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Them
Film - Horror & Mystery (F)

Titel: Them
Originaltitel: Ils
Regie & Drehbuch: David Moreau, Xavier Palud
Darsteller: Olivia Bonamy, Michael Cohen, Adriana Mocca u. a.
Musik: René-Marc Bini
FSK: 16
Laufzeit: 74 min
Frankreich 2006

Eine Besprechung / Rezension von Jean Lüdeke
(weitere Rezensionen von Jean Lüdeke auf fictionfantasy findet man hier)

Wenn Frankreich zum Halali bläst - und das kommt seit Alexandre Ajas beachtlicher Belastungsprobe HIGH TENSION (HAUTE TENSION) immer öfter vor - horchen wir auf. Das Regieduo David Moreau und Xavier Palud meint es genauso ernst wie ihr Kollege und untermauert seinen Anspruch, filmisch nackten Terror auszuüben, gleich in der Eröffnungssequenz seines ersten gemeinsamen Films - eine regelrechte Tour de Force des Schreckens, die nicht nur hoch spannend ist, sondern auch zeigt, dass die beiden Jungs ausführlich Hitchcock und De Palma studiert haben: Klar wird den beiden rumänischen Girls allein auf einsamer Straße etwas passieren - doch wann, wo und wie? Es ist ein brillanter Einstieg, filmisch gewitzt und elegant. Ebenso konsequent geht es auch weiter: Die Story schwenkt auf ein französisches Pärchen - er Schriftsteller, sie Lehrerin -, das sich in einem abgelegenen Häuschen außerhalb von Bukarest lauschig eingerichtet hat. Man muss kein Horrorprofi sein, um zu ahnen, dass der Wahnsinn, der ins alltägliche Leben einbricht, umso größer ist, je idyllischer die Normalität gezeichnet ist. Und weil hier die Idylle perfekt scheint, ist auch das, was folgt, nahezu nicht zu übertreffen. Denn wenn SIE auftauchen und der Albtraum eigentlich erst so richtig beginnt, haben Moreau und Palud die Spannungsschraube bereits so weit angezogen, dass es dem Zuschauer längst die Luft raubt. Vive la France!

Seit Alexandre Ajas High Tension ist der französische Horrorfilm wieder in aller Munde. Die Regisseure und Drehbuchautoren David Moreau und Xavier Palud konnten sich mit vorliegendem Genrebeitrag ausreichend internationale Reputation verschaffen, um den Sprung nach Hollywood zu schaffen: Derzeit drehen die beiden das US-Remake des asiatischen Horror-Knüllers "The Eye" mit Jessica Alba in der Hauptrolle. Das junge französische Pärchen Clémentine (Olivia Bonamy) und Lucas (Michaíl Cohen) besitzt ein altes Anwesen irgendwo in der Nähe von Bukarest. Als Französischlehrerin sorgt sie für das regelmäßige Einkommen, während er lieber Videogames zockt, statt seiner Tätigkeit als Schriftsteller nachzugehen. Es hätte ein ganz gewöhnlich-gemütlicher Abend werden sollen: was Feines essen, vor der Glotze kuscheln und sich lieben, doch die Idylle wird bald durch kuriose Geräusche und einen Stromausfall getrübt. Das Paar wird von einer Gruppe unheimlicher und unbekannter Eindringlinge heimgesucht, und ein Kampf um das nackte Überleben beginnt. "Them" spielt im Hinterland von Rumänien, wo Stromkabel, fließendes Wasser und Technologie noch die Rarität sind; so zumindest der erste Eindruck, wenn man sich aktuelle Reißer wie Eli Roths Quälspektakel "Hostel" zu Gemüte führt. In einer dunklen Nacht fahren Mutter und Tochter zu Beginn von "Them" über einen verlassenen Straßenzug, der dank einiger Laternen auch ein wenig Beleuchtung findet. Prompt setzt die Fahrerin das Auto gegen einen Lichtspender, verschwindet hinter der Motorhaube und wurde seither nie wieder gesehen. Vom Verschwinden ihrer Mutter entsetzt, steigt auch die unwissende Tochter aus dem Auto und fällt "Ihnen" nach einer kurzen Hetzjagd ebenfalls zum Opfer. Außer dem Auto, das in der Nacht neben dem Pfahl liegen blieb, findet die verschreckte Clémentine, von Beruf Lehrerin, auf dem Heimweg nicht mehr viel von der nächtlichen Schreckenstat vor ...
Moreau und Palud setzen bei ihrer professionellen Inszenierung hauptsächlich auf klassisches Gänsehaut-Feeling (ausnahmsweise einmal) ohne allzu hohen Bluteinsatz, die flexible Kameraarbeit Axel Cosnefroys präsentiert sich hierbei als äußerst effektives Mittel zum stetigen Spannungsausbau. Allein aus dem Grunde schon eine absolute Videotheken-Empfehlung wert. "Ein einsam vor der Stadt wohnendes Jungehepaar gerät ins Visier unheimlicher Einbrecher in diesem Musterbeispiel für unblutige Gruselspannung aus Gallien", findet das Fachmagazin "Blickpunkt: Film".

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