Sirius-Patrouille I und II (Mark Brandis, Folgen 19 und 20)

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Reihe: Mark Brandis, Folgen 19 und 20
Titel: Sirius-Patrouille I und II
Autor: Mark Brandis
Titelbild: Alexander Preuss
Sprecher: Sabine Ehlers, Felix Isenbügel, Stefan Peters, Gerhart Hinze, Wolf Frass, Martin Keßler und andere
Buch/Verlagsdaten: Folgenreich, März 2012, 2 CD = 112 Minuten 15,98 €

Eine Besprechung / Rezension von Erik Schreiber
(weitere Rezensionen von Erik Schreiber auf fictionfantasy findet man hier)

Das Weltall, unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer von Mark Brandis, dessen literarische Wiedergeburt im Wurdackverlag zu neuen Grössen führt. Das gleiche gilt für die Hörspiele von Folgenreich. Beide Verlage sind mit ihren Produkten auf der Höhe der Zeit. Es macht Spass, zu lesen und zu hören.

Commander Mark Brandis wird etwas aus der Titelrolle gedrängt, als er mit der Sirius-Patrouille ein neues Abenteuer erlebt. Martin Seebeck wird mit einer Merkur-Kuriermaschine zur SK Invictus geflogen. Lt. Stroganow begrüsst ihn und stellt den Reporter Mark Brandi und Major Degenhardt von der Strategischen Raumflotte vor. Degenhardt reagiert mürrisch auf die Anwesenheit des Reporters, wird jedoch durch Mark Brandis in seine Schranken gewiesen. Von Leutnant Stroganow erfährt Martin Seebeck, dass es sich bei diesem Flug um eine Patrouille handelt. Das Ende der Patrouille wird der Anfang als neues Schiff der VEGA darstellen. Der junge Reporter wirkt etwas naiv und unbeholfen, ist aber Pulitzerpreisträger und drängt sich in den Vordergrund der Erzählung. Seine Neugierde tarnt er als Wissensdurst und ist, wenn möglich überall dabei, wenn es gilt, Informationen aufzufangen. Er ist der erste Mensch, der als Aussenstehender Einblick in die Arbeit der Raumfahrtagentur VEGA werfen und zudem in den Weltraum fliegen darf. Die Neugierde des Reporters Martin Seebeck ist ja schön und gut, doch eckt er damit auch an und wird nicht unbedingt jedermanns Freund. Im Gegenteil, da er sich weder mit der Raumfahrt an sich, noch mit dem Alltag eines Patrouillenfluges auskennt, wird seine Neugier umgeleitet und fällt mehr Leuten auf die Nerven, als er beabsichtigt. Weil er aber für die Raumfahrtagentur VEGA einen Bericht über deren Testarbeiten schreiben darf, um die Firma nach aussen positiv darzustellen, ist seine Fragerei ziemlich nervig.
Sein Stand wird noch schwieriger, als er in eine Auseinandersetzung zwischen Mark Brandis und Major Degenhardt gerät. Der ruppige Major befindet sich als Vertreter des Kunden an Bord, der das neue Schiff übernehmen wird. Degenhardt ist der Meinung, er könne sich als Kommandant des Schiffes fühlen und auch so benehmen. Der derzeitige Kommandant, niemand anderes als Mark Brandis, ist jedoch ganz anderer Meinung.
Nach einigen ereignislosen Wochen, in denen das Schiff weiterhin Kurs auf den Planeten Jupiter hält, erscheint auf dem Radar der Lichtpunkt eines VOR-Spähers. Die SK Invictus verliert den Späher jedoch schnell wieder. Dafür erfährt Brandis vom Raumschiff Najade RT208, die vom Uranus startete, aber nie an der Erde ankam. Gerüchten zufolge ist ein VOR-Typ neuer Bauart für das Verschwinden verantwortlich. Die SK Invictus nimmt die Verfolgung des VOR-Spähers auf, bricht diese ab, weil mögliche Überlebende der Najade geborgen werden sollen.

Ein Patrouillenalltag strotzt nicht gerade vor Action und Kampfhandlungen. Es finden sich keine Aliens, die die Erde überfallen, keine Machthaber, oder solche, die es werden wollen, die die Erde unterdrücken oder anderes mehr. Der grosse Handlungsbogen wird abwechslungsreich fortgesetzt. Mit dem trägen Alltag an Bord eines Raumschiffes erzählt Mark Brandis (der Autor alias Nikolai von Michalewsky) über Mark Brandis (den Helden) und dessen Probleme, die eher bürokratisch-persönlicher Natur sind. Die Geschichte selbst wird aus der Sicht von Herrn Seebeck erzählt. Dies führt dazu, dass Herr Brandis auch einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet wird, der Leser seine Handlungsweise einmal anders sieht und besser versteht.
Was mir nicht gefällt ist, dass man CDs, die zusammen gehören getrennt kaufen muss. Hier sollte man überlegen von Seiten der Firma Folgenreich, ob es nicht eine sinnvollere Lösung wäre, wenn die CDs als Doppelpack herauskommen. Ein anderer Punkt ist die Erscheinungsweise, die sich nicht an die Reihenfolge der Bücher hält. Die Produzenten zeigen, was sich alles bewerkstelligen lässt, wenn die Möglichkeiten bestehen. Folgenreich ist mit seiner Arbeit eines der besseren Hörbuch / Hörspiel – Hersteller. Mal abgesehen von der guten Erzählung und dem einfühlsam gekürzten Stoff findet sich intensive Musik, die ganz eine eigene Atmosphäre schafft und direkt beim Hörer ankommt.
Natürlich ist bei einer Hörspielproduktion das Sprecherteam die wichtigste Investition. Da griff Folgenreich wieder erfolgreich auf bekannte Personen zurück. Eine gewichtige Rolle spricht Felix Isenbügel als Martin Seebeck. Der Reporter füllt das Hörspiel, ohne zu dominieren oder etwa die gekonnt sprechende Claudia Urbschat-Mingues als Bordärztin Dr. Rebecca Levy oder gar Michael Lott als Mark Brandis oder Thomas Schmuckert als Major Degenhardt an die Wand zu spielen. Für ein gutes Hörspiel sind natürlich mehr Sprecherinnen und Sprecher notwendig, die ebenfalls zu finden sind.
Daher kann man die beiden Hörspiele getrost als sehr gelungen bezeichnen

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