, Männer und alles, was seine Eltern aufregt. Das hat aber einen ganz bestimmten Grund, weswegen ich sehr mit ihm mitfühlen konnte. Und während Nora, Ellas Freundin, anfangs noch unsympathisch und fremd wirkt, renkt sich das bald ein, sodass sie dennoch eine Figur wird, von der man gern liest. Allerdings muss ich sagen, dass der Roman ohne die Liebesgeschichte wohl sehr langatmig gewesen wäre. Bis nämlich das erste Mal etwas fantastisches aufkommt, sind schonmal 150 Seiten vergangen und ich war nur durch Gabriel und Ella bei Laune gehalten worden. Die beiden sind sehr süß zusammen und ihre Gespräche haben mir richtig gut gefallen - aber das reicht eben nicht. Die Fantasy-Elemente, die dann aufkommen, sind ebenfalls sehr spärlich gesät. Die Träume und die Traumsplitter, wie schon im Titel genannt, haben zwar ihren Sinn und Zweck, ebenso steht hinter allem das Spannung versprechende Finale, doch trotzdem ging mir alles zu langsam voran. Herausgerissen haben es hier nur die Kapitel, die aus den Sichten anderer Charaktere erzählt wurden und die so das eine oder andere Interessante aufdeckten. Der Showdown kommt dann allerdings endlich, und ja, er ist gut! Spannend erzählt, super eingefädelt und gut aufgelöst wird die ganze Sache. Dahinter steht dann natürlich ein Happy-End - allerdings sehr viel weniger kitschig als ich es erwartet hatte und dementsprechend hat es mir auch gefallen. Die letzten 50 Seiten sind zum Glück richtig fesselnd, weshalb ich das Werk mit einem zufriedenen Seufzen zuklappen konnte. Fazit:
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