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Startseite - Film - Horror & Mystery - The Entrance
The Entrance
Film - Horror & Mystery (F)

Titel: The Entrance
Originaltitel: The Entrance
Regie: Damon Vignale
Darsteller: Jerry Wasserman, Ron Sauvé, Michael Eklund, Sarah-Jane Redmond u. a.
FSK: 12 Jahre
Laufzeit: 81 min
Kanada 2006

Eine Besprechung / Rezension von Jean Lüdeke
(weitere Rezensionen von Jean Lüdeke auf fictionfantasy findet man hier)

Angeblich auf authentischen Ereignissen basierend, wird diese Low-Budget-Produktion nicht nur Genrefans mehr als verzücken. Warum? Eine originelle Spiel-um-dein-Leben-Story mit einem enthusiastisch aufspielendem Ensemble und ohne tonnenweise Blut, hält dieser Horrorstreifen mit seiner spartanischen Lauflänge die Spannung bis zur letzten Minute. Schon im düsteren 16. Jahrhundert berichtete der Exorzist Pater Sebastian Michaelis über eine von einem Dämon besessene Nonne. Dieser Dämon ist eine Art gefallener Engel, der nicht nur sündige Seelen sanktioniert, sondern auch unbedachte Unschuldige verführt. Schnitt, das Heute: Ein völlig neben der Spur wirkender Drogendealer erzählt der Polizistin Jen Porhowski eine verrückte Story über seine angebliche Entführung durch einen Dämonen und ein Spiel auf Leben und Tod in einem alten Parkhaus. Jen versucht dem armen Tropf zu helfen. Doch auf der mysteriösen Suche nach der Wahrheit gerät sie selbst in die Fänge der garstigen dämonischen Mächte und muss nun selbst um ihr karges Dasein kämpfen.

Dieser extraordinäre Horrorstreifen wirkt durch seine unfreiwillige Improvisation umso besser, Die sonst so vojeuristischen Effekte halten sich bedeckt, dafür aber erzeugt "The Entrance" eine ungemein ausweglose und beängstigende Filmatmosphäre.

Immer wieder beängstigend auch dies: "Dämonen, weiß ich, wird man schwerlich los", philosphierte schon Johann Wolfgang von Goethe. Und in der Tat sind Dämonen in ihren vielfältigen Erscheinungsformen immer ein filmisches Sujet wert. In der christlich-jüdischen Vorstellung ist ein Dämon ein böser Geist, der Menschen in Besitz nehmen kann. Die christliche Amtskirche nahm die Dämonenvorstellung auf, indem sie Dämonen als von den Heiden irrtümlich verehrte Götter begriff und das heidnische Pantheon christlich interpretierte. Andererseits platzierte sie die Dämonen zwischen Engel und gefallene Engel. In der Auseinandersetzung mit den Götterwelten bekehrter Völker sah die Kirche dämonologische Auseinandersetzungen als bleibende Notwendigkeit an. Sie entfaltete unter anderem die augustinische Lehre von der Fortpflanzung der Dämonen durch Incubi und Succubi in Anlehnung an Genesis 6, 1-4. Summen wie die Summa theologica des Thomas von Aquin bildeten theoretische Grundlage späterer unduldsamer Hexenverfolgungen hauptsächlich durch die sich allein zuständig haltende Amtskirche. Die Kirchen der Reformation nahmen an der mittelalterlichen Dämonenvorstellung keinen Anstoß; im Verlauf der Aufklärung wurde sie von sich aufgeklärt dünkenden Menschen (oft samt Gott) verabschiedet (Christian Thomasius, "Vom Laster der Zauberey"). Im Fundamentalismus zeigt sie sich weiter stark verankert. Das Thema Dämonen im Horrorfilm bleibt also zeitlos akut und aktuell.

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