fictionfantasy
|
fictionfantasy ist ein verlagsunab-hängiges Rezensionsportal für phantastische Werke. Derzeit sind knapp 13.000 Artikel abrufbar!
Schreibe deine eigene Rezension deines Lieblingsbuches und schick sie uns ! Du hast fehlende Angaben bei Autoren oder Buchtiteln gefunden? Wir freuen uns über jede Unterstützung! Hast du einen Blog und willst im fictionfantasy-Netzwerk mitmachen? Melden! |
Amazon
Diskussion
Phantast
| Solaris (2002) |
| Film - Science Fiction (F) | |||||
Inhalt: Der Psychologe Chris Kelvin bricht auf, um seltsame Vorkommnisse in einer Forschungsstation im Orbit des Planeten Solaris zu untersuchen. Kritik: Vom großen Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz stammt die Monadologie, die Lehre von den Monaden, punktförmigen Substanzen, die die wahrhaften Atome der Natur bilden. Kein äußerer Einfluß kann auf diese abgeschlossenen, weniger oder mehr beseelten Elemente wirken; daher spiegeln sie das komplette Universum von seinem Anfang bis zu seinem Ende in sich und agieren nur in ihren eigenen Vorstellungen. Daß es "von außen" dennoch wirkt, als interagierten die Monaden, liegt an der sogenannten prästabilierten Harmonie: Gott hat bei der Erschaffung der Spiegelwelten jeder Monade das individuelle Streben jeweils jeder anderen Monade einbezogen und gemäß seiner unendlichen Weisheit, Güte und Macht entschieden, welche zu welchem Zeitpunkt zum Zuge kommt - die beste aller möglichen Welten also. Küchenphilosophisch auseinanderklamüsert gehen wir somit in einer Art autistischem Kollektivpseudosolipsismus prä- oder, wer's lieber entchristianisiert mag, undeterminiert durch die Zeit. Soll, langer Fremdwörter banaler Sinn, heißen: Es gibt fremdes Bewusstsein außer dem eigenen, aber dessen Verstehen kann nur in dessen Projektion und Verzerrung auf die eigene Monadenkoordinatenwelt erfolgen und damit höchstens in den Gemeinsamkeiten beider Monaden, meist nicht einmal darin. Zu Solaris also, und der hierfür sehr zu Unrecht nur mit seinem nackten, haarigen Hintern beworbene George Clooney als Psychologe Chris Kelvin, dessen Frau sich vor einiger Zeit selbst getötet hat, kommt auf der den Planeten umkreisenden Forschungsstation auf Bitten seines Freundes Gibarian (Ulrich Tukur mit einem etwas irritierenden deutschen Akzent) an, um die ungewöhnlichen Vorkommnisse auf der Station aufzuklären. In den zusammen mit der jederzeit fabelhaften Musik Cliff Martinez' sehr an "2001: A Space Odyssey" erinnernden, von Steven Soderbergh höchstpersönlich mit kühlem, weit kunstfertigerem Auge als in "Ocean's Eleven" gedrehten, interessant ausgestatteten Räumen findet er bald viele Leichen, noch mehr Blut und schließlich die verstörten Wissenschaftler Snow (ein nervöser Jeremy Davies) und Gordon (eine präsente Viola Davis), die ihm aber nicht sagen wollen, was geschah und geschieht. Erst als Kelvin am nächsten Morgen neben seiner Frau aufwacht, erfährt er, daß der solarische Ozean buchstäblich die Leichen im Keller jedes Menschen wiederauferstehen lässt. Natascha McElhone spielt Rheya Kelvin mit ihren großen Augen und unwahrscheinlich hohen Wangen so berückend und intensiv, dass auch der manchmal eher mittelmäßige George Clooney zu einer seiner besten Leistungen hingerissen wird, und Steven Soderberghs famos reduziertes und klares Drehbuch tut sein Übriges dazu. Der Ozean erschafft die 'Besucher' aus den Erinnerungen der Menschen, und so lernen wir in vielen Rückblenden langsam das Ehepaar Kelvin kennen, und mit Clooney fragen wir uns ähnlich wie Guy Pearce im nicht minder großartigen "Memento" von Christopher Nolan, wie persönliche Erinnerungen beschaffen sind und was für eine Welt wir aus ihnen errichten. Wie kann es objektive Erinnerung geben, wenn diese immer nur in Subjekten stattfindet? Wie wird die Vergangenheit werden, wenn man einander schon in der Gegenwart in den fundamentalsten aller Fragen nicht versteht noch kennt, nie hinter die Haut dringt? Sind die Erinnerungen nur ein vom Erinnernden beliebig veränderliches Puppenspiel und also auch all dessen Puppen? Und ist das nicht alles, was wir nur vermögen, und alles, was wir nur wollen? Welche Antworten Soderbergh darauf in seinem sehr ruhigen, genau beobachtenden "Solaris" frei nach Leibniz, Lem und Kubrick findet und mit einem herrlich ambivalenten, zum sprudelnden Nachdenken anregenden Ende nachhaltig krönt, das muss man wie so oft auch hier selbst gesehen haben, in seiner eigenen Spiegelwelt, denn, um mit Descartes zu sprechen, gilt, heute wie zu aller Zeit: Cogito, ergo sum. 4,5 von 6 Sternen
Als Favorit markieren
Lesezeichen setzen
Als Email versenden
Hits: 1771 Kommentare (0)
![]() Kommentar schreiben
|
Die neuesten Fantasy Reviews
Die neuesten Science Fiction Reviews
- Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith
- Präludium (Sektion 3: Hanseapolis, Band 3)
- Störfall in Reaktor 1
- Die Delta-Anomalie (Star Trek: Starfleet Academy, Band 1)
- Phantome (StarCraft Ghost)
- Zweifrontenkrieg (Star Trek: New Frontier, Band 2)
- Zwielicht (Star Trek. Deep Space Nine, Band 8.05, Mission Gamma Band 1)
- Street of Shadows (Star Wars: Coruscant Nights II)
- Visionen
- Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger
Die neuesten Comic Reviews
- Crimson Spell, Band 1
- Batman: Das Ankh, Band 1 (DC Premium, Band 21)
- Supergod
- God of War
- Wyrïmir (Zwerg, Band 1)
- Comic Revolution! #2 (Myspace Dark Horse Presents)
- Laura (Black Jack, Band 2)
- Superman – Secret Origin (DC Premium 77)
- Sweet Tooth (Gratis-Comic-Tag 2012)
- Zuckerfisch - on the Rocks (Preview)
Die neuesten Spiele Reviews
- The Secret World - Betatest-Review 2
- The Secret World - Betatest-Review
- Kingpin
- Der Dschungel des Grauens (Einsamer Wolf, Band 8)
- Alcatraz – The Scapegoat
- Die Königreiche des Schreckens (Einsamer Wolf, Band 6)
- Paranoia Troubleshooter. Ein satirisches Rollenspiel
- F.E.A.R. 3
- Buffy - Gefahr über Sunnydale
- LARP: Einblicke
Neueste Horror Reviews
- Berlin Werwolf
- Akt der Liebe (Heyne Hardcore)
- Heat Wave: Hitzewelle (Richard Castle, Band 1)
- 28 Weeks Later
- Dunkle Bestimmung (…und der Preis ist dein Leben, Band 3)
- Numbers - Den Tod im Blick (Band 1)
- The Thing
- Abraham Lincoln – Vampirjäger
- Die Frau in Schwarz
- Die Kreatur (Dean Koontz Frankenstein, Band 2)

inger steht...
Irgendwie fi...


