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Die Hunde des Orion (Star Trek Titan, Band 3)

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Reihe: Star Trek Titan, 3. Band
Titel: Die Hunde des Orion
Originaltitel: Star Trek - Titan: Orion's Hounds
Autor: Christopher L. Bennett
Übersetzung: Stephanie Pannen
Buch/Verlagsdaten: CrossCult (2009), Seiten: 327, ISBN: 978-3-941248-03-8

Eine Besprechung / Rezension von Andreas Schweitzer
Weitere Rezensionen von Andreas Schweitzer findet man hier auf fictionfantasy oder auf seiner großen Homepage http://www.acrusonline.de

Nach den Ereignissen auf Romulus und in der Kleinen Magellanschen Wolke kann die TITAN endlich mit der Aufgabe beginnen, für die sie eigentlich gebaut wurde: die Erforschung unbekannter Gebiete der Galaxis. So bricht man in Richtung des Orion-Arms der Galaxis auf, ein Gebiet, in dem sich viele „Kinderstuben“ entstehender Sterne befinden. Schon auf der Hinreise wird Deanna Troi von seltsamen Albträumen geplagt, die sie allerdings mehr als Nachwirkung der geistigen Vergewaltigung von Shinzon sieht. Zuerst gerät dies in den Hintergrund, denn am Ziel angekommen stößt man auf ein merkwürdiges Phänomen. Zwar ist die Sternenflotte in der Vergangenheit schon öfter auf gigantische Lebensformen gestoßen, die im Weltraum leben, doch eine solche Anhäufung wie im Orion-Arm hat man bisher noch nicht gesehen. Schon bald werden auch andere telepathisch begabte Besatzungsmitglieder der TITAN von Albträumen heimgesucht. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um Hilferufe kosmozoaner Lebewesen handelt. Diese werden von auf Raumschiffen lebenden Völkern gnadenlos gejagt.

Als die Crew der TITAN Augenzeuge einer Treibjagd wird, stellt sich heraus, von wem die Hilferufe kamen. Die Lebewesen sind Riker und Troi nicht unbekannt. Sie sind zwei von ihnen bei der ersten Mission der ENTERPRISE-D auf Farpoint begegnet. Sie können die Erlegung der Lebensform nicht verhindern. Sie stellen fest, dass die Jäger die ehemals lebenden Raumschiffe selbst für die Jagd benutzen. Ein Umstand, den Riker nicht akzeptieren kann. Er entscheidet sich dafür, Partei für die Kosmozoanen zu ergreifen. Er ahnt dabei nicht, dass er dadurch einen schweren Fehler begeht und ein fragiles Gleichgewicht in diesem Teil der Galaxis in Gefahr bringt

Nach dem sehr interessanten Einstand von STAR TREK: TITAN mit den ersten beiden Bänden, die quasi als Pilotfolge gedient haben, geht man mit dem dritten Band der Serie nun zum normalen Tagesgeschäft über. Die TITAN begibt sich auf ihre eigentliche Mission der Erforschung, wobei man deutlich bemerkt, wie stark verbunden das Konzept mit der seit einigen Jahren vernachlässigten Star-Trek-Philosophie des Schöpfers Gene Roddenberry ist. Zwar kommt die Geschichte nicht ohne Konflikt aus, aber der Reiz, in unbekannte Gebiete vorzudringen steht deutlich im Vordergrund. Dabei entwirft Autor Christopher L. Bennett ein Szenario, dem er mit einem Bezug zu aktuellen Themen ein greifbares Moment gibt. Was zuerst wie eine gnadenlose Jagd der Pa’haquel auf Kosmozoane aussieht, entwickelt sich bei näherem Hinsehen zu einem Bestandteil ihrer Kultur, die durch das teils unbeherzte Eingreifen Rikers an den Rand der Vernichtung gebracht wird. Dies erinnert stark an die Situation der Inuit oder einiger Indianerstämme in Nordamerika und Kanada, die jedes Jahr für den Eigenbedarf Waljagden veranstalten möchten. Auf den ersten Blick handelt es sich dabei um eine unnötige Abschlachterei einer vom Aussterben bedrohten Tierart. Der zweite Blick zeigt allerdings, dass meistens nur ein Tier gejagt wird, das von den Inuit komplett verarbeitet wird. Im Gegensatz zu anderen Waljägern jagt das naturverbundene Volk nur so viel, wie man zum Überleben braucht.

In Bennetts Roman wird dieses Konzept leicht dadurch verändert, dass die Pa’haquel und die sie begleitenden Völker die Farpoint-Wesen für die Erweiterung ihrer Familien benötigen und damit ein Gleichgewicht zwischen den in ihrem Raumgebiet auftretenden Kosmozoanen und den planetengebundenen Völkern herstellen wollen. Eine Jagd bis zur Ausrottung streben sie nicht an, da sie die Wesen als Bestandteil eines großen Zusammenhangs sehen.

Dieses Handungsskelett bekleidet der Autor mit einer spannenden Handlung, die die neuen Figuren der TITAN dem Leser etwas näher bringen. Dabei garniert er alles ein wenig mit zahlreichen Andeutungen auf das Star-Trek-Universum, was aber nicht bedeutet, dass der Roman weniger Spaß macht, wenn man keinen Überblick darüber hat.

Eben weil der Roman weitab vom Einflussbereich der Föderation spielt, hat man hier die Möglichkeit, auch als Außenstehender einen gut geschriebenen SF-Roman zu lesen, der viel Spaß macht und sogar etwas Anspruch besitzt. So zeigt Bennetts Roman, dass Romane, die auf TV-Serien basieren,  nicht unbedingt fade und einfallslos sein müssen. Der Leser bekommt hier ein interessantes, teilweise sehr buntes Universum geboten, wie man es sich früher für die Star-Trek-Serien gewünscht hätte.

Wie gewohnt wird der eigentliche Roman durch einige Extras abgerundet. Diesmal gehören eine Beleuchtung der Idee hinter den Kosmozoanen und ein Interview mit dem Autor dazu.

Die Hunde des Orion - die Rezension von Frank Drehmel

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