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Startseite - Film - Horror & Mystery - Tears of Kali (Special Edition)
Tears of Kali (Special Edition)
Film - Horror & Mystery (F)

Titel: Tears of Kali (Special Edition)
Regie und Drehbuch: Andreas Marschall
Produktion: Olivera Becker, Heiner Thimm
Darsteller: Mathieu Carriere, Peter Martell, Cora Chilcott, Vronie Kiefer
Deutschland 2004
Laufzeit: ca. 90 Min.
Deutscher Vertrieb: e-m-s

Eine Besprechung / Rezension von Max Pechmann

Anfang der 80er Jahre gründen sich in Indien eine Reihe esoterischer Gruppen, die Anlaufstellen für Geistesschwache, Drogensüchtige und Leute auf der Suche nach Selbsterfahrung sind. Eine dieser Gruppen trägt den Namen Taylor-Eriksson-Group. Diese Sekte treibt die Suche nach Selbsterfahrung und Selbstfindung weit über die Grenzen des menschlichen Verstandes hinaus. Eines Tages jedoch sind alle Mitglieder der Sekte spurlos verschwunden. Ihre abartigen Methoden aber werden von manchen Menschen weiterhin praktiziert...

Wer in Deutschland einen Horrorfilm machen möchte steht zunächst einmal vor verschlossenen Türen. Viele Produzenten rümpfen vor diesem Genre die Nase, da sie - aus welchem Grund auch immer - Horror von Anfang an in die Schmuddelecke verbannen. Daher werden in Deutschland kaum Horrorfilme produziert. Und die, die produziert werden, müssen erstens mit sehr wenig Geld auskommen und sind zweitens in der Regel Filme mit jeder Menge Blut, aber kaum Handlung.
Der junge Regisseur Andreas Marschall beschritt hierbei einen völlig anderen Weg. Natürlich war sein Budget extrem gering, aber er vergeudete das Geld nicht für sinnlose und übertrieben brutale Splatter-Effekte. Sein Film "Tears of Kali" ist ein genialer Horrorfilm, der es durchaus mit Genrelichtern wie "Ring" aufnehmen kann. Der Episodenfilm ist in drei Geschichten aufgeteilt, die jedoch alle durch die Machenschaften der Taylor-Eriksson-Group zusammenhängen. Dabei geht Andreas Marschall in lovecraftscher Manier vor, indem er immer wieder Leute auftauchen lässt, die über seltsames Wissen verfügen, das letztendlich nur dazu dient, die Menschen ins Chaos zu stürzen. Es tut sich dadurch ein Riss auf, der den Blick auf eine Welt jenseits des menschlichen Verstandes freigibt.
Aufgebaut sind alle drei Geschichten wie Kammerspiele. Durch einfallsreiche Kameraperspektiven und unterschiedliche Schnittfolgen aber gelingt es Marschall, über das geringe Budget hinwegzutäuschen. Durch die Enge der Räume, in denen sich die Protagonisten aufhalten, wird von Beginn an eine alptraumhafte Atmosphäre erzeugt, die dadurch verstärkt wird, dass den Figuren jeglicher Fluchtweg verwehrt bleibt. Hinzu kommen sehr gute und intensive Dialoge, in denen die Erfahrungen der Taylor-Eriksson-Group zu einer Art kosmischen Bedrohung aufgebaut werden.
"Tears of Kali" ist sehr spannend und kurzweilig inszeniert und bietet eine Reihe wirklich unheimlicher Szenen. Spätestens dann, wenn die Patientin einer Irrenanstalt ständig von einem "toten Mädchen" faselt, wird es den Zuschauern zunehmend ungemütlich...
Marschalls Film wurde in Deutschland kaum beachtet. Dies liegt einfach daran, dass Horror in Deutschland schlichtweg verpönt ist. Und dies, obwohl in Deutschland eine der Wiegen der europäischen Phantastik liegt. Im übrigen Europa dagegen, ja sogar in den USA bekam "Tears of Kali" auf Filmfestivals diverse Preise und Nominierungen. Ein überaus sehenswerter Horrorfilm, den e-m-s zusammen mit Anolis Entertainment jetzt als 3-Disc-Special-Edition herausgebracht hat. Diese enthält den Film, eine Bonus-DVD und den kompletten Soundtrack sowie ein 20-seitiges Booklet. Mehr geht eigentlich gar nicht.

Kommentare (1)Add Comment
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geschrieben von Anonymous, November 07, 2007
Also, man kann ja viel interpretieren und ich bin dem Horror-Genre durchaus zugetan, aber Tears of Kali ist ein einzige Lachnummer. Neben Shriek und Naked Space einer der am schwersten auszuhaltenden Filme ´die ich bisher gesehen habe. Ich weiss garnicht wo ich anfangen soll, die originellen Kamerafahrten sind so originell, dass ich dem Kameramann keine Absicht bei den Aufnahmen unterstellen möchte. Es wirkt als wäre die ganze Inszenierung (von den schlechten Schauspielern, über eine mittelmäßige Beleuchtung bis zur Darstellung der Blutszenen, welche frei nach dem Motto Ey ich hab 6 Liter, schmiert noch wat an die Wände funktionieren) eine einzige Regieanweisung. Ich habe selten so aufgesetzte Dialoge ( Zitat: Kriminalgeschichten???) gepaart mit total ungeschickt geschnittenen Gruselszenen gesehen. Naja, es war ein Heidenspaß, aber dabei bleibts auch.

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