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Startseite - Film - Horror & Mystery - Teuflisch
Teuflisch
Film - Horror & Mystery (F)

Titel: Teuflisch
Originaltitel: Bedazzled
Regie: Harold Ramis
Drehbuch: Larry Gelbart, Peter Tolan, nach der Vorlage von Peter Cook
Darsteller: Brendan Fraser, Elizabeth Hurley, Frances O'Connor, Orlando Jones, Brian Doyle-Murray, Miriam Shor
Musik: David Newman
FSK 12
Laufzeit: 90 min
USA, Deutschland 2000

Eine Besprechung / Rezension von Andreas C. Lazar
(weitere Rezensionen von Andreas C. Lazar auf fictionfantasy findet man hier oder auf seiner Webseite moviebazzar.de)

Der Teufel gewährt dem Dilbert-artigen Angestellten Elliot Richards sieben Wünsche. Leider geht einiges schief.

Ja, ein Faust-Movie und damit gleichsam die filmische Gelegenheit, die verborgenen Wünsche und geheimen Lüste eines Menschen offen zu legen, in seinem lächerlichen Begehren die ganze Tragik der Sterblichen zu spiegeln, das verhängnisvolle Dreieck zwischen Himmel, Erde und Hölle zu beschwören und so endlich mit den Mitteln des Kinos zu erkennen, "was die Welt im Innersten zusammenhält".

Aber ach, Bedazzled ist kein Experimentalfilm eines europäischen Autorenfilmers, sondern ein Massenprodukt aus Hollywood, nicht mit Gustaf Gründgens, sondern mit Elizabeth Hurley, die zwar in Strumpfhosen eindeutig eine bessere Figur macht, auf der Bühne aber den Kürzeren zieht (laue Scherze senken die Erwartungen für den Rest der Kritik). Regie führt Harold Ramis, der schon mit Groundhog Day zeigte, was Menschen garantiert nicht tun, wenn ihre Taten keinerlei Folgen mehr zeitigen. Auch sein neuester Streich leidet darunter, dass selbst Heidi und Bambi verruchtere Wünsche zustande bringen würden als der gutmütige Nerd Elliot Richards, dem es angeblich tatsächlich genügt, der Präsident der Vereinigten Staaten zu sein. Dem geneigten Leser muss wie in meiner Groundhog Day-Kritik die Frage gestellt werden, was er denn tun würde, wenn er vom Teufel die unglaublich hohe Zahl von sieben (sieben!) Wünschen freigestellt bekäme? Einen Big Mac bestellen und zum tumb-athletischen Basketballstar werden?

Insofern ist Bedazzled also recht typisch hollywood-unrealistisch; die handwerkliche und tricktechnische Umsetzung ist bestenfalls Mittelklasse, die schlappe Einführung und das windelweich-schäbig-skurrile Happyend runden den Gesamteindruck nicht gerade ab, und Liz Hurley hat, als Schauspieltalent verteilt wurde, gerade ihr Dekolleté gescheitelt.
Dafür ist selbiges, ein sabbernder Machospruch alle zehn Kritiken sei mir gegönnt, in immer neuen roten Kleidern zwar PG13-mäßig verhüllt, aber nichtsdestotrotz überaus ansprechend anzusehen, und zumindest die triebgesteuerten Y-Chromosomler kommen auch ohne Dialoge und Handlung voll auf ihre Kosten: Mit ihrer tiefen, von entzückend-herbem englischen Dialekt gefärbten Stimme und ihrer makellosen, zumindest natürlich wirkenden Figur ist Hurley sowohl als pflichtvergessene Fermatsche Vermutung-Lehrerin als auch als Diablo fahrende Besitzerin eines Nachtclubs durchgehend atemberaubend. Daneben verblasst Brendan Fraser fast, der mit einer bravourösen Vorstellung wieder einmal seine kömodiantische Extraklasse beweist - als "emotional sensibelster Mann der Welt" oder als Abraham Lincoln im Ford Theatre sorgt er trotz des sich manchmal arg auf 'lustige' Klischees verlassenden Drehbuches auf sympathische Weise für herzhafte Lacher, welche meistens das Einzige sind, was die einzelnen Episoden miteinander verbindet; denn mehr als eine halbzahm-freundliche Sketchshow ist Bedazzled trotz des zugrunde liegenden Themas nicht. Leider.

3,5 von 5 Sternen

Kommentare (2)Add Comment
Jürgen Eglseer
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geschrieben von eglseer, Januar 30, 2009
Anmerkung: Der Film ist ein Remake eines gleichnamigen (Deutsch: Mephisto ’68) von 1967.
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geschrieben von raps, Januar 31, 2009
Die nebenbei geäußerte Kritik an Groundhog Day - wenn man unendlich denselben Tag wieder durchleben könnte, würde man ganz andere Dinge machen als Bill Murray - kann ich nicht nachvollziehen. Nicht jedem von uns ist es 'gegeben', mit der Kettensäge eine Stadt zu massakrieren oder ähnlich groben 'Unfug' anzustellen. Hey, Murray killt immerhin einmal ein Murmeltier und fährt als Clint Eastwood verkleidet beim örtlichen Kino vor. Für mich ist das schon extrem genug. Mir gefällt gerade an Groundhog Day das Ironisch-Märchenhafte: dass ein Mann zu einem guten Menschen nicht durch moralische Einsicht wird, sondern weil er dazu gezwungen wird, da dies seine einzige Chance ist, einer Zeitschleife zu entrinnen. Den Fluchtweg Selbstmord hat er schließlich vorher zur Genüge ausprobiert.

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