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Phantast
| The Day after Tomorrow |
| Film - Science Fiction (F) | |||||
Anscheinend verbindet Roland Emmerich irgend ein Trauma mit New York. Anders lässt es sich kaum erklären, warum der deutsche "Master of Desaster"-Regisseur nach vertrottelten Aliens und einer etwas zu groß geratenen Echse die größte amerikanische Stadt erneut Schauplatz der fast totalen Vernichtung werden lässt. Der Klimaforscher Jack Hall (Dennis Quaid) ist sich nach Studien in der Antarktis sicher, dass die globale Erwärmung innerhalb der nächsten Jahrzehnte zu einer neuen Eiszeit führen wird. Wie in Katastrophen-Filmen üblich, schenkt ihm niemand Glauben, selbst dann nicht, als die ersten Vorzeichen eintreten: In Indien beginnt es zu schneien und Tokio wird mal nicht von einer etwas zu groß gewordenen ... äh ... also, Tokio wird von tennisballgroßen Hagelkörnern heimgesucht. Wenig später bricht die Katastrophe mit ihrer ganzen Wucht über die westlichen Welt herein: Europa wird unter einem Eispanzer erstickt (was natürlich nicht gezeigt wird, denn wichtig sind ja nur die USA) und LA von Tornados völlig zerstört. Hall rät dem Präsidenten, die Südstaaten der USA zu evakuieren, woraufhin Millionen Amerikaner versuchen, nach Mexiko zu fliehen. Als New York von Wasser und Frost überzogen wird, bricht Hall dort hin auf, um seinen Sohn zu retten. Zuerst zum Positiven: Die Spezialeffekte sind zum größten Teil wirklich gut gemacht und wirken realistisch. Emmerich überrascht mit einigen originellen Einfällen, als da wären: Ein durch das vereiste New York schlingernder, russischer Öltanker, ein "Penner" als Protagonist und die Idee, Mexiko die Grenzen zu den USA dicht machen zu lassen. Dem gegenüber stehen leider viele negative Punkte: Wie in fast jedem seiner Filme konzentriert sich Emmerich auf den Konflikt zwischen einem Vater und seinem Sohn, der schlussendlich von seinem Erzeuger gerettet werden muss. Andere menschliche Aspekte kommen kaum vor, da die übrigen Figuren aus dem Klischee- Buch abgepaust wurden: Der ignorante US-Vizepräsident, die altruistische Ehefrau des Helden, die erst durch eine unmittelbare Gefahr wieder zu ihrem Mann findet, das altkluge Sohn, der "funny sidekick", das süße Hundchen und sein versponnenes Herrchen/Frauchen, etc. Die Charakterisierungen der Figuren sind quasi nicht vorhanden - der Plot macht sie auch nicht notwendig. Von Anbeginn weiß man, wer überleben und wer sterben wird. Trotz des globalen Szenarios sind nur wenige Menschen im Blickpunkt der Geschichte, um sie auch einfacheren Gemütern verständlich zu machen. Trotz Tornados, Gefrierstürzen und Riesenwellen wirkt der Film seltsam steril und, ja doch, langweilig. In solcher Perfektion hat man Naturkatastrophen wohl nie zuvor gesehen. Berührt fühlte ich mich davon jedoch nicht. Als Zuschauer bleibe ich stets außen vor, was zum einen an den uninteressanten Figuren liegt, zum anderen an der höchst durchschnittlichen Regie. Die New York vernichtende Flutwelle hat man in "Deep Impact" weitaus beängstigender erlebt und die Gefahrenpotenziale für die Helden wirken an den Haaren herbei gezogen. Selten habe ich einen Film gesehen, der den moralischen Holzhammer öfter auspackte als DAT. Es ist ja schön und mutig von Emmerich, seine Überzeugungen in einen solchen Film zu packen. Aber eine Spur subtiler hätte dem Film auch keinen Abbruch getan. Beim Abspann vermisste ich das "Greenpeace"-Logo odere eine Wahlempfehlung für eine Grün-Partei... Fazit: Handwerklich durchschnittliches Popcorn-Kino mit gut gemeinter, zu dick aufgetragener Botschaft, die ihre Wirkung ohnedies verfehlt, denn nach zehn Minuten hat man den Film schon wieder vergessen. Schade - da hätte man mehr draus machen können!
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Hits: 2273 Kommentare (4)
![]() geschrieben von RoM, Februar 04, 2012
Was unfreiwillige Komik angeht, so ist der Streifen ein Füllhorn gescheiteter Szenen. Zu Anfang werden die zu rettenden Eisproben nicht einzeln über den Riss geworfen. Wäre zu unheroisch für das amerikanische Publikum. Nein, unser Held springt mit allen im Arm. natürlich zu kurz, kann sich aber mit einem plötzlich materialisierten Eispickel retten. Dafür existieren die Probenbehälter nicht mehr im Skript. Und so geht es munter weiter.
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