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Startseite - Film - Animation - Tarzan
Tarzan
Film - Animation

Titel: Tarzan
Originaltitel: Tarzan
Regie: Chris Buck, Kevin Lima
Drehbuch: Tab Murphy
Sprecher: Brian Blessed, Glenn Close, Minnie Driver, Tony Goldwyn, Nigel Hawthorne, Lance Henriksen
Musik: Mark Mancina, Phil Collins
FSK: ohne Einschränkung (gekürzte deutsche Fassung)
Laufzeit: 88 min
USA 1999

Eine Besprechung / Rezension von Andreas C. Lazar
(weitere Rezensionen von Andreas C. Lazar auf fictionfantasy findet man hier oder auf seiner Webseite moviebazzar.de)

Uh! Uh-uh-uh-Ah! Ah-ah-ah! Uh!

Es war wieder Winter (wenn man das nasskalt-feuchte Etwas in Deutschland so nennen kann), und es kam wie alle Jahre wieder ein neuer Disney-Zeichentrickfilm in die Kinos. Also begab ich mich wieder freudig in ein Kino, um die Saga vom Affenmenschen auf Walts Weise erzählt zu bekommen. Und siehe da, es hat sich gelohnt.

Mit der gewohnten zeichnerischen Routine, technischen Brillanz und erzählerischen Rasanz werden der Dschungel, die Tiere und ihre Bewegungen (besonders sei hier Tarzans wirklich affige Fortbewegungsart angemerkt) und die Menschen wunderbar lebensecht und realistisch dargestellt. Die Story ist Disney-üblich wieder herzergreifend, lustig und traurig zugleich, diesmal sogar wieder für jüngere Kinder geeignet, einen Insider-Scherz über The Beauty and the Beast gibt es auch noch, und man lernt, dass soziale Bindungen wichtiger sein können als biologische; die Sprecher sind natürlich auch allererste Klasse - hier fällt auf, dass die Gorillas im Original ein sehr geschliffenes Oxford-Englisch sprechen. Welch ein Unterschied zu früheren Filmen wie The Jungle Book, wo die Affen noch von schwarzen Sprechern im Ghetto-Slang zu Leben gebracht wurden - die rassistischen Konnotationen der Art "Schwarze = Affen" scheinen also zumindest bei Disney überwunden. Insoweit also viel Erfreuliches.

Aber leider gibt es auch Dinge, die den hervorragenden Gesamteindruck schmälern - sie lassen sich im Wesentlichen mit zwei Worten umreißen: Phil Collins. Als wäre sein 'Gesang' im Original nicht schon schlimm genug, lässt man ihn hier auch noch auf Deutsch 'singen' und erreicht damit eine ähnlich stimmungstötende Wirkung wie mit der Was-ist-Seife-bitte-Kelly-Family am Ende von The Hunchback of Notre Dame. Und um noch mehr von Collins hören zu können, hat man diesmal sogar die Songs der Figuren weggelassen! Eine doch mehr als bedauernswerte Entwicklung.

Weiterhin scheitern Teile des Films mit der langweiligen und schon oft dagewesenen Abziehbild-Bösewicht-Figur Clayton, die dem Bösesein keinen einzigen neuen Aspekt abgewinnt und wie eine Mischung aus ähnlichen Großwildjägern früherer Disney-Filme wirkt. Auch Tarzans Sidekicks wie Terk lassen die Originalität früherer, ähnlicher Figuren etwas vermissen, und insgesamt erzählt der Film keine so große Geschichte wie in den Jahren zuvor, sondern fast schon ein Dschungel-Kammerspiel. Aber das ist ja auch mal ganz nett.
Alles in Allem überwiegen die positiven Aspekte also dennoch und man kann sich wieder beruhigt im Kinosessel zurücklehnen ... wie (fast) jeden Winter.

3,5 von 5 Sternen

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