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Fantasy Buch

Sträflingskarneval

Titel: Sträflingskarneval
Autorin: Annette Eickert
Verlagsdaten: AAVAA, Februar 2012, 311 Seiten broschierte Ausgabe, ISBN-13: 978-3845902449

Eine Besprechung / Rezension von Jürgen Eglseer
(weitere Rezensionen von Jürgen Eglseer auf fictionfantasy findet man hier)

Aus dem Klappentext:

Mythos und Legenden eines uralten irischen Druidenordens treffen auf die harte Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts. Gefangen zwischen Intrigen und Machtkämpfen versuchen vier junge Menschen ihren Platz im Leben zu erringen

Meine Meinung:

Worum geht es in diesem Roman: Zwei Monate sind vergangen, seitdem die Versammlung der Dunkelheit, genannt Datla Temelos, den Orden der Druida Lovo angriff und etliche Mitglieder tötete. Darunter auch den Urgroßvater Ryan Tavishs, der zugleich als Großmeister des Ordens fungierte. Nur kurze Zeit war die Druida Lovo führerlos, bis der machtsüchtige Hinthrone diesen Platz einnahm. Nicht nur, das Hinthrone sämtliche modernisierten Gesetze des Druidenordens hinwegfegte und die Organisation fortan unter den uralten, teils grausamen Regeln weiterleben lässt. Er verschreibt sich auch der Suche nach einer Originalabschrift der Druidengesetze, in denen - der Legende nach - ein Wegweise zu einem unermesslichen Schatz zu finden ist.
Ryan muss sich auch noch mit seinen widersprüchlichen Gefühlen auseinander setzen, da er wachsende Zuneigung zu Aidan empfindet - welcher selbst gerade nach der neuen Gerichtsbarkeit zu mehrjähriger Zwangsarbeit verurteilt wurde. Schlussendlich muss Ryan sich eingestehen, dass er sich in Aidan verliebt hat und versucht nach dem verhängnisvollen Urteilsspruch alles, um seinen Freund das Leben leichter zu gestalten. Dies passt natürlich nicht in die Planungen von Hinthrone und seinem unehelichen Sohn Pete Smith, dessen Grausamkeit weithin gefürchtet ist. Im Umfeld Aidans vermutet Hinthrone einen Ring, der einen wichtigen Hinweis auf die alten Gesetzesabschrift darstellt. Mehrmals sucht Smith den Jungen auf und misshandelt ihn, in der Hoffnung, ihn zerbrechen zu können.

Einen Großteil des Romanes nimmt die Suche der jungen Protagonisten nach ihrem Platz in einer Gesellschaft ein, die zwischen Antike und Moderne zerissen scheint. Die Widersprüche, warum dies so ist, werden allerdings nicht aufgelöst. Ebenso beschäftigt sich Annette Eickert stark mit der Suche Ryans nach seiner sexuellen Identität, die er schlussendlich in Aidan findet und sich einer zaghaften homosexuellen Romanze hingibt. Nach langem Hin und Her und teils sich wiederholendem Kleinklein zwischen Pete Smith und Aidan findet man im letzten Drittel des Romans endlich eine Handlung, die den Leser nach vorne bringt. Auf der Suche nach dem oben erwähnten Schatz wandelt sich die Zielrichtung des Romans von einem Gesellschaftswerk mit romantischem Einschlag hin zu einem mystischen Verschwörungsroman. Leider sind die gewählten Versatzstücke des neu aufgetauchten SubGenres nicht so präsentiert, das man auf dem Schlusspurt Spannung oder Interesse wecken kann. Stattdessen mündet nach einem kurzem Intermezzo alles in einem friedlichen und glücklichen Ende. Wie nett.

Stilistisch ist dieser Roman sehr anstrengend. Wenn Adjektive ein Gewürz wären, dann wäre dieser Roman heftigst versalzen. Kein Gegenstand, keine Person kann einfach nur sein, sondern muss mit einem oder meist mehreren Eigenschaften versehen werden. Im Zweifel benennt man Personen statt mit ihrem Namen einfach mit einem passendem Adjektv, wie beispielsweise "Muskelberg". Jedes Element wird von Eickert genauestens beschrieben - ein Messer kann nicht nur gefährlich sein, sondern: "als sein Gegenüber plötzlich ein großes scharfes Messer in der Hand hielt. Die Klinge glänzte im Sonnenlicht und unterstrich die lebensgefährliche Situation". (S. 72) Genausowenig wäre ich beispielsweise überrascht, in Spanien auf einen "spanischen Führer" zu treffen, der mir den Weg weist.
In jedem Anfängerkurs für Schriftsteller würde dies tiefrot angestrichen werden, es zeugt nicht nur von der blumigen Sprache der Autorin, sondern auch von einem mangelnden Lektorat. Auch manche Dialoge hätten der gestrengen Feder eines Lektors zum Opfer fallen sollen: "Ryan, meinte Aidan nachdenklich, als sie sich schläfrig aneinanderkuschelten. Meinst du, meine Mutter war nur so tolerant, weil ich ein verfluchter Sträfling bin?". Verflucht ist der genannte Aidan im übrigen nicht...
Das Fehlen eines Korrektorates wird auch noch durch diverse Rechtschreib- und Interpunktionsfehler unterstichen, die eigentlich nicht sein müssten.

Was will uns Annette Eickert mit diesem Roman nun bieten?
Eine Romantik-Geschichte? Ja, obwohl dieser Teil nur einen Nebenhandlungsschauplatz darstellt, funktioniert diese ganz gut. Auch das Titelbild, von der Autorin entworfen, weist darauf hin, worum es hier geht.
Einen Gesellschaftsroman? Leider nicht, denn sämtliche Fragen, die Annette Eickert in diesem Buch aufwirft, werden nicht beantwortet, beziehungsweise sie setzt sich nicht damit auseinander. Wie kann eine keltische Gerichtsbarkeit in der heutigen Zeit umgesetzt und toleriert werden? Kein Wort dazu.
Einen Mysteryroman? Das selbe Problem: Die Erklärung, warum der Orden exisitiert, wird mit einer kurzen Bemerkung im letzten Drittel des Romans abgetan. Schlussendlich hat er keinerlei Bedeutung. Und was sich hinter der anfangs als großes Feindbild aufgebauten Organisation Datla Temelos verbirgt, bleibt dem Leser größtenteils verschlossen. Und der am Ende des Romanes plötzlich präsentierte uralte Mutterorden dient leider nur als kurzfristige Staffage.

Schlussendlich kein großer literarischer Wurf, eine leidlich spannende Romatikgeschichte, die auf etwas wackeligen Mystik- und Mysteryfundamenten aufgebaut ist.

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  • Gast (Colette)

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    Zur Kritik zum Inhalt des Buches mag ich nichts schreiben. Da muss sich halt jeder ein eigenes Bild machen.

    Aber interessanterweise sich so dermaßen über Rechtschreib-, Interpunktionsfehler usw. mukieren und selber nicht in der Lage sein den Namen der Autorin jedes Mal richtig zu schreiben ... Naja... Da hätte diese Rezension an einigen stellen wohl ein ausgiebiges Lektorat nötig gehabt.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Einmal ein "i" vergessen und schon wird einem vorgeworfen nicht schreiben zu können. Wie nett, stattdessen versucht man auf sehr durchsichtige Art Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Aber in meiner Kritik stand nicht ein, zwei Rechtschreib- oder Flüchtigkeitsfehler im Vordergrund, sondern ein grundsätzlich schlechter Stil. Da war es vielleicht ein Fehler, der besten Freundin das Lektorat zu überlassen.
    Und - weder Filmkritiker müssen Filme drehen können, um die Fähigkeit zu besitzen, sie zu kritisieren, noch müssen Autobahnraststättentester neue Autobahnraststätten bauen. Das ist ein blödsinniges Argument.

  • Gast (RoM)

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    Die Art der "Argumentation" hält hartnäckig durch. Kennen wir noch aus den alten Club-Zine-Tagen. :)

  • Gast (Jürgen Eglseer)

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    Da hast du recht, Robert. Aber es gab noch viel Schlimmere....!

  • wie ich sehe, werden hier negative Kritiken auch nicht gerne gesehen. Schade. Jeder hat einern anderen Geschmack und eine andere Sicht der Dinge und sollte diese wieder geben dürfen ohne dass man über ihn/sie her fällt. Konstruktive Kritik kann einen auch sicherlich weiterbringen. Und wer sagt, dass jemand, der kritisiert, etwas besser können muß? Ich zahle für ein Buch und stelle bestimmte Erwartungen an dieses Buch, wenn der Klappentext mich anspricht. Ist dann der Inhalt des Buches bei weitem nicht so, wie es versprochen wurde, übe ich Kritik. Ich denke, das ist völlig legitim.

  • Gast (Jürgen Eglseer)

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    Naja, Petra... Das negative Kritiken vom Autor bzw. von dessem Umfeld nicht geliebt werden ist doch verständlich. Jedoch wird es auch trotzdem auf ff immer auch kritische Betrachtungen geben, die immer sachlich und konstruktiv sein werden. Wenn das dem Autor - oder dessen Umfeld - nicht gefällt, nun das ist mir eigentlich egal. Wenn jemand einen Roman schreibt muss er sich auch negativer Kritik stellen. Wir werden uns hier nicht beeinflussen lassen.

  • ich denke einfach, auch negative Kritik kann zu nachdenken anregen. Und wenn einem die Kritik nicht gefällt finde ich es ok, wenn man sachlich begründet warum man die Kritik unangebracht findet. Daraus kann sich sicherlich eine tolle Diskussion mit unterschiedlichen Meinungen zu einem Buch entwickeln, die andere Leseratten dann vielleicht neugirig macht. Aber ein Kommentar wie: Mach es doch besser o.ä. bringt einen ja nun wirklich nicht weiter und sagt nichts darüber aus, wie z.B. Colette? das Buch jetzt findet. Da fehlt dann eigentlich eine Gegenrezension, die mich davon überzeugt, dass sich das Buch doch lohnt.

  • Gast (Björn)

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    Ach je. Der Ärger mit dem kritischen Feedback.
    Grundsätzlich wird natürlich niemand gern bekrittelt - wenn man es mal so trivial benennen will. Keiner hört gern: "Mir hat dein Machwerk nicht gefallen, weil..." - schließlich sind die Produzenten ja in den meisten Fällen davon überzeugt, etwas Präsentables, vielleicht sogar Begeisterungswürdiges anzubieten.
    Dennoch erwarte ich von einem tatsächlich-wirklich-richtig-echt-so-wie-die-ganzen-Bestseller-veröffentlichten Druck die Wahrung gewisser Formerfordernisse. Ein gründlich lektorierter, fehlerfreier Text ist eines. (Anderenfalls kann ich auch die ambitionierten Ergüsse aus kreativen Deutsch-Leistungskursen lesen.)Denn so fesselnd kann ein Plot, so grandios kann kein Stil sein, dass er mich über dieses Ärgernis hinwegsehen lässt.
    Wenn weder Autor noch Verlag dafür Sorge tragen, muss man sich das hinterher eben sagen lassen. Darin allein liegt ja noch kein Verriss, und nach dem ersten Schreck kann man die Information doch wirklich als hilfreich fürs nächste Mal einordnen.
    Ob einem das Thema und die Art der Aufbereitung behagt, ist wahrlich Geschmackssache. Aber dafür gibt es Klappentexte und Leseproben.
    Prinzipiell finde ich es schade, wenn auf berechtigte, sachliche Kritik im wirklich kritischen Sinne pubertär reagiert wird. Keiner will Autoren angreifen, wenn er seine Meinung sagt.Leser informieren sich nun einmal gegenseitig über den Stoff, den sie konsumieren. Im Zweifelsfalle ist es doch wohl besser, wenn auch die jubelfreien Ansichten den Autor erreichen - sofern er daran interessiert ist, sich weiterzuentwickeln. Wenn nicht, natürlich nicht. Das trennt den Amateur vom Profi, was die Einstellung zur eigenen Arbeit betrifft.
    Aber wesentlich schlimmer als kritische Stimmen sind solche, die gar keine Worte finden. Oder nur sehr knappe wie "Vergiss es. Verkaufs weiter.Lohnt nicht." DAS sind Statements, die Analls zu vielerlei Hinterfragen bieten - solche Kommentare wie der zum Sträflingskarneval sind eigentlich ein Geschenk.

  • wir hatten eine Leserunden zu einem Buch, in dem wir 58 Fehler gefunden haben. es war ein HC für 19,90 Euro. Da verlange ich als Leser für das Geld auch mehr. Aber es wurde vom Verlag zur Kenntniss genommen und es wurde zugesagt, das bei der zweiten Auflage zu korrigieren. Also sind Leser mittlerweile wohl auch Lektoren :) so spart man Geld.

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Der Bearbeiter sagt vielen Dank für die Blumen . Die zahlreichen positiven Rückmeldungen der Leser h...
Hallo Maik! Den Comic gibt es nicht zu gewinnen. Wie kommst du drauf? Vielleicht verwechelst du das ...
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hallo ich würde das comic gern gewinnen wiel star trek mich meine kinder begleidet hat mfg maik