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Startseite - Buch - Fantasy - Stille Nacht
Stille Nacht
Buch - Fantasy (B)

Titel: Stille Nacht
Herausgeberin: Tanja Heitmann
Titelbild: Barbara Hanke / Cordula Schmidt
Buch/Verlagsdaten: Rowohlt Verlag 21626 (11/2011); 185 Seiten; 12,99 €; ISBN: 978-3-499-21626-8 (TPB)

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Sechs Kurzgeschichten - alle mit ein wenig schmachtendem Herzschmerz versehen -, die sich recht gut lesen lassen und im Vorfeld der Weihnachtszeit gar nicht so verkehrt sind. Die Leserinnen, die die Möglichkeit haben, sollten sich vor den Kamin setzen oder in die letzten Sonnenstrahlen eines goldenen Herbstes. Mit der Kurzgeschichtensammlung können sie ein paar angenehme Momente verbringen. Wer schnell mal sechs unterschiedliche Autorinnen kennen lernen will, ist hier gut aufgehoben. Ich bin ein großer Fan von Kurzgeschichtensammlungen. Viele Figuren auf wenigen Seiten sorgen dafür, dass die Autorinnen nicht viel Zeit haben, um mit ihren Handlungsträgerinnen eine Geschichte zu erzählen. Hinzu kommt, dass jede Autorin ihren eigenen Schreibstil hat und damit für sehr abwechslungsreiche Erzählungen sorgt.

Tanja Heitmann - „Eine Spir von Rot“
Die Erzählung ist recht einfach gehalten, unterhaltsam und eher eine Liebesgeschichte, um Grusel geht es weniger. Wir sind in einem verschneiten Finnland, in einer Zeit nach einem Untergangszenario. Menschen sind ausgestorben, Vampire beherrschen die Welt. Ausgerechnet Finjas findet in einer düsteren Polarnacht ein Rotkäppchen - Michal läuft mit einem roten Umhang und einem Korb in ihrer Hand alleine durch den Wald. Es ist nicht sofort klar, was es mit dem Mädchen auf sich hat, aber dafür ist ja der neugierige Finjas da.

Gesa Schwartz - „Das Herz in der Dunkelheit“
„Die Schöne und das Biest“ stand eindeutig Pate für die Geschichte. Wer das mag, ist hier gut aufgehoben. Persönlich halte ich nichts davon, wenn Geschichten nur ein wenig umgeschrieben werden, um dann als neue Erzählung verkauft zu werden.

Nina Blazon - Tom Jofnurs Lied
Eine Mischung aus Liebe und schaurigem Meeresabenteuer. Tom Jofnur ist ein glückloser Arzt, der den Weg ins Grab ebnet, statt die Gesundheit zu erhalten. Tom heuert auf einem Walfänger an, weil er einen Finnwal jagen will. Dessen Horn, einem sagenhaften Einhorn ähnlich, soll Wünsche erfüllen. Und dann tritt eine wunderschöne Frau auf den Plan, die Toms Wünsche anderweitig kanalisiert. In vielen Teilen erinnert mich die Geschichte an Moby Dick.

Anika Beer - „Geisterwolf“
Die Studentin Julie trifft auf einen einsamen Brückengänger. Adrian scheint sich für sie zu interessieren und doch benötigt er ihre Hilfe. Seine Geschichte ist ein wenig unheimlich, scheint mir ein wenig stereotyp, mit vielen Klischees versehen.

M. F. Hammesfahr - „Winterkinder“
Es soll ein gemütliches Weihnachtsfest in der alten Jagdhütte von Jennys Großeltern werden. Mit ihren Freundinnen fährt sie in den Wald, nur um dort unerwarteterweise auf einen schwerbewaffneten Typen zu treffen. Der Mann hat ein Problem mit einem unsichtbaren Feind. Die Mädels jetzt auch. Der Winter hat eben verschiedene Gesichter.

Nora Melling - Raunächte
Elodie führt ein sehr geregeltes Leben, bis zu dem Zeitpunkt, da sie auf den unwiderstehlichen Mick trifft. Das Mädchen gibt sich Mühe, in allem, was sie anpackt, die Beste zu werden. Ihr einfach gestecktes Ziel ist, die Eltern nicht zu enttäuschen. Im Weihnachtstrubel trifft sie Mick, der nicht nur aufdringlich ist, sondern angeblich auch nicht von der Erde stammt.

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