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Sternenkrieger

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Serie/Zyklus: ~
Titel: Sternenkrieger
Originaltitel: Starship Troopers
Autor: Robert A. Heinlein
Übersetzer: Bodo Baumann
Verlag/Buchdaten: Bastei Lübbe (1993), 303 Seiten, Taschenbuch

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)

Eigentlich sollte Juan de Rico nach seiner Schule studieren und anschließend in das Finanzimperium seines Vaters einsteigen, doch jugendlicher Unrast verhindert dies. Er tritt mit einem Freund der Armee bei, um seinen Militärdienst abzuleisten. Nur wer sich der Verantwortung für sein Land bewusst war und sich zu diesem Schritt entschloss, bekam das Recht, zur Wahl gehen zu dürfen. So entschloss er sich also, diesen Weg zu gehen, doch bald kommen ihn erste Zweifel. Er hat keine besonderen Befähigungen, und so landet er am Ende bei der Mobilen Infanterie. Zunächst ist dies nicht so schlimm, denn die Erde hält Frieden - untereinander und auch zu den Außerirdischen - doch dann ändert sich alles, als die Menschheit auf eine Zivilisation von Insektenartigen stößt, die mit der Menschheit um Lebensraum konkurrieren, und ein Krieg ausbricht. Juan muss erleben, wie Freunde sterben, und auch ihn selbst lässt der Krieg nicht ungezeichnet.

Schon die Anfangssequenz zeigt, dass dies kein pazifistischer Roman ist. In sinnloser Zerstörung verwandelt ein Kampfverband eine Großstadt von Aliens systematisch in Schutt und Asche, und über Recht und Unrecht scheint kein Zweifel zu bestehen. Die tatsächliche Geschichte beginnt aber danach, und man liest von de Ricos Militärausbildung, die den Großteil des Romans einnimmt. Und schon ist man bei dem umstrittenen Teil des Romans, denn Heinlein bezieht nie klar Stellung, ob er nun die Armee verherrlichen will oder sie als verdammenswürdig hinstellen wollte. Heinlein selbst wolle vielleicht gar nur eine Geschichte abseits jeglicher Wertung erzählen, doch dafür ist das Thema zu ernst und seine Beschreibung zu detailiert. So bleibt es dem Leser überlassen, sich ein Bild zu machen.

Doch diese Diskussion lenkt von einem anderen Thema ab, und dieses ist, dass Heinlein sehr viele politische Ideen in sein Werk hat einfließen lassen, und dies war sicherlich gewollt. Man kann durchaus sagen, dass er extreme Ansichten hatte und wohl die Meinung vertrat, dass die Menschen das Wahlrecht nicht unverdient bekommen sollten. Er stellt die politische Mündigkeit anhand verschiedener Beispiele in Frage und stellt mehr als einmal die Frage, wie hoch der Preis einer Demokratie sein sollte.

Insgesamt ist der Roman durchaus interessant, auch wenn die Verherrlichung der Armee besonders in der zweiten Hälfte des Werks durchaus schwer zu schlucken ist. Doch sieht man vom Inhalt ab, zeigt sich, dass der Roman durchaus gekonnt umgesetzt ist und Heinlein zurecht beweist, dass die Schriftstellerei eben sein Lebensunterhalt war. Für das Genre war der Roman wichtig, denn er ist mit eines jener Werke, die das Subgenre Military SF mitbegründet hatten.
7 von 10 Punkten

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